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Klinik-Homöopathie fordert mehr Unterstützung

Lob insbesondere für die Homöopathie und Psychiatrie gab es beim Besuch des Sozialministers Manfred Lucha im Klinikum. Doch die Krankenhaus-Leitung hatte auch so einige Forderungen an den Politiker.

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„Ihr Gesamtkonzept gefällt mir als Fachmann sehr gut“, sagte Manfred Lucha, neuer Minister für Soziales und Integration der grün-schwarzen Landesregierung, zu Beginn seines gestrigen Besuchs im Klinikum. Er sei „selbst gelernte Krankenschwester“, scherzte der Minister mit bayrischem Akzent (er kommt gebürtig aus Altötting), hat aber auch Sozialarbeit und Management im Sozial- und Gesundheitswesen studiert. Der Landtagsabgeordnete aus Ravensburg ist bei den Grünen und wurde vom Heidenheimer Abgeordneten Martin Grath eingeladen.

Lob gab es insbesondere für die Psychiatrie und die Homöopathie, „Heidenheim strahlt dort Innovation aus“, so der Minister. Zur prekären finanziellen und personalpolitischen Lage, in der sich die Klinik befindet, folgten dann nur noch ein paar Allgemeinplätze: Dass man die Zitrone nicht unendlich auspressen könne und die Politik anerkennen müsse, dass das Gesundheitssystem Geld koste. Dass Pflegepersonal eine extrem kurze Verweildauer in seinem Beruf habe und man dieses Problem angehen müsse. Gleichzeitig aber auch: Das Land sei für die Zukunftssicherung der Kliniken in Form der Investitionskosten zuständig. Diese seien zwar zuletzt kräftig erhöht worden, allerdings trete 2020 die Schuldenbremse in Kraft, die den Ländern verbietet, neue Schulden zu machen.

Die Frage, ob er selbst heute noch als Pfleger in einer Klinik arbeiten wollte, beantwortete Lucha nur ausweichend, überhaupt habe die Presse sicherlich Verständnis dafür, dass konkretere Zukunftsszenarien anschließend hinter verschlossenen Türen besprochen würden. Mit dabeisein durften Landrat Thomas Reinhardt, Oberbürgermeister Bernhard Ilg, die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle, Martin Grath, sowie das leitende Klinikpersonal.

Zuvor schaute sich Lucha die homöopathische Klinik an, die sich mit einer durchschnittlichen Verweildauer pro Patient von zwei bis drei Wochen eklatant von den anderen Abteilungen des Krankenhauses unterscheidet. „Das ist für die Krankenkassen ein Riesenproblem“, so Dr. Ulrich Geyer, der die Delegation durch die Abteilung führte. 50 Prozent der Fälle würden bei der Abrechnung bemängelt, 60 bis 70 Prozent davon bei der anschließenden Prüfung durch den medizinischen Dienst (MDK) abgelehnt. „Mit Hilfe des Klinikgeschäftsführers Reiner Genz sind wir über 200 Fälle vor dem Sozialgericht angegangen“, berichtete Geyer. In 90 Prozent der Fälle, so Genz, habe die Klinik ihr Geld anschließend bekommen. Die so erstrittene Summe beläuft sich auf 700 000 Euro.

Vom Minister wünsche man sich Unterstützung bei integrativen Verträgen mit den Krankenkassen, eine Moderation beim Austausch mit dem MDK und eine Kontrolle der Arbeit des MDK, die von den Sozialgerichten oft kritisiert werde, forderte Geyer. Man müsse weg von der „Dichotomie zwischen MDK und Kliniken“ und brauche „mehr Vertrauenskultur“.

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