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Immer wieder auch in Heidenheim: Einsatz auf vier Beinen

Die Polizisten hoch zu Ross sind immer wieder auch in Heidenheim unterwegs und haben von ihren Tieren aus mehr Überblick

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Sind gerne mit ihren Tieren dienstlich unterwegs: Polizeihauptmeisterin Dagmar Müller (li.) auf Jago und Polizeioberkommissar Jürgen Löffler auf Al Capone.  Foto: 

Im Zweifelsfall wäre Al Capone wohl stärker als der Polizist: Mehr als 500 Kilo bringt er auf die Waage, aber wo es langgeht, das bestimmt trotzdem Polizeioberkommissar Jürgen Löffler. Der ist nämlich der Reiter des fuchsfarbenen Polizeipferds, das nach dem berühmten Gangsterboss benannt ist. Seit der Polizeireform 2014 gehört die Reiterstaffel zum Polizeipräsidium Einsatz und kann von jedem anderen Präsidium angefordert werden. Deshalb sind die berittenen Beamten im Heidenheimer Stadtbild immer wieder zu sehen, momentan in einer Schwerpunktaktion der Polizei, aber auch bei Fußballspielen des FCH oder anderen besonderen Ereignissen. Denn Polizisten auf dem Pferd können ein paar besondere Dinge: Sie haben einen besseren Überblick, weil sie quasi von oben draufschauen. Sie beeindrucken durch ihre Größe und Masse – das kann beispielsweise in Menschenmengen bei einem Fußballspiel oder einer Demonstration von Vorteil sein. Gleichzeitig können die Tiere, die von Natur aus friedlich und mit einem starken Fluchtinstinkt ausgestattet sind, auch deeskalierend wirken.

Bis Al Capone und Jago, die beiden Pferde von Löffler und seiner Kollegin, Polizeihauptmeisterin Dagmar Müller, am Einsatzort Heidenheim sind, müssen sie erstmal auf die Autobahn: Im Pferdetransporter kommen die beiden mit ihren Reitern aus Ostfildern bei Stuttgart angefahren. Dort und in Mannheim sind die beiden Reiterstaffeln der baden-württembergischen Polizei stationiert.

Für die Tiere sei die Fahrt kein Problem, versichert Jürgen Löffler: „Das sind sie gewöhnt und im Transporter ist ja auch ihr Futter drin“, sagt er. Trotzdem müsse man behutsam fahren und langsam in die Kurven gehen: „Es sind eben lebende Tiere und keine alten Fahrräder“, scherzt der Reiter.

Einiges gewöhnt sind die Polizeipferde trotzdem. Von Natur aus sind die Tiere schreckhaft, sowohl Geräusche als auch optische Reize können sie nervös machen. Deshalb kommen nur Tiere mit ruhigem Charakter zum Einsatz und sie müssen jahrelang trainiert werden. „Zunächst von unseren Reitlehrern in der Halle, aber dann auch bei Einsätzen“, erklärt Löffler. Langsam würden die Tiere an schwierige Situationen herangeführt werden, berichtet er. Oft gehen auch ein erfahrenes und ein jüngeres Pferd zusammen in den Einsatz – so wie Al Capone und Jago, denn die Tiere lernen auch voneinander.

Auch die Reiter haben eine besondere Ausbildung bekommen, nachdem sie die normale Ausbildung zum Polizeibeamten absolviert haben. Das Interesse am Pferd und Grundkenntnisse im Reiten müssen aber schon vorher vorhanden sein, sagt Dagmar Müller. Sie und ihr Kollege Löffler lieben ihren Einsatzbereich: „Das ist einfach sehr abwechslungsreich“, berichtet Jürgen Löffler. Die beiden sind bei den Einsätzen viel draußen, aber auch den Stall auszumisten, das Pferd zu füttern und zu putzen gehört zu ihren Aufgaben.

Jeder der rund 30 in Ostfildern stationierten Polizeireiter hat ein Stammpferd, mit dem er in die Einsätze geht. Das Pferd kennt den Reiter, der Reiter die Eigenheiten des Tieres – auch das trage dazu bei, dass man in gefährlichen Situationen einschätzen könne, wie das Pferd reagiert und auch, wann man einen Einsatz abbrechen muss.

Wenn die beiden ortsfremden Reiter in Heidenheim eintreffen, werden sie zunächst einmal beim Polizeirevier Heidenheim instruiert, wo sie an diesem Tag mit ihren Pferden unterwegs sein sollen. Dann dürfen die Tiere im Hof des Reviers ihren Transporter verlassen, werden gesattelt und getrenst. Die beiden Reiter tragen Polizeiuniform, nur die Reitstiefel und der Diensthelm unterscheiden sie von den Kollegen. Jürgen Löffler ist über Funk ständig mit dem Revier verbunden und kann ständig rückmelden, was er und seine Kollegin Dagmar Müller in der Stadt beobachten. So kann bei Bedarf Verstärkung nachkommen – mit dem Polizeiauto, das zwar nicht den Charme von Jago und Al Capone hat, aber dennoch einige praktische Vorteile bietet.

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