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Hometreatment jetzt doch mit der AOK

Modellversuch: Im Heidenheimer Klinikum sollen Psychiatriepatienten bald auch zu Hause behandelt werden können.

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Das Hometreatment ist kein weiteres ambulantes Angebot der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, sondern soll nur für Patienten, die sonst stationär aufgenommen werden würden, den Klinikaufenthalt ersetzen.  Foto: 

Die Behandlung von Psychiatriepatienten zu Hause wird bundesweit in mehreren Modellversuchen erprobt. Auch für das Klinikum Heidenheim hat das baden-württembergische Sozialministerium bereits vor einem Jahr einen solchen Modellversuch genehmigt.

Alle Krankenkassen zogen mit – bis auf die größte: Die AOK argumentierte, dass es schon genug Modellversuche gebe, deren Erkenntnisse auch auf Baden-Württemberg übertragbar wären. Im Klinikum hatte man sich unterdessen darauf vorbereitet, den Modellversuch zum 1. Januar 2017 zu starten. Allerdings hätten dann AOK-Patienten nicht am Hometreatment teilnehmen können.

Jetzt hat die AOK Baden-Württemberg umgeschwenkt: Die Krankenkasse, bei der im Landkreis knapp 40 Prozent der Bürger versichert sind, ist doch beim Hometreatment dabei. „Das war eine Entscheidung auf Landesebene“, sagt Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg. „Die Inhalte des Modellversuchs bewerten wir positiv“, so der regionale AOK-Chef, in einer flexibleren Versorgung von Patienten liege sicherlich die Zukunft. Die Umsetzung ohne die AOK wäre seiner Meinung nach für das Klinikum schwieriger geworden. Einen großen Anteil daran, dass nun alle Kassen im Boot sind, hat Sozialminister Manfred Lucha, der im August zu Besuch im Klinikum war.

„Es hat sich gelohnt hat, dass das Ministerium für Soziales und Integration dieses wichtige Thema moderierend in die Hand genommen hat“, so Lucha, der auch schon selbst im sozialpsychiatrischen Bereich tätig war.

„Ich freue mich sehr darüber, dass beim Modellprojekt Hometreatment in der Psychiatrie alle Beteiligten im baden-württembergischen Gesundheitswesen an einem Strang ziehen. Das ist eine tolle Gemeinschaftsleistung und ein wichtiges Signal ins ganze Land“, so der Sozialminister. „Wir freuen uns sehr darüber, jetzt auch mit der größten Krankenkasse verhandeln zu können“, sagt Psychiatrie-Chefarzt Dr. Martin Zinkler. Er ist sich sicher, dass die Aussagekraft des Modellprojekts für den ländlichen Raum größer werde, wenn auch die AOK-Patienten mit dabei sind.

Das Hometreatment ist kein weiteres ambulantes Angebot der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, sondern soll nur für Patienten, die sonst stationär aufgenommen werden würden, den Klinikaufenthalt ersetzen. Dies ist natürlich nicht bei allen Ausprägungen von psychischen Erkrankungen möglich. Für einen Teil der Patienten verspricht sich Zinkler jedoch einen positiven Effekt, weil diese ihr soziales Umfeld nicht verlassen müssen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten werden diese Patienten zu Hause aufsuchen. Wie genau dies organisiert werden kann, tüftelt man im Klinikum derzeit aus.

Und auch der Vertrag mit den Krankenkassen über den Modellversuch wird derzeit noch verhandelt. Trotzdem ist Zinkler zuversichtlich, am 1. Januar mit der neuartigen Behandlungsform beginnen zu können.

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