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Heroin, Kokain, Cannabis, Amphetamin: liebesblind in den Drogenrausch

Das Amtsgericht hat jetzt eine 33-Jährige zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

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Heidenheimer Amtsgericht  Foto: 

Der Frau war vorgeworfen worden, an mehreren Beschaffungsfahrten nach Holland beteiligt gewesen zu sein und Heroin, Kokain, Cannabis sowie Amphetamin nach Heidenheim transportiert zu haben. Anschließend habe sie mit den Drogen gehandelt. Die Staatsanwältin listete eine Handvoll Taten auf, aus der eine Vielzahl von Rauschgiftgeschäften resultierten.

Bereits im Juni war in derselben Sache gegen den ehemaligen Lebensgefährten der 33-Jährigen verhandelt worden. Resultat: zwei Jahre und acht Monate Gefängnis. Die jetzt auf der Anklagebank sitzende Frau verschwendete keine Mühe darauf, die vor einem halben Jahr erörterten Details in Abrede zu stellen. Vielmehr räumte sie nach einem kurzen Moment des Innehaltens unumwunden ein: „Ich bestätige, dass es so war.“

Etwas länger überlegen musste sie bei der Suche nach dem Warum. „Es waren wohl die falschen Kreise. Ich hatte so etwas vorher noch nie gemacht“, versuchte sie sich schließlich in einer Erklärung. So etwas – das war zum einen das Einführen von und Handeln mit Betäubungsmitteln. Zum anderen war's der eigene Drogenkonsum, der während der unheilvollen Partnerschaft begann.

„Zum Liebes- kam der Drogenrausch“, sagte der Verteidiger, der seiner Mandantin attestierte, eine „schwache Persönlichkeit“ und somit leicht beeinflussbar zu sein. Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich die 33-Jährige in einer Ausnahmesituation befunden, zuvor ein absolut straffreies Leben geführt, sich aus freien Stücken in eine Drogentherapie begeben habe und über eine günstige Sozialprognose verfüge: Der Onkel der Angeklagten kündigte an, der derzeit noch anderweitig Teilzeitbeschäftigten nach Abschluss des Verfahrens eine Vollzeitstelle in seiner Firma anzubieten.

Diese Aussicht wertete die Staatsanwältin ebenso zu Gunsten der 33-Jährigen wie deren umfassendes Geständnis und ihr kooperatives Verhalten bei der Polizei. Außerdem scheine sie sich aus dem kriminellen Umfeld gelöst zu haben. Da keine exakten Angaben zur Menge der Drogen und zum Wirkstoffgehalt möglich seien, könne nicht mehr festgestellt werden, ob es sich um eine „nicht geringe Menge“ gehandelt habe. Das bleibe nicht ohne Auswirkungen auf das Strafmaß, weshalb die Staatsanwaltschaft „trotz Bedenken“ zwei Jahre auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit fordere.

Das Schöffengericht schloss sich der Argumentation im Wesentlichen an und verurteilte die Angeklagte zu einer 21-monatigen Freiheitsstrafe. Damit soll die Möglichkeit der Bewährung erhalten bleiben, auch wenn die Einbeziehung der Strafe aus einem anderen Verfahren noch aussteht. „Die positive Entwicklung sollte nicht beendet werden“, führte Amtsrichter Eberhard Bergmeister zur Begründung aus. Hinzu kommen 100 Arbeitsstunden und die Einziehung von 9600 Euro, was einer Geldstrafe in Höhe des angenommenen Umsatzes aus den Drogengeschäften entspricht.

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