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Herbstmarkt als Schlussvorstellung Manfred Popps

90 fliegende Händler bilden am Wochenende die Kulisse des 30. Heidenheimer Herbstmarktes - und geben Manfred Popp die ganz besondere Ehre.

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Das Bild ist ein längst gewohntes, und doch spielt sich auf diesem Marktplatz an diesem Wochenende Besonderes ab. Die links und rechts der Fußgängerzone aufgereihten Stände wirken zumindest symbolisch wie ein Spalier, durch das Samstagvormittag mit Manfred Popp jener Mann schreiten wird, der diesen Herbstmarkt einst erfunden hat: Wenngleich dieser Marsch, wie all die Jahre, nur zum Abkassieren der Standgebühren dient.

Es ist die Abschiedsvorstellung des stadtbekannten Schaustellers, der angestammter Herr des örtlichen Marktgeschehens war und diese Rolle in diesem Jahr endgültig abgeben wird. Und es ist ein Abschied auf Raten, der mit dem traditionellen Küferfest eingeläutet worden ist, den Popp bereits im Sommer 2015 zum letztenmal ausgerichtet hatte. Dann kam der Frühjahrsmarkt, von dem der Organisator Popp 2016 nach drei Jahrzehnten Abschied nahm. Und nun der letzte von 30 Herbstmärkten, für die der Popcorn-Patriarch als Organisator verantwortlich war..

Die Schlussvorstellung Popps bei diesem zweitägigen klassischen Krämermarkt findet ohne Beteiligung seiner eigenen Firma statt. Der Mann, dessen bisheriges Leben ein einziger Jahrmarkt gewesen ist und nicht immer in Zuckerwatte gewickelt war, muss schon gesundheitlich kürzer treten, kann und will nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen, sitzt in der vorzugsweise laut, schrill und quitschbunt daherkommenden Welt der Schaustellerei aber immer noch in der ersten Reihe. Einen prominenten Stammplatz hat er beim Cannstatter Volksfest, wo er ab diesem Wochenende zum nunmehr 56. Mal in Folge mit einem Wagen vertreten ist – eben dort, wo er schon als Bub mit der Großmutter gewesen ist, die mit einem bescheidenen Süßwarenstand durch das Land gezogen war.

Auch wenn das Oberhaupt des weithin bekannten Mandel-Clans jetzt auf dem Wasen seinen süßen Geschäften nachgeht, bleibt er an diesem Wochenende in seiner Heimatstadt schon deshalb in guter Erinnerung, weil auf dem Herbstmarkt eines seiner Markenzeichen vertreten sein wird – das ihm freilich nicht mehr gehört, aber untrennbar mit seinen Auftritten verknüpft ist. Gemeint ist die schon legendäre Schweinchenbahn, die sich Manfred Popp vor 30 Jahren zugelegt hatte und in diesem Jahr an ein Event-Unternehmen verkauft hat, das erfreulicherweise in Heidenheim sitzt. Damit endet dieses ums kindliche Vergnügen kreisende Unikum nicht auf dem Abstellgleis und bleibt den heimischen Liebhabern weiter erhalten, die auch als Erwachsene auf dieses kultige Fahrgeschäft abfahren, das einst für große Irritation gesorgt hatte. So erinnert sich Popp noch gut an die Anfangsjahre, als eine besorgte Tierschutz-Organisation in Karlsruhe auf den Betrieb der Schweinchenbahn aufmerksam geworden war und beim Betreiber in Sorge um das Tierwohl nachgefragt hatte, ob die Schweinchen denn alle geimpft seien und auch genügend Pausen bekämen.

Wäre Popp hier, er würde ganz sicher noch eine Ehrenrunde drehen, bevor er den Schlussstrich unter die Popp'sche Marktwirtschaft setzt. Der Vorhang zum wirklich letzten Akt geht am 18. November auf – wenn er noch einmal den Christkindlesmarkt inszeniert, der heute traurigerweise Novembermarkt heißt.

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