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Heilpflanzen bei Blumenschau zum Brenzpark-Jubiläum

Heilpflanzen sind seit Urzeiten schon Begleiter der Menschheit. Dieter Weckardt widmet ihnen die zweite Blumenschau zum Brenzpark-Jubiläum.

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Zwei Experten und ihre Schätze: Dieter Weckardt (li.) steuert das gärtnerische Wissen bei, das Apotheker Ulrich Trittler mit der Kenntnis der Inhaltsstoffe und Wirkungen der Pflanzen ergänzt.  Foto: 

Lange Zeit war es so: Der Wert einer Pflanze bemaß sich entweder darin, dass sie essbar war, oder darin, dass sie Heilkraft hatte. Heute findet man in Gärtnereien vorrangig das, was schön aussieht. Auch Blumenschauen sind normalerweise eine Domäne der Ästhetik, nicht der Wirkung. Mit dieser Regel will der Herbrechtinger Gärtner Dieter Weckardt am kommenden Wochenende radikal brechen: Duft- und Heilkräuter stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die er für das Kinderhaus im Brenzpark plant.

Dafür, dass das Auge nicht vernachlässigt wird, sorgt seine Tochter Nadine. Die vielfach ausgezeichnete Floristmeisterin, die dem Fernsehpublikum aus der Sendung ARD-Buffet bekannt ist, wird die Sammlung heilkräftiger Pflanzen, die ihr Vater zusammengetragen hat, mit geschnittenen Blüten aus der Illertissener Staudengärtnerei Gaissmayer dekorativ ergänzen.

Fachkundige Unterstützung hat Weckardt vom Herbrechtinger Apotheker Ulrich Trittler bekommen, der selbst einen umfangreichen Apothekergarten pflegt. Zusammen mit seiner Kollegin Claudia Gubitz aus Heidenheim und Dr. Andreas Laubersheimer, Chefarzt der homöopathischen Abteilung am Klinikum, wird Trittler Führungen durch die Blumenschau anbieten. Denn eigentlich erschließt sich der Schatz, den Weckardt zusammengetragen hat, nur durch das Wissen, das die Pflanzenfachleute dazu beisteuern können.

Weckardt, seit einigen Jahren im Ruhestand, kümmert sich nur noch aus persönlichem Interesse um ganz spezielle Pflanzen. Er hat mit seinem gärtnerischen Fachwissen Pflanzen aus aller Welt herangezogen. Sei es die chinesische Ruhmesblume (Clerodendrum philippinum), die gegen Rheuma helfen soll, das Malaria-Heilmittel Artemisia annua oder ein Brutblatt (Bryophyllum) aus Madagaskar: Der frühere Erwerbsgärtner versucht so viel wie möglich über die Lebensbedingungen der Pflanzen zu erfahren und diese dann in seinem Gewächshaus herzustellen. Rat geholt hat er sich dabei bei der Firma Weleda in Schwäbisch Gmünd genauso wie beim Raritätengärtner Franz Xaver Treml, der über 20 Jahre lang eine Kräutergärtnerei in Arnbruck im Bayrischen Wald betrieben hat.

Für Ulrich Trittler sind neben den Exoten die heimischen Heilpflanzen die Stars der Ausstellung. „Ich will auch den Wert der heimischen Natur vermitteln“, sagt der Apotheker, der auch im Naturschutzbund (Nabu) engagiert ist. Marienblatt, Herzgespann, Spitzwegerich oder die Engelwurz: Heilkräftige Pflanzen finden sich auf Wiesen und im Wald. „Pflanzen sind nicht nur Gefäße für chemische Inhaltsstoffe, sondern sie haben einen eigenen Charakter“, meint Trittler. Man könne nicht nur eine Stimme isolieren, sondern müsse auf den Klang des ganzen Orchesters achten, so sein Bild für die vielen verschiedenen Stoffe, die sich in einer Pflanze vereinen.

„Die Familie Weckardt kann die Schönheit der Pflanzen rüberbringen, ich möchte den Respekt vor und die Wirkung von Heilkräutern vermitteln“, so Trittler. In dieser Kombination sprudeln der Gärtner und der Apotheker nur so über von Geschichten über ihre Pflanzen, die sie zwar beide aus unterschiedlichen Perspektiven kennen, aber beide mit allergrößtem Herzblut pflegen, Weckardt in seinem Gewächshaus und Trittler im Apothekergarten an der Langen Straße.

Das Programm zur Schau: Fachkundige Führungen und Öl-Destillation

Die Blumenschau, die Dieter Weckardt für die Kreisgärtnergruppe konzipiert hat, wird am Samstag, 2. Juli, um 10 Uhr im Kinderhaus im Brenzpark eröffnet. Neben einem Sektempfang gibt es auch eine Führung durch die Ausstellung.

Täglich gibt es mindestens zwei Führungen durch die Ausstellung, die abwechselnd von Apotheker Ulrich Trittler, Apothekerin Claudia Gubitz und dem homöopathischen Arzt Dr. Andreas Laubersheimer angeboten werden (genaue Uhrzeiten täglich auf der Terminseite unserer Zeitung).

Zusätzlich gibt es eine Vorführung „Destillation von ätherischen Ölen“ mit Georg Effner am Montag, 4. Juli, ab 11 Uhr. Er zeigt, wie heimischer Kräuteranbau mit der handwerklichen Öldestillation verbunden werden kann. Seinen Fachvortrag „Krebs, Malaria & Co“ hält Franz Xaver Tremel, Kräuterexperte aus Arnbruck, am Samstag, 9. Juli, um 13.30 und 16 Uhr

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