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Heidenheimer Zukunftsakademie hat viele Eisen im Feuer

Es ist ein Ort, wo die Neugier einen Stammplatz hat. Sie gilt denn auch als eine Triebfeder des gesamten Geschehens, das sich unterm Dach der Heidenheimer Zukunftsakademie abspielt: Einer noch jungen Einrichtung, die sich in erstaunlich kurzer Zeit etabliert hat.

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Außerschulische Talentförderung ist das große Thema dieser Einrichtung, die ihre Heimat in der Schmelzofenvorstadt gefunden hat. Forscherwerkstatt Rote Halle steht dort an der Tür, die Kindern und Jugendlichen den Weg in die technisch-naturwissenschaftliche geprägte Welt eröffnet, die es in kleinen Gruppen ganz ohne trockene Theorie, ohne Noten und ohne Schulglocke zu entdecken gilt.

Das markante Backsteingebäude ist eine der jüngsten und zugleich eine der besten Adressen in der Heidenheimer Bildungslandschaft. Die vom Kultusministerium als außerschulisches Forschungszentrum anerkannte Zukunftsakademie sieht ihren Schwerpunkt darin, bei Kindern und Jugendlichen Interesse vor allem für die sogenannten Mint-Bereiche zu wecken – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Dies geschieht vorzugsweise in zwei unterm gleichen Dach angesiedelten Einrichtungen, die unterschiedliche Zielgruppen im Visier haben: Die Juniorakademie, die Talentförderung für interessierte Schüler weiterführender Schulen betreibt – und die Hector-Kinderakademie, die sich die Förderung besonders begabter und hochbegabter Grundschul- wie auch Kindergartenkinder auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Zukunftswerkstatt versteht sich als lokales und regionales Angebot und geht viele Kooperationen ein, um die Themenschwerpunkte, Ideen und Interessen der im Landkreis Heidenheim angesiedelten Firmen, Schulen und Hochschulen aufzunehmen. Kreis- und Stadtverwaltung arbeiten eng zusammen, sind auch in einem Trägerverein vertreten, in dem zudem Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft die Koneption und Ausrichtung der Zukunftsakademie aktiv mitgestalten und mitfinanzieren.

Und der Stein, der von diesem Netzwerk ins Wasser geworfen worden ist, zieht immer größere Kreise. Allein von den Angeboten der Hector-Kinderakademie haben nach Angaben ihrer beiden Geschäftsführer Sabine Palinkas und Erich Ott im Kursjahr 2013/14 fast 700 Kindergartenkinder und Grundschüler profitiert – deutlich mehr als die angepeilten zehn Prozent aller 4500 Mädchen und Jungen, die in diesem Zeitraum eine der Grundschulen im Kreisgebiet besucht haben. Insgesamt haben im Berichtsjahr 82 Kurse stattgefunden – davon 70 aus dem Mint-Bereich, der keine Domäne der Jungen mehr ist, sondern verstärkt von Mädchen nachgefragt wird.

Auch die Herkunft der Kursteilnehmer hat sich verändert. Kamen in den vergangenen Jahren bis zu 60 Prozent aus Heidenheimer Grundschulen und nur 40 Prozent aus den Grundschulen der Kreiskommunen, so ist diese Schieflage im zurückliegenden Kursjahr vermindert worden. Inzwischen kommen mehr Kinder aus dem Landkreis, wo immerhin zwei Drittel aller Grundschüler auch zur Schule gehen. Das neue Kursprogramm umfasst 94 Kurse, wozu auch Außenkurse in Gerstetten und Steinheim gehören. Ein weiterer Standort ist in der Bergschule angedacht.

85 außerschulische Kurse in Stadt und Landkreis umfasst das noch druckfrische Programm der Juniorakademie, die viele Angebote – wie auch die Hector-Kinderakademie – in Kooperation mit Firmen realisiert und so ein Stück Berufsorientierung bietet. Dieser Bereich der Zukunftsakademie wird von Susanne Mayr und Wolfgang Heller sowie von dem Landkreisbeauftragten Rudolf Hollein verantwortet, nach deren Statistik pro Jahr rund 650 Kinder und Jugendliche ab Klasse 5 von dem Kursprogramm angesprochen werden: davon 20 Prozent von Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen sowie 30 Prozent von Realschulen und 50 Prozent von Gymnasien und von der Waldorfschule. Trennendes gibt es nicht, denn die in Schulen, Betrieben oder in der Forscherwerkstatt über die Bühne gehenden Kurse werden gemeinsam besucht. Inzwischen werden auch Klassenkurse angeboten – zum Beispiel über Windenergietechnik.

Generell ist das Themenspektrum ausgesprochen breit und so bunt wie die naturwissenschaftlich-technische Welt. Metalle gießen, Mathematik zum Anfassen, Imkerei, CNC-Maschinen, im Fahrsimulator einen Harvester fahren, Programmieren von Robotern – dies sind nur einige von vielen Feldern, die zum Entdecken und Erforschen, Experimentieren und Konstruieren animieren. Davon finden sich mehrheitlich, zu 70 Prozent, die Jungen angesprochen. Der Mädchenanteil liegt im Unterschied zur Hector-Kinderakademie erst bei 30 Prozent.

Was sich, wie so manches, durchaus verändern kann. Noch ist die Zukunftsakademie auch in sich eine Art Baustelle, auf der nach Einschätzung von Erich Ott auf Jahre hinaus noch Entwicklungsarbeit nötig und möglich ist. So geht es etwa darum, weitere Firmen einzubinden, vermehrt auch das Handwerk für Kooperationen zu gewinnen und zusätzlich Dozenten zu finden: Investitionen in die Zukunft eben.

Info Kursprogramm und Anmeldungen bei der Zukunftsakademie Heidenheim, Schmelzofenvorstadt 33/2, Tel. 07321. 92 45 310, sowie www.zukunftsakademie-heidenheim.de
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