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Heidenheimer hat fast 2500 Dateien mit Kinderpornos gehortet

Ein 39-jähriger Mann aus dem Kreis Heidenheim stolpert über verbotene sexuelle Vorlieben. Das Amtsgericht Neu-Ulm verhängte eine Bewährungsstrafe.

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Die Quittung für sein kriminelles Tun bekam ein 39 Jahre alter Bauingenieur aus dem Kreis Heidenheim jetzt vorm Amtsgericht Neu-Ulm, wo er wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten und des Besitzes kinderpornografischen Materials zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden ist. Zudem muss er 4000 Euro an den Kinderschutzbund Ulm zahlen.

Ermittler hatten auf Rechnern des Mannes knapp 2500 Dateien mit Bildern und Videos entdeckt, die kleine Kinder und Jugendliche beim Sex mit Erwachsenen zeigen. Damit habe er erhebliche Schuld auf sich geladen, so der Richter. Der schrieb dem bislang vorstrafenfrei durchs Leben gekommenen Angeklagten einen schwer wiegenden Satz ins Stammbuch, der von der Ulmer „Südwestpresse“ wie folgt zitiert wird: „Mit ihren Taten unterstützen Sie die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, die weltweit ein Riesengeschäft ist, mit dem Hintermänner Millionen verdienen.“

Gegenstand der Anklage war aber noch mehr: So wurde festgestellt, dass der Mann, der sein Abi mit 1,6 abgeschlossen und anschließend studiert hatte, bei seinem früheren Arbeitgeber, einer großen Firma im Kreis Neu-Ulm, Ende 2015 heimlich Kolleginnen gefilmt, um an Nacktaufnahmen zu kommen. Dazu hatte er an der Decke des Frauen-Umkleideraums mit Klebeband eine Videokamera installiert – was aufflog, als dieses Gerät eines Tages zu Boden fiel.

Die Firma reagierte mit der fristlosen Kündigung des Diplom-Ingenieurs, der aber inzwischen einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat. Die Vorwürfe selbst hatte er eingeräumt, was beim Strafmaß Berücksichtigung fand, schon weil damit den Ex-Kolleginnen die Zeugenaussage erspart geblieben ist. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten gefordert.

Sein damaliges Fehlverhalten schätzte der sich laut Prozessbeobachtern wortkarg gebende Mann auf richterliches Befragen – und nach längerem Überlegen – als „eigentlich blöd“ ein, doch zumindest eine in der öffentlichen Verhandlung ausgesprochene Entschuldigung blieb aus. Dagegen betonte er, sich seit einiger Zeit einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen – und einer der seinerzeit versteckt gefilmten Frauen ein Schmerzensgeld von 3000 Euro gezahlt zu haben.

Das gegen den ledigen, im Haus seiner Eltern wohnenden Mann ergangene Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig. Er selbst und sein Rechtsanwalt hatten am Ende der Hauptverhandlung offen gelassen, ob sie Rechtsmittel einlegen wollen.

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