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Heidenheimer Bildhauersymposion hört nach 2013 auf

Es ist ein hochemotionaler Moment für die Vorsitzende Gabriele Rogowski: Das Heidenheimer Bildhauer-Symposion soll seine Existenz einstellen.

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„licht sein“ – dunkel werden: Das Heidenheimer Bildhauersymposion geht in seine letzte Auflage. „Werk 2013“ wird in diesen Wochen auf den Weg gebracht mit den Vorschlägen der Nominatoren. Ab Juli 2013 sind die Arbeiten zu sehen – eingebunden in ein „Finale furioso“, das möglichst viele Werke und Beteiligte nach Heidenheim bringen soll. Obige Arbeit von Harald Kröner (eine Leuchtdiodeninstallation im „Ohr“) soll auf Dauer an seinem Platz bleiben können.

Es ist ein erkennbar hochemotionaler Moment für Gabriele Rogowski, ihre Augen werden feucht: Das Heidenheimer Bildhauer-Symposion, „quasi mein drittes Kind“, soll seine Existenz einstellen. „Sie können mir glauben, dass mir das nicht leicht gefallen ist – ganz und gar nicht“, meint Gabriele Rogowski, Vorsitzende des Vereins. „Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“. Über „Wochen und Monate“ habe sie mit sich gerungen, ob dieser Entschluss der richtige sei. Und sie hat, vor wenigen Tagen, den drei Gremien des Vereins vorgeschlagen, den Verein aufzulösen. Und „nach langer und sehr intensiver Diskussion“ habe sie die Mitglieder von Vorstand, künstlerischem Beirat und technischem Ausschuss davon überzeugen können, dass das in 15 Jahren Geleistete „nicht mehr überboten werden kann“.

1997 fand das erste Bildhauer-Symposion statt, das nicht nur Gabriele Rogowski „unvergesslich“ ist: Legendär der Abwurf von 53 000 papierenen T-Shirts aus einem Flugzeug über dem gesamten Stadtgebiet – Heidenheim wurde für einen eindrücklichen Moment zum dreidimensionalen Gesamtkunstwerk.

Jetzt geht es mit Elan an die Realisierung des sechsten Projekts, des „Werk 2013“, dessen Vernissage im Juli 2013 als „Finale furioso“ ein glanzvoller Abschluss werden soll. Geplant ist, unter anderem, sämtliche Beteiligte aus anderthalb Jahrzehnten nach Heidenheim einzuladen: „Das wird ein ganz großes Fest“.

Wichtig ist Gabriele Rogowski, das die Mitglieder der Gremien des Vereins schließlich „unisono“ ihren Entschluss mitgetragen hätten. Jetzt soll, als nächster formeller Schritt, die Mitgliederversammlung von November auf Sommer vorverlegt werden. „Mir ist absolut wichtig, dass alle das mittragen“, meint die Vorsitzende, ohne deren unermüdliches Engagement die anderthalb Jahrzehnte währende Kunstaktion gar nicht denkbar wäre. Und sie erhofft sich, dass die Mitgliedern ebenso einstimmig hinter ihr stehen.

Einen äußeren Grund für das Einstellen der Aktivitäten gebe es nicht, erklärte Rogowski, die auch das Alter nicht als Ursache akzeptiert: „Ich würde das auch mit 80 noch machen – wenn ich annehmen könnte, dass da eine Steigerung noch möglich wäre“. Man solle aber aufhören, „wenn es am schönsten ist“. Die bisherigen Symposien seien „so niveauvoll“ gewesen – „da ist eine weitere Steigerung eigentlich nicht mehr möglich“.

Mit voller Kraft wird nun Werk 2013 realisiert: Sechs Firmen konnten bewegt werden, sich als Partner von Künstlern einzubringen ins „Werk“: Das sind die Unternehmen „Richter Lighting“ (Heubach), Franz Rieger Metallveredelung (Steinheim) und Flaschnerei Robert Smejkal (Mergelstetten; letztgenannte beiden werden gemeinsam einen Künstler begleiten), dann die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft („da sind wir gespannt, ob da irgendeine Art mobile Kunst entsteht – oder etwas ganz Anderes“), das Landratsamt Heidenheim mit seinem Fachbereich „Holz“ und schließlich, „das ist fast ein Muss, die Firma war auch fast jedes Mal beteiligt“, die Voith GmbH – die, was das Material der Arbeit anbelangt, offen ist.

Bis Ende Mai machen die sechs Nominatoren (Künstler wie Kunsthistoriker) jeweils maximal fünf Vorschläge, über die die dreiköpfige „hochkarätige“ Jury am 1. Oktober befinden wird. Gabriele Rogowski ist stolz darauf, mit Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, den ehemaligen Direktor der Bremer Kunsthalle und „Kenner des Kunstbetriebs mit internationaler Reputation“, wieder gewonnen zu haben, er sitzt der Jury vor. Weitere Mitglieder sind Dr. Ulrike Groos, die neue Direktorin des Stuttgarter Kunstmuseums und, erstmals in der Jury, der Heidenheimer Kunstmuseumsleiter Dr. René Hirner.

Das Preisgeld wurde spürbar erhöht, von 7 500 auf 12 500 Euro; damit verbunden ist diesmal („wir hätten das immer schon machen sollen“) der Ankauf der Arbeit. Überhaupt konnten einige weitere Sponsoren gefunden werden, die für den Abschluss des Bildhauersymposions weitere Ankäufe früher realisierter Arbeiten ermöglichen sollen.

Die Vernissage von „Werk 13“ ist für den Juli 2013 geplant; die Modelle werden im Kunstmuseum ausgestellt, die Arbeiten sind bis dato im Stadtgebiet aufgestellt. Und eben sollen alle Beteiligten noch einmal zusammenkommen, am zu feiern, was in Heidenheim beispielhaft in 15 Jahren möglich war: „Da werden sicher noch einmal ein paar Tränlein fließen“. Dann bleibt „Werk 13“ drei Jahre lang aufgestellt; danach sollen die geplanten fünf Arbeiten, zusammen mit den „älteren“ Kunstwerken, in den Besitz der Stadt übergehen und von dieser dauerhaft betreut werden: „Wir wollen möglichst viele Arbeiten dauerhaft in Heidenheim präsent haben, quasi als einen roten Faden der Kunst“, meint die Vereinsvorsitzende, die in ihren vielen Gesprächen in den letzten Tagen „sehr viel Bedauern und sehr viel Verständnis“ für ihren Entschluss gefunden hat, das ihr ans Herzen gewachsene „Werk“ aufzugeben. „Ja, das hat schon Mut erfordert“, seufzt sie.

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Kommentare

16.12.2013 18:44 Uhr

Heidenheimer Bildhauersymposium

In der HZ sind am 29.Nov.13 ein Artikel:"Hauptstadt künstlerischer Interventionen" und ein Komentar: "Vorbildliche Initiative" erschienen. Mein Leserbrif dazu wurde nur zur "Hälfte" abgedruckt!
Deshalb hier der ganze Brief: Liest man die beiden "Lobeshymnen " in der HZ zum Heidenheimer Bildhauersymposium, kann ein Widerspruch nicht ausbleiben. Hat man schon die Umfrage in der HZ zur Wiksamkeit dieser "Kunst" vergessen? Zur Erinnerung:auf die Frage:schade, dass das Bildhauer-Symposium vorbei ist?, kamen nur 24,1% Ja Stimmen gegenüber 75,9% Nein Stimmen. Würde man die selbe Frage für die Opernfestspiele, die Meisterkonzerte oder gar den FCH stellen, könnte man die Nein
Stimmen sicher an einer Hand abzählen. Es soll nicht infrage gestellt werden, dass alle Initiativen mit gutem "Unterhaltungswert" erfreulich sind, auch sozial wirken durch die Zusammenarbeit des "Ideengebers" mit den Mitarbeitern des Unternehmens, das die Arbeiten ausführt, aber die Kunst hat
"Höhere Ansprüche" zu erfüllen.
Der Besuch eines Gottesdienstes gibt den Anwesenden "Geistige Substanz" für ihr Menschsein, ist also vergleichbar dem Auftrag der "Kunst", den sie ja auch in "Allen Zeiten"(außer Heute?) erfüllt hat.
Was geben uns diese unterhaltsamen,zuweilen lustigen oder provozierenden, ja manchmal beleidigenden "Gebilde" aus dem Bildhauersymposium?
Ganz sicher geben sie uns Gründe über die Aufgabe und den Sinn alles Künstlerischen nachzudenken. Gilt es "Höheres" sichtbar zu machen, oder den Materialismus als Zeiterscheinung weiter zu stärken durch den Verzicht auf die "Wandlung", die das Tiefste im Menschen zum Einsatz für das "Höchste" veranlasst?
Die heutigen "Künstler" sind geschützt durch durch die rechtlich garantierte "Künstlerische Freiheit" und nutzen das in gewaltigem Umfang, nicht ohne die Hilfe der oft selbsternannten "Kunstsachverständigen".
Sie sollten diese Freiheit aber auch als Aufforderung sehen, für die Zukunft "Heilendes" auf die Erde zu bringen, die darauf wartet. Günter Luft (Kunsterzieher)Heidenheim

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18.05.2012 19:43 Uhr

Antwort mit Qualität

Sie dürfen dreimal raten!

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16.05.2012 12:25 Uhr

Antwort mit Qualität

"Gott sei Dank" ist eine denkbar unqualifizierte Antwort auf diesen Artikel. Es wäre doch gerade interessant, wofür und weshalb Sie dankbar sind.

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15.05.2012 19:32 Uhr

Heidenheimer Bildhauersymposion

Gott sei Dank.

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