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Heidenheim wächst – aber die Grenzen sind noch nicht erreicht

Obwohl die Zahl der Heidenheimer kontinuierlich anwächst, sieht der Gemeinderat noch keinen akuten Handlungsbedarf.

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In der Oststadt beim Zinzendorf-Gemeindehaus sollen neue Kindergartenplätze entstehen. Auch so reagiert die Stadt auf die wachsende Einwohnerzahl. Mehr Handlungsbedarf oder neue Strategien sehen Uwe Wiedmann, Rudi Neidlein, Michael Sautter, Ulrich Grath, Norbert Fandrich und Reinhard Püschel derzeit jedoch noch nicht.  Foto: 

Nicht nur im Landkreis, sondern auch in der Stadt Heidenheim steigen die Einwohnerzahlen an. Und das, nachdem sie über viele Jahre hinweg kontinuierlich rückläufig waren. 2012 war ein Tiefpunkt erreicht, als die Zahl der Heidenheimer unter 46 000 gefallen war. Seit 2014 jedoch steigen die Zahlen weiter an, im letzten Quartal des Jahres 2015 vermeldete das Statistische Landesamt bereits wieder mehr als 48 000 Menschen, die in der Stadt leben. Zurückzuführen ist dieser Trend in erster Linie durch Zuzüge von Ausländern.

Auswirkungen auf die Politik

Der Trend nach oben hält nach wie vor an, zur Freude der Stadtverwaltung steigen die Zahlen weiter. Das hat allerdings auch Auswirkungen auf die lokale Politik, auf Wohnraumbedarf und Kindergartenplätze aber auch Arbeitsplätze. Muss die Stadt darauf reagieren und sich auf noch mehr Einwohner vorbereiten oder reicht die Infrastruktur aus?

Nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, Uwe Wiedmann, ist die Heidenheimer Infrastruktur auf bis zu 55 000 Einwohner ausgelegt. „Unser Ziel sollte es weiterhin sein, diesen Rahmen auszuschöpfen“, so Wiedmann. Dabei befinde man sich auf einem guten Weg. Dringenden Handlungsbedarf, die Strategien zu ändern, sieht der Fraktionschef nicht.

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat betrachtet die Frage von einer eigenen Seite: „Wenn die bisherigen Strategien der Stadtpolitik zu einem neuen Wachstum geführt haben, wäre eine Änderung nicht zwingend notwendig“, so Fraktionschef Rudi Neidlein. Umgekehrt sei es seit Jahren üblich, dass der Gemeinderat auf seiner jährlichen Klausur mit der Verwaltung die strategischen Ziele der Stadt berate, ergänze und modifiziere. Die Klausur 2016 habe so zum Beispiel zum städtebaulichen Leitbild 2024 geführt. „Diese Vorgehensweise war immer zielführend und es sollte weiter so verfahren werden“, so Neidlein.

Für die Grünen-Fraktion im Gemeinderat ist es erfreulich, dass die Einwohnerzahl seit Jahren ansteigt. „Aber das ist noch lange kein Grund, Strategien grundlegend zu ändern“, so deren Vorsitzender Michael Sautter. Schon jetzt werde permanent auf neue Entwicklungen reagiert, etwa durch die Schaffung von zusätzlichen Betreuungsplätzen für Kinder wenn das vonnöten ist. Aktuell sei die Einwohnerentwicklung „nicht so explosiv, dass die Stadt überrannt wird“, so Sautter.

Alles muss finanzierbar bleiben

Auch aus Sicht der Freien Wähler kann die Entwicklung der Einwohnerzahlen noch eine Weile so weitergehen. „Die Grenzen des Wachstums sind dann erreicht, wenn die Ausgaben für zusätzlich zu schaffende Infrastruktur nicht mehr tragbar sind“, so der Fraktionsvorsitzende Ulrich Grath. Doch sei das erst jenseits der 55 000 Einwohner zu erwarten, „und somit in weiter Ferne“. Die Stadt sollte insoweit an der strategischen Ausrichtung arbeiten, als dass die junge Generation mehr in den Fokus des Handelns gerückt werden sollte.

Der Einwohnerzuwachs hänge in erster Linie mit dem Zuzug von Ausländern zusammen, auch mit Menschen aus EU-Ländern, die hierher kämen um zu arbeiten, so der Linken-Stadtrat Norbert Fandrich. Grundsätzlich sei das Einwohnerwachstum positiv zu sehen. „Eine wünschenswerte strategische Änderung wäre, wenn die Stadt mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen würde, auch im sozialen Wohnungsbau“, so Norbert Fandrich.

Genau das bewegt auch DKP-Stadtrat Reinhard Püschel. Seiner Ansicht nach ist das Einwohnerwachstum sehr gut und wichtig für Heidenheim, da die Bürger die Stadt ausmachten. Ihnen müsse ein gutes Leben geboten werden, dazu gehörten bezahlbare Wohnungen, deshalb müsse der soziale Wohnungsbau wieder eingeführt werden. Zur Lebensqualität gehörten aber auch ein attraktiver ÖPNV, ausreichend Kindergartenplätze, eine gute ärztliche Versorgung und ausreichend Arbeitsplätze.

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