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Heidenheimer Bibliothek: Jetzt sind die Regale dran

Verlässlichkeit, wie sie im Buche steht: Der Zeitplan stimmt, und auch der Kostenrahmen passt. Jetzt sind die Regalbauer am Zug.

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Langsam fehlen nur noch die Bücher: In der Bibliothek wird an der Inneneinrichtung gefeilt. Mehr Fotos unter www.hz-online.de/bilder.

Die ersten Bücher liegen schon herum. Sie sind etwas schmalbrüstig, literarisch wenig anspruchsvoll, schon leicht zerfleddert – aber durchaus gewichtig, denn ohne Bauanleitungen stehen nicht nur Ikea-Kunden, sondern bisweilen auch professionelle Möbel-Monteure auf dem Schlauch. Zumal dann, wenn nicht nur ein Wohnzimmer, sondern eine komplette Bibliothek auszustatten ist.

110 Meter misst das mutmaßlich längste Bücherregal der Welt, das jetzt nach und nach installiert wird. Eine Menge Holz – und doch noch längst nicht alles, was in diesem monumentalen Neubau der Stadtbibliothek an Schränken, Regalsystemen und Bücherwänden verbaut wird.

Diese Arbeiten erledigen die Mitarbeiter einer ungarischen Firma, die im Rahmen der vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibung aller Gewerke den Zuschlag für die Lieferung aller Einbauregale bekommen hat.

Regalbauer aus Ungarn

Die zur Zeit das Innenleben des Rohbaus dominierenden Monteure sind nur ein kleiner Teil einer ganzen Heerschar von Bauleuten und Handwerkern, die größtenteils schon abgezogen sind oder noch anrücken werden, um dem seiner Vollendung näherrückenden Bauwerk den letzten Schliff zu geben. Die Ungarn bilden eher eine Ausnahme, denn der Großteil der von der Stadtverwaltung vergebenen Aufträge ist in Deutschland geblieben.

Viele Firmen kommen aus dem süddeutschen Raum, und nach rathäuslichen Angaben hat auch die heimische Wirtschaft von diesem Bauvorhaben profitiert, mit dem alles in allem 18,5 Millionen Euro in Bewegung gebracht worden sind.

Das Drehbuch für dieses nun in den Endspurt gehende Baustellen-Geschehen ist richtig dick und liegt seit 2014 mindestens gedanklich unterm Kopfkissen von Stefan Bubeck, der denn auch einräumt, dass ihn das Ganze bisweilen auch nachts zu beschäftigen weiß.

Der trotzdem stets ausgeschlafene Leiter des städtischen Geschäftsbereichs Hochbau ist der von Amts wegen bestellte Regisseur des sich auf einer Riesenbühne abspielenden Geschehens, das offenbar bestens aufeinander abgestimmt ist, denn das Ergebnis ist fast filmreif: Kosten- und Zeitplan sind auch nach fast drei Jahren im grünen Bereich, und dass die ein geplanten Zeitreserven jetzt aufgebraucht sind, spielt keine Rolle mehr, denn der Eröffnungstermin ist nur noch drei Monate entfernt.

Auf diesen Tag freut sich nicht zuletzt Oberbürgermeister Bernhard Ilg, dem die Ehre gebühren wird, mit diesem Medienzentrum ein ganz neues Kapitel in der lokalen Kulturgeschichte aufzuschlagen. Bei einer in dieser Woche vorgenommenen Begehung des jetzt in den Feinschliff gehenden Rohdiamanten zeigte er sich einmal mehr davon überzeugt, dass diese städtische Einrichtung zu einem Ort der Kommunikation und Inspiration und auch zu einer funktionierenden Schnittstelle zwischen der analogen und der digitalen Welt wird.

Eine architektonische Besonderheit ist das Haus schon heute, auch was das Innenleben anbelangt, das von einem Wechselspiel von hohen und niedrigen Räumen gekennzeichnet ist. Ilg schätzt allein schon die großzügigen Treppenhäuser, die gleichzeitig Arbeitsebenen sind und dem Haus mit die charakteristische Weite geben.

Insgesamt werden fünf Lesesäle mit unterschiedlichen Funktionen zur Verfügung stehen, dazu zwei Leseterrassen, die noch mit Alu-Möbeln ausgestattet werden und neben frischer Luft bislang ungewöhnliche Blickbezüge in die gewohnte Nachbarschaft versprechen.

Eigenes Beleuchtungskonzept

„Wir bauen von oben nach unten fertig,“ erklärt Stefan Bubeck bei dem Rundgang, bei dem on Top denn auch schon des Beleuchtungskonzept erkennbar wird. Mit als erstes wird die in der Beletage entstehende Kinderbibliothek fertiggestellt sein, die – für ganz Kleine und für Sechs- bis Zehnjährige – in zwei Teile gegliedert ist und Platz für bislang nicht zu realisierende kreative Angebots- und Vermittlungskonzepte schafft.

Als vermutlich letzter Akt wird der auf der Eingangsebene gelegene, nach der Schriftstellerin Margarete Hannsmann benannte Veranstaltungsraum mit seinem ansteigenden Gestühl vollendet, der als Black Box, also als Raum ohne Außenlicht, konzipiert ist: mit ein Glanzpunkt des aus so vielen Bausteinen bestehenden Gesamtkunstwerks.

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