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AOK zu Hausärzte-Mangel: Das Megathema, das alle betrifft

AOK-Vorstandsvorsitzender Christopher Hermann äußerte sich zur Ärzteversorgung und der Pflegereform. Besonders besorgniserregend: der Mangel an Hausärzten.

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Hausärzte, Kliniken und die Pflegeversicherung waren die großen Themen für Dr. Christopher Hermann (li.) und Josef Bühler.  Foto: 

Einmal jährlich kommt der Vorstandsvorsitzende Dr. Christopher Hermann zu Besuch in jede Bezirksdirektion der AOK in Baden-Württemberg. Gestern war Ostwürttemberg dran und Hermann war zu Gast in Heidenheim. Nach internen Gesprächen mit Führung und Mitarbeitern sprach er mit der Presse – über Themen, die für die Region von großer Bedeutung sind wie die Kliniken oder den zunehmenden Hausärzte-Mangel.

Alle müssen sich anstrengen

Letzteren bezeichnete er als „Megathema für uns alle.“ Auf diesem Gebiet müssten sich alle, die damit zu tun haben, gemeinsam anstrengen. Immerhin gehe ein Drittel der Hausärzte in Baden-Württemberg in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand. Junge Ärzte, die zunehmend weiblich sind, hätten andere Lebensentwürfe als die des klassischen Landarztes, der rund um die Uhr für seine Patienten da sei, bemerkte Hermann. „Deshalb brauchen wir andere Strukturen“, erläuterte der AOK-Chef. Als Beispiele nannte er Gemeinschaftspraxen, keine große Verschuldung beim Kauf von Praxen oder die Übernahme des Praxismanagements durch andere Kräfte.

Verahs entlasten Hausärzte

Die AOK engagiere sich auf diesem Gebiet beispielsweise durch die Hausarztverträge, die den Ärzten eine bessere Vergütungsstruktur biete. Die AOK organisiere Fortbildungen für niedergelassene Ärzte und sei sehr daran interessiert, dass Ärzte ihre Fachangestellten zu Versorgungsassistentinnen, kurz Verahs, weiterbilden. Mit den Versorgungsassistentinnen, so AOK-Geschäftsführer Josef Bühler, ließen sich Ressourcen für Ärzte gewinnen. 42 solcher Verahs seien im Landkreis Heidenheim schon tätig. Die AOK unterstützt die Ärzte bei den Ausbildungskosten und der Anschaffung von Autos für die Versorgungsassistentinnen, die dann vor allem chronisch kranke Patienten auch zu Hause besuchen können.

Das neue Pflegestärkungsgesetz war schon 2016 eines der wichtigsten Themen für die AOK. 8000 Empfänger von Pflegeleistungen wurden in Ostwürttemberg angeschrieben, sie alle bekamen neue Bescheide über ihr Pflegegeld. Dies zog erwartungsgemäß sehr viele Beratungsgespräche nach sich, worauf die Kasse aber gut vorbereitet gewesen sei, so Hermann. „Die größte Umwälzung in einem Sozialversicherungsbereich seit Jahren“ habe alles vom Kopf auf die Füße gestellt, so der AOK-Vorstandsvorsitzende. Nun würden aber körperliche wie geistige Probleme der Pflegebedürftigen erfasst, was lange überfällig gewesen sei. Bühler spricht von einem anhaltend hohen Beratungsaufkommen, das noch bis Mitte des Jahres anhalten werde.

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