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FDP: Annika Bass ist die jüngste Kandidatin für die Landtagswahl

Sie ist die jüngste Kandidatin für die Landtagswahl und wäre auch die jüngste Abgeordnete im Parlament, sollte sie denn gewählt werden: Annika Bass vertritt – wie auch ihre ganze Familie – die liberale Politik der FDP und steht für weniger, aber sinnvolle Regelungen.

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Annika Bass tritt für die FDP bei der Landtagswahl im Wahlkreis an.  Foto: 

Wofür steht für eine 22-jährige junge Frau die liberale Politik? „Jeder Mensch sollte so viel wie möglich selbst entscheiden und bestimmen können, der Staat sollte so wenig wie nötig gesetzlich vorgeben“, sagt Annika Bass. Diese Einstellung zieht sich auch durch die Themen, die der FDP-Kandidatin im Wahlkreis ein Anliegen sind, allen voran das Bildungswesen. „Ich bin der Ansicht, dass eine Schule für alle der falsche Weg ist, vielmehr sollte es für jeden die richtige Schule geben.“ Eine Absage an die Gemeinschaftsschule also, die von der grün-roten Landesregierung eingeführt wurde? „Nein, die macht schon Sinn, vor allen Dingen in den kleineren Gemeinden.“ Aber grundsätzlich, so Bass, sollten eben alle Schulen gleich gefördert und keine Schulart bevorzugt werden.

Derzeit arbeitet sie als Servicekraft

Annika Bass ist aus persönlichem Erleben sicherlich näher am Thema als viele andere, ältere, Kandidaten und Politiker. Nach ihrer Schulzeit an der Friedrich-Voith-Schule machte sie die Fachhochschulreife und versuchte sich auch mit einem Studium. „Aber das war nichts für mich.“ Nach jeweils zwei Semestern Internationle BWL und Wirtschaftsrecht hängte sie das Studieren an den Nagel und arbeitet derzeit als Servicekraft. Auf dem Wahlzettel wird Bass als Arbeiterin geführt.

Die Durchgängigkeit des Schulsystems funktioniere gut, und das sei auch besonders wichtig. „Wir brauchen die hohe Qualität an den Schulen, das Niveau darf nicht gesenkt werden.“ Zwar ist sie dafür, dass die Bürger mehr selbst entscheiden sollten, in Sachen Bildung jedoch kritisiert sie den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung, ohne sie wieder einführen zu wollen. „Wichtig ist, dass die Lehrer Gespräche mit den Eltern führen.“

Mehr Eigenverantwortung fordert Bass in anderen Bereichen, etwa bei der Landesbauordnung: „Vorgeschriebene Begrünungsräume und überdachte Fahrradständer gehen zu weit, das sollte dem Einzelnen überlassen bleiben“, sagt Annika Bass. Derartige Vorschriften erschwerten und verteuerten das Bauen, pflichtet ihr Vater bei, der ihr beim Gespräch inhaltlich den Rücken stärkt.

Energiewende driftet in die falsche Richtung

Überzeugt ist die junge Frau von der Notwendigkeit der Energiewende, jedoch sieht sie die Entwicklung in eine falsche Richtung driften. „Der Ausbau der Windkraft mit Subventionen sollte zumindest in unserer windarmen Region eingestellt werden“, sagt Bass. Staatlich deutlich mehr gefördert werden solle hingegen die Forschung in Sachen Energie-Speichermedien. Und auch bei der Ausbau der Internet-Infrastruktur im ländlichen Raum fordert die FDP-Kandidatin mehr staatliche Steuerung und Förderung. „Man hat gesehen, dass das der Markt nicht selbst regelt, also ist der Staat gefragt.“

Bei allem Wunsch nach möglichst viel individueller Freiheit stehe ihre Partei auch für die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit. Das betreffe auch die Asylpolitik, zu der Bass eine klare Meinung hat. Über Obergrenzen zu diskutieren „geht gar nicht“, aber Bürgerkriegsflüchtlinge sollten nur bis zum Ende der Krise in ihrem Herkunftsland in Deutschland geduldet werden. Danach gelte es, die Menschen zu bewegen, heimzukehren. Außer Frage steht für Bass, dass politisch Verfolgte und Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen werden müssen.

Und wie sieht sie ihre Chancen, ins Landesparlament einzuziehen? „Wir gehen davon aus, dass die FDP wieder zulegt“, sagt Klaus Bass. „Wir werden auf jeden Fall in den Landtag einziehen, ob das Ergebnis zweistellig wird, ist offen“, prognostiziert seine Tochter Annika.

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