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Essen von der Tafel macht immer mehr Menschen satt

Mehr als 2500 Personen im Landkreis essen Lebensmittel aus dem Heidenheimer Tafelladen – darunter hunderte Familien mit Kindern.

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Personen, die weniger als 1000 Euro pro Monat für Miete, Gesundheit und Lebenshaltungskosten zu Verfügung haben, gelten als armutsgefährdet. Im Heidenheimer Tafelladen hat man über 900 dieser Kunden. Und weil hinter einem Berechtigungsschein meist ein Haushalt mit mehreren Personen steht, wohl 2500 Menschen versorgt. Binnen zwei Jahren wuchs die Kundschaft um fast 30 Prozent.

Den größten Teil der Kunden machen unverändert Familien mit Kindern aus. Oft mehrmals pro Woche kaufen sie Obst, Milchprodukte, Brot oder Gemüse ein. Im Laden an der Wilhelmstraße kosten diese Lebensmittel gerade einmal 20 Prozent von dem, was sie im regulären Handel kosten. Gespendet werden die Waren von Supermärkten und Bäckereien aus dem ganzen Kreis, aber auch Privatpersonen bringen Spenden – und beides funktioniert aus Sicht von Tafelleiterin Karin Grüner „mit immer mehr Supermärkten und mit wachsender Unterstützung vieler Bürger.“

Mehr arme Rentner als anderswo

Unter den bedürftigen Eltern sind übrigens nicht nur solche, die von Hartz IV leben. Etwa ein Drittel dieser Gruppe an Einkaufsberechtigten hat einen Job. „Nur verdienen sie nicht genug, dass es reicht“, erklärt Grüner. Sorgen machen ihr neben den Geringverdienern und Aufstockern auch die Rentner. Die machen sie in Heidenheim fast 20 Prozent der Kundschaft aus, doppelt so viel wie im deutschen Durchschnitt. Vor allem alleinstehende Senioren haben zu kämpfen, weiß Grüner. „Und dazu kommt dann noch die Einsamkeit“.

Zu den Aufgaben des Personals gehört daher nicht nur das Verkaufen. „Wir suchen auch den Kontakt und sprechen mit den Menschen über ihre Sorgen.“ Künftig soll dieses Angebot noch ausgeweitet werden. Die Tafel soll nicht mehr nur Nahrung für den Leib bieten, sondern auch für die Seele.

40 Prozent Flüchtlinge

Wie wichtig das miteinander Sprechen ist, wurde 2015 deutlich: Flüchtlinge und Asylbewerber machen inzwischen rund 40 Prozent der Klienten aus. Dass das Team diesen raschen Zuwachs an Kunden binnen weniger Monate überhaupt stemmen konnte, lag auch an einer glücklichen Fügung. „In diese Zeit fiel die Eröffnung zweier neuer großer Supermärkte, die uns unterstützen,“ sagt Grüner. „Und wir bekommen seither noch mehr Lebensmittelspenden von privat.“

Gleichzeitig müssen die Mitarbeiter sich besser auskennen, was die Inhaltsstoffe vieler Lebensmittel angeht. „Inzwischen weiß ich, wo überall Gelatine oder Schweinefleisch drin ist,“ sagt Grüner. Anfangs sei auch die Verständigung schwierig gewesen. Inzwischen aber sprechen viele syrische Flüchtlinge ausreichend Deutsch – einige helfen sogar im Laden mit.

Insgesamt werden jeden Tag ein gutes Dutzend Helfer gebraucht: 120 Kilometer lang ist die Sammel-Tour, dazu müssen rund eine Tonne Waren eingeräumt werden. Es braucht Ladenpersonal und Putzkräfte. Und im Gegensatz zur Kundenzahl sei die Helferzahl von insgesamt 30 Personen nicht mitgewachsen, resümiert Grüner. „Wir können jede Hand brauchen.“

Spenden bei „Unsere Hilfe zählt: So einfach geht's

Das Tafel-Team bittet um Spenden für einen neuen Kühlwagen. Der bisherige hat einen Motorschaden, die Reparatur lohnt nicht mehr. Ein neues Auto ist bestellt. Derzeit muss sich das Team mit einem Mietfahrzeug behelfen. Das Auto ist das Kernstück der Tafel, Ohne einen Transporter können keine Lebensmittel beschafft werden.

Spenden kann man auf der Seite www.unsere-hilfe-zaehlt.de oder per Überweisung:

„Unsere Hilfe zählt“, Kreissparkasse Heidenheim, IBAN: DE62 6325 0030 0000 8428 42

Verwendungszweck: 50368

Wer im Verwendungszweck ein „X“ sowie Namen und Adresse einträgt, erhält Anfang 2017 eine Spendenbescheinigung per Post. Bei Spenden direkt auf unsere-hilfe-zaehlt.de wird diese per Mail verschickt. Jede Spende kommt zu 100 Prozent an, denn die Kreissparkasse Heidenheim übernimmt die Transaktionskosten.

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