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Einzelhandel: Was fehlt in Heidenheim und wo hapert es insgesamt?

Aufwendige Untersuchungen sollen zeigen, was Käufer wollen und was die Stadt tun kann. Doch mit dem Grundsatzwerk hakt es gehörig.

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Wie verhalten sich die Kunden, wo kaufen sie was gerne ein und wie reagiert der Handel? Antworten darauf soll die Einzelhandelskonzeption geben, die die Stadt in Auftrag gegeben hat.  Foto: 

Zwanzig Jahre ist jung, wenn man ein Mensch ist. Wenn es um Einkaufen in Heidenheim geht, sind 20 Jahre eine Ewigkeit. Vor 20 Jahren gab es noch keinen Internethandel, keine Schloss-Arkaden . . .

Heidenheims Einzelhandelskonzept, das mehr als 20 Jahre alt ist, muss also dringend den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Und so wurde im Juli 2016 eine Agentur damit beauftragt, zu untersuchen, wie das Kaufverhalten der Heidenheimer ist, wie sich der Handel positioniert, welche Angebote ausreichend vorhanden und welche lückenhaft sind.

Diese Daten sollten als Grundlage für ein Einzelhandelskonzept gelten, die Vorarbeit war von Mitarbeitern der Stadtverwaltung geleistet worden indem der aktuelle Zustand mit den Zielen des alten Einzelhandelskonzepts abgeglichen wurden.

Wenig neue Erkenntnisse

Bei der Studie des beauftragten Unternehmens „Standort und Kommune“ wurde nicht nur die Situation im Einzelhandel untersucht, sondern auch eine Kundenbefragung initiiert, bei der 300 Menschen in der Fußgängerzone interviewt wurden. Außerdem kamen nach einer Haushaltsbefragung 375 Fragebögen vollständig und 130 unvollständig zurück und flossen in die Untersuchung ein.

Das im Februar dieses Jahres präsentierte Ergebnis zeigte, dass die Heidenheimer mit den Einkaufsmöglichkeiten nicht unzufrieden sind – aber es dennoch Lücken gibt. Viele der Erkenntnisse jedoch sind keinesfalls neu, etwa die, dass nicht nur Heidenheimer in der Stadt einkaufen, oder dass es jede Menge Bekleidungsgeschäfte gibt und dass die „Magnete“ des Einzelhandels in der nördlichen Innenstadt liegen.

Was wurde aus der Untersuchung?

Doch was wurde aus den Daten, die die Untersuchung hervorgebracht hat? Können sie als Grundlage für eine neuen Innenstadtkonzeption dienen oder schlummern sie seither in der Schublade? Oberbürgermeister Bernhard Ilg hatte in seiner Rede zum Haushalt Kritik geübt: „Die Erstellung des neuen Einzelhandelskonzepts verlief sperrig. Zu viel Zeit für eine formale Grundlage, wenn in Echtzeit Handel und Stadt hier und in der gesamten Republik um Lösungen für lebenswerte Innenstädte und attraktiveren Handel ringen.“

Dass Ilg über die Herangehensweise nicht glücklich ist, daraus macht er kein Hehl. Seiner Ansicht nach hat bisher alles zu lange gedauert, zudem sind einige Aspekte, die im Zeitalter des Online-Shopping eine deutlich bedeutendere Rolle spielen sollten, nicht ausreichend betrachtet.

„Wir brauchen die Einzelhandelskonzeption als rechtliche Grundlage für künftige Bebauungspläne“ sagt der Oberbürgermeister. In diesen Plänen ist unter anderem geregelt, welche Gewerbe und welcher Handel in welchen Bereichen der Stadt angesiedelt werden darf. Insofern sind sie ein wichtiges Regulierungs-Instrument für die Verwaltung, die auf diese Weise gestalterisch in die Entwicklung des Einzelhandels eingreifen kann.

Ein anderer Teil der Konzeption hingegen sind Empfehlungen, die das mit der Studie beauftragte Unternehmen gibt. Diese sind nicht verbindlich und von daher teils sehr schwammig und oberflächlich.

Mehr Gespräche mit dem Handel

Dem OB zufolge werden darin auch Themen wie ein einheitlicheres Erscheinungsbild der Fußgängerzone, Beleuchtungskonzepte, Bestuhlung für Außenbewirtschaftung und dergleichen angesprochen. Alles Themen also, die im Gemeinderat schon seit Jahren immer wieder besprochen werden – ohne dass irgend etwas konkretes beschlossen wurde.

„Das Positive an dem gesamten Prozess ist, dass die Verwaltung wieder enger in Gesprächen mit dem Handel ist“, sagt Ilg. Diesen Impuls wolle man nutzen. Noch ist das Ergebnis der Einzelhandelskonzeption, deren Erstellung die Stadt immerhin 60 000 Euro kostet, nicht öffentlich vorgestellt worden. Das soll spätestens im Februar im Gemeinderat geschehen. Wird sie verabschiedet, hätte die Stadt wenigstens wieder eine aktuelle rechtliche Grundlage.

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