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Heidenheimer Filmproduzent Christian Füllmich zeigt „Einmal bitte alles“

Christian Füllmich ist in Heidenheim aufgewachsen und nun Produzent in München. Ab Donnerstag läuft seine Komödie „Einmal bitte alles“ auch hier.

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Münchener Filmproduzent aus Heidenheim: Christian Füllmich (rechts) mit Regisseurin Helena Hufnagel und seinem Geschäftspartner Torben Maas bei der Premiere von „Einmal bitte alles“.  Foto: 

Heidenheimer im Filmgeschäft? Diese Erzählung hat schon ein paar Kapitel. Und irgendwie kommt es einem so vor, als ob der Stoff für noch mehr Erfolgsgeschichten taugt. Als nächster im Klub käme zum Beispiel Christian Füllmich in Frage. Der hat 2004 sein Abitur am Werkgymnasium gemacht und ist inzwischen 33 und Filmproduzent in München.

Hier geht es zum Filmtrailer auf Youtube:

Ein erfolgreicher dazu. Denn der von seiner Firma produzierte Film „Einmal bitte alles“ läuft recht erfolgreich im Kino. Demnächst übrigens auch in Heidenheim, wo er ab dem 21. September auf dem Spielplan steht.

Hier geht es zum Facebook-Auftritt von Christian Füllmich:

Von so etwas träumt man. Und sicherlich tat das Christian Füllmich auch, als er in Schülertagen zusammen mit seinem Klassenkameraden Enno Endlicher erste kleine Filme drehte. „Wir beide wollten schon damals später etwas mit Film machen“, sagt Füllmich. Und bei beiden hat's geklappt. Für Endlicher als Kameramann, für Füllmich als Produzent. Und für beide nun auch im Kino. Enno Endlichers Debüt in diesem Genre war vor ein paar Monaten auch in Heidenheim zu erleben gewesen. Christian Füllmich folgt ihm in der alten Heimat nun mit nur wenig Abstand nach.

Gleich ein Preis

Dabei ist er nun auch schon einige Jahr weg von hier. Denn gleich nachdem Christian Füllmich in Herbrechtingen im Karl-Kaipf-Heim seinen Zivildienst absolviert hatte, zog es ihn nach München. Dort verbrachte er ein Jahr damit, sich in allen möglichen Bereichen der Filmherstellung umzutun. „Um einen Gesamtüberblick zu erhalten.“ Von 2006 bis 2009 folgte dann ein Studium des Medienmanagements für Film- und Fernsehproduktionen an der Macromedia-Hochschule für Medien und Kommunikation in München. Danach ging's ein Jahr nach Australien und in die dortige Film- und Fernsehlandschaft, ehe Füllmich, zurück in München, als freiberuflicher Produzent für unterschiedliche TV-, Spiel- und Werbefilmproduktionen arbeitete.

Kalkulation und Finanzierung

Und dann wurde es ernst. Zusammen mit seinem früheren Kommilitonen Torben Maas gründete Christian Füllmich im Jahr 2011 eine Filmproduktionsfirma. Ein großer Schritt. Aber auch der richtige Zeitpunkt. „Wir hatten beide noch keine Verantwortung für andere, nur für uns. Also haben wir es gewagt.“ Und das Wagnis sollte schon bald belohnt werden. 2013 wurde die „Filmschaft Maas & Füllmich“, so der Firmenname, für den Film „Nemez“ mit dem Bayerischen Nachwuchsproduzentenpreis ausgezeichnet. „Das hat uns dann einige Türen geöffnet.“

Während der Regisseur eines Films für dessen künstlerischen Erfolg die Verantwortung trägt, ist der Produzent gewissermaßen für den ganzen großen Rest verantwortliche. Er verwaltet und steuert den Herstellungsprozess eines Films und ist für den technischen und den wirtschaftlichen Erfolg einer Produktion in all ihren Phasen verantwortlich und hat zudem inhaltlichen Einfluss. „Wir sind beim Casting der Schauspieler und, wenn's geht, bei allen Dreharbeiten, zumindest sichten wir täglich das dort entstandene Material. Wir stellen das Kreativ-Team zusammen, wir nehmen an den Schnittsitzungen teil, sind bei der Musikauswahl im Tonstudio dabei, also quasi überall“, sagt Christian Füllmich. Selbstverständlich gehören zu den Aufgaben eines Produzenten auch die Filmkalkulation und Filmfinanzierung. „Und da muss man viele Partner überzeugen.“

Für „Einmal bitte alles“ konnten Christian Füllmich und Torben Maas unter anderem den Bayerischen Rundfunk und die Film- und Fernsehförderung des Freistaats überzeugen, Teile der Finanzierung zu übernehmen. Eingestiegen in die Produktion waren die Produzenten, nachdem ihnen 2014 die Regisseurin Helena Hufnagel einen ersten Drehbuchentwurf vorgelegt hatte. „Und den fanden wir spannend und zeitgemäß“, sagt Christian Füllmich. „Darüber hinaus passte die Idee zu uns, denn wir wollen keine Arthaus-Filme produzieren, sondern im besten Sinne unterhaltende Filme.“ Im Falle von ,Einmal bitte alles‘ eine Komödie mit Tiefgang.

Spezialität Debüt-Film

Und das gesamte Projekt deckt sich auch mit der Philosophie der Produktionsfirma. Füllmich: „Wir sehen uns da besonders im Debütfilm-Bereich, also dort, wo Talente entdeckt werden, Regisseure, Autoren, Schauspieler, aber auch Kreative aus anderen Film-Gewerken wie Kamera, Maske und so weiter, die ihren Weg machen und dann womöglich zu den großen Firmen gehen oder aber mit uns eine zweite, dritte Produktion machen, sodass wir gemeinsam wachsen können.“

In „Einmal bitte alles“ geht's vor allem um Isi – 27 Jahre jung oder alt, wie man's nimmt –, die das Grafikstudium in der Tasche und jede Menge Ideen im Kopf hat. Sie will Illustratorin werden und damit ihren Traum von einer erfolgreichen Karriere verwirklichen. Sie zeichnet eine Graphic Novel zu F. Scott Fitzgeralds „Die Schönen und Verdammten“ und fühlt sich irgendwann selber ganz schön verdammt: Seit fünf Monaten schenkt Isi als Verlagspraktikantin Kaffee aus, ihre Eltern meckern an ihrem Lebensentwurf herum, alle Männer zwischen 20 und 30 sind auch nicht die richtigen – und obendrein hat jetzt die beste Freundin auch noch einen Freund . . .

Schon 13.500 Besucher

Der Film kam am 20. Juli in die Kinos und wurde inzwischen von 13.500 Besuchern gesehen. Das ist für einen Debüt-Film eine ganze Menge. „Die meisten bleiben unter 5000 Besuchern und sind nach zwei Wochen wieder weg“, weiß Christian Füllmich. „Ein kleiner Film hat wenig Budget fürs Marketing und ist deshalb sehr auf Mundpropaganda angewiesen. Bei uns hat das geklappt, der Film hatte in den ersten beiden Wochen eher weniger Zuschauer, aber dann gingen die Zahlen zum Beispiel in Städten wie Freiburg oder München plötzlich in die Höhe.“ Inzwischen häufen sich auch die guten Kritiken, sogar im Groß-Feuilleton.

Trotzdem kann ein Debüt-Film kaum ein Selbstläufer sein. „Man muss da zusammen mit dem Verleih viel Überzeugungsarbeit leisten bei den Kinobetreibern, um eine Chance zu bekommen, die für uns in diesem Fall vor allem in Programm- oder Arthaus-Kinos gegeben ist.“

Insgesamt zehn Mal ist der Film im Kino ab dem kommenden Donnerstag, 21. September, zu sehen. Auf dem Programm steht der 90minütige Film am Donnerstag, 21., am Sonntag, 24. und am Mittwoch, 27. September, jeweils ab 17.30 und ab 20 Uhr. Am Freitag, 22., am Samstag, 23., am Montag, 25. und am Dienstag, 27. September, läuft „Einmal bitte alles“ ausschließlich ab 17.30 Uhr.

Produzent Christian Füllmich wird bei den ersten beiden Vorstellungen am Donnerstag, 21. September, ab 17.30 und ab 20 Uhr anwesend sein und im Anschluss an den Film Fragen der Besucher beantworten.

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