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Edelmann: Feuerwehr kämpft gegen Inferno aus Hitze und Qualm

Bis zu 200 Einsatzkräfte bekämpfen seit Mitwochnachmittag ein Feuer in einem Lagergebäude der Firma Edelmann. Der Rauch legte sich über die ganze Stadt. Die Produktion bei Edelmann steht heute still. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

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Noch immer brennt es in einer Lagerhalle der Firma Edelmann in Heidenheim. Rund 50 Einsatzkräfte sind in der Steinheimer Straße in Heidenheim immer noch im Einsatz. Der Zugang zum Brandherd war sehr schwierig. Am Donnerstagnachmittag gelang es den Einsatzkräften einen Zugang zu schaffen. Ein Abrissunternehmen vor Ort, um der Feuerwehr den Zugang zum Brand zu erleichtern. „Endlich geht das Feuer spürbar zurück, die gespeicherte Hitze ist aber enorm“, so die Einsatzkräfte vor Ort. Der Einsatz werde aber dennoch noch mehrere Stunden andauern.

Am Mittwochabend war über der Stadt eine Rauchsäule zu sehen gewesen, die mehr als 100 Meter hoch war und das Inferno in der Weststadt ankündigte. Dort kämpft seit Mittwochnachmittag ein Großaufgebot von Feuerwehren gegen einen Brand, der im Keller eines Lagergebäudes des Verpackungsmittelherstellers ausgebrochen war. Insgesamt rund 200 Feuerwehrleute und 60 Fahrzeuge waren vor Ort. Verstärkung kam im Laufe der Nacht sogar aus Ulm und Aalen.

Produktion bei Edelmann steht still

Nach Angaben der Polizei bestand keine Gefahr für die Bevölkerung, auch wenn die Bewohner in unmittelbarer Nähe der Brandstelle gebeten wurden, Fenster und Türen wegen der starken Rauchentwicklung geschlossen zu halten. Dennoch wurden in der Nacht und am Donnerstagvormittag vorsorglich Wohnhäuser evakuiert.

Die Produktion der Firma Edelmann wird heute stillstehen. Man wolle es denn Mitarbeitern nicht zumuten, heißt es von der Geschäftsführung. Außerdem sei noch unklar, ob die Lieferkette unterbrochen sei oder nicht. Momentan prüft Edelmann, welche Produkte durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden. Betroffen sind womöglich auch einige bereits zur Auslieferung fertiggestellte Verpackungen.

Es dauerte am Mittwoch Stunden, bis überhaupt der Brandherd erstmals erreicht wurde. Personen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt, und auch eine Gefährdung der weiter entfernten Firmengebäude sowie der angrenzenden Wohnbebauung war nicht gegeben. Ein Feuerwehr mann erlitt allerdings einen Erschöpfungszustand und musste vom DRK behandelt werden.

Kartonagen und Paletten

In dem von den Flammen heimgesuchten Gebäude lagerten Kartonagen und Paletten, aber keine Maschinenteile oder gefährliche chemische Stoffe, wie anfangs befürchtet worden war.

Ungeachtet dessen erging angesichts der enormen Rauchentwicklung gleich zu Beginn der Löscharbeiten auch über soziale Medien eine an die Anwohner gerichtete Warnmeldung, vorsichtshalber Fenster und Türen geschlossen zu halten. Den Brandgeruch roch man am Nachmittag und bis in die späten Abendstunden teils in der gesamten Stadt.

Das Problem bei den Löscharbeiten liegt im Brandort selbst. Der weiträumige Keller des langgestreckten Gebäudes ist nur über zwei Zugänge zu erreichen, aus denen dichter Qualm drang. Im Innern herrschte eine enorme Hitze – und in dieser Umgebung bewegten sich Stoßtrupps der Feuerwehr, die große Mühe hatten, sich überhaupt zu orientieren.

„Sicht bei Null, es ist wie mit verbundenen Augen,“ berichtete einer der mit schwerem Atemschutz ausgerüsteten Feuerwehrmänner, die nur Stück für Stück vordringen konnten und in kurzen Abständen abgelöst werden mussten.

Parallel dazu wurde versucht, den Rauch mit einem Großlüfter aus dem mit Brandschotts versehenen Gebäude zu drücken. Der Keller selbst wird massiv mit Löschschaum geflutet, der wiederum seit gestern von Feuerwehren aus allen Ecken und Enden des Landkreis angefahren werden musste. Am frühen Morgen wurde Schaum selbst aus Biberach und Göppingen angeliefert, nachdem in der Nacht schon die Ulmer und Aalener Feuerwehren Nachschub brachten.

Auch bei der Wasserversorgung kam es zu Engpässen. In der Nacht wurde mit Hilfe der Herbrechtinger Feuerwehr eine Leitung zum nahegelegenen Waldbad gelegt und das dortige Wasser abgepumpt.

Für kurze Aufregung sorgte am Mittwochnachmittag ein von einem Löschtrupp abgesetzter Notruf. Die sich durchs Gebäude kämpfenden Männer kamen plötzlich nicht mehr voran, holten sich mit ihrem Funkspruch Hilfe von einem weiteren, in der Nähe operierenden Team und kamen unversehrt ins Freie. „Nichts passiert, alles richtig gemacht,“ kommentierte Feuerwehr-Pressesprecher Dennis Straub.

Über 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Der von der Werksleitung mit wichtigen Informationen versorgte Einsatzleiter hatte ein beachtliches Aufgebot an Hilfskräften in Marsch gesetzt und im Laufe des Abends immer wieder Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis nachalarmiert. Insgesamt waren in der Nacht um rund 200 Feuerwehrleute vor Ort, die auch von Werksfeuerwehren unterstützt wurden.

Technisches Hilfswerk baut Feldküche auf

Neben den DRK, das ebenfalls mit einer größeren Zahl Einsatzkräfte vor Ort war, kümmerte sich das Technische Hilfswerk Heidenheim mit einer Feldküche um die Verpflegung der Einsatzkräfte, die größtenteils direkt vom Arbeitsplatz wegalarmiert worden waren.

Über das schnelle Eintreffen und die logistische Leistung, das ganze Potenzial von Mensch und Maschine sinnvoll zu bündeln, zeigte sich nicht zuletzt Oberbürgermeister Bernhard Ilg beeindruckt, der mit an die Einsatzstelle geeilt war: „Dem gebührt hoher Respekt.“

Die Brandursache ist bislang ungeklärt. Während alles, was löschen und retten kann, auf dem Edelmann-Firmengelände versammelt und dort gebunden war, garantierten die Feuerwehr-Abteilungen des Landkreises die Brandsicherung für mögliche Folgeeinsätze.

Eine für diesen Abend geplante Versammlung der Heidenheimer Feuerwehr-Abteilung fiel aus.

Schaden in Millionenhöhe

Nach Angaben der Polizei ist der entstandene Sachschaden noch nicht bekannt, er dürfte sich jedoch im siebenstelligen Bereich bewegen. Die Ermittlungen können erst nach Löschen des Brandes und Sichern des Gebäudes aufgenommen werden.

Die B466 zwischen Heidenheim und Steinheim musste ab 20 Uhr voll gesperrt werden. Ab 22 Uhr wurde die Sperrung teilweise wieder aufgehoben, der Verkehr wurde danach mit Ampelsteuerung einspurig an der Brandstelle vorbeigeführt.

Die Nacht im Video:

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