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Die größte Glocke im Kreis Heidenheim wiegt über 3 Tonnen

Die schwerste Kirchenglocke des Landkreises wiegt 3355 Kilogramm und hängt seit Dezember 1949 im Turm der Heidenheimer Pauluskirche.

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Die Größte und Schwerste Glocke im Kreis Heidenheim. Allein der Klöppel wiegt 150 Kilo.  Foto: 

An Glocken hat es ja in diesem Jahr bislang nicht gemangelt im Kulturteil dieser Zeitung. Aus unseren Betrachtungen der ältesten historischen Exemplare im Landkreis war immerhin eine Serie in sechzehn Teilen erwachsen, die sich, vielbeachtet, acht Wochen im Blatt bemerkbar machte. Aber auch wenn dabei noch so viele Fragen gestellt und beantwortet worden waren. Nie geklärt wurde der Umstand, welche Glock denn wohl die größte und schwerste im Kreis ist.

Denn das wiederum ist ein Fall für die diesjährige Sommerserie mit Namen „Spitzenreiter“. Also: Welche Glocke hängt ganz oben auf der Liste, wo das zählt, was die Waage kräftig ausschlagen lässt? Es ist die Johannesglocke, und die wiederum ist in der Heidenheimer Pauluskirche zu finden. Mit einem Gewicht von 3355 Kilogramm, also bald dreieinhalb Tonnen, ist sie weithin unangefochten die schwerste Vertreterin ihrer Art im Landkreis und wiegt zum Beispiel beinahe viermal so viel wie die schwerste historische Glocke unserer Serie, die 900 Kilo zu bieten hat und im Campanile zu Herbrechtingen ihre Stimme erhebt.

Dies tut sie übrigens mit dem Schlagton g1, dem eingestrichenen g. Die deutlich schwerere Johannesglocke der Pauluskirche hingegen hat auch einen deutlich tieferen Schlagton, nämlich das kleine b. Auch der untere Durchmesser verdeutlicht den enormen Unterschied. Beträgt er in Herbrechtingen 112 Zentimeter, so sind es in Heidenheim 176. Drei Männer jedenfalls können sich bequem um den knapp 150 Kilo schweren Klöppel gruppieren und sich unter die Haube der Johannesglocke begeben. Dabei bleibt noch genügend Platz nach oben, während nur die Beine des Trios unter dem ja deutlich über dem Boden hängenden Glockenrand zu sehen sind. Ein mächtiges Ding, diese Glocke.

152 Stufen

Und 152 Stufen führen zu ihr hinauf. Das weiß Martin Rill besser als jeder andere. Weil das so ist, setzt sich der Hausmeister der Paulusgemeinde auch an die Spitze beim Aufstieg zum Glockenstuhl. Der übrigens einer aus Stahl ist. Und das vermutlich schon immer. Denn der Neubau der Pauluskirche wurde im Jahr 1898 fertig. Heidenheim war eine Stadt, die technischen Fortschritt nicht nur vom Hörensagen kannte.

Und im nahen Ulm zum Beispiel war, das noch junge Vorbild Eiffelturm ließ da grüßen, gar nicht lange zuvor dem Münster ein nagelneuer Glockenstuhl aus Stahl verpasst worden. Da liegt die Annahme nahe, dass in Heidenheim kein Holz für die Erstausstattung verwendet wurde. Es ließ sich auch kein Hinweis darauf finden. Kein Holz also, auch nicht, was die Joche anbelangt, an denen die Glocken hängen. Leider, weiß man doch heute, dass zumindest in Sachen Glockenklang der Baustoff Stahl nur vermeintlich ein Fortschritt war.

Seit dem 10. Dezember 1949 hängt die Johannesglocke im Turm der Pauluskirche, und zwar zusammen mit ihren drei kleineren Geschwistern, der 1632 Kilo schweren Matthäusglocke, der Lukasglocke, die 936 Kilo auf die Waage bringt, und der Markusglocke, dem Leichtgewicht mit 669 Kilo. Das Quartett läutet damit schon viele Jahre länger als seine acht Vorgängerinnen.

Acht verschwundene Schwestern

Denn die Erstausstattung der Glockenstube der Pauluskirche hing gerade mal 19 Jahre dort, als drei der vier Glocken am 6. September 1917, also beinahe auf den Tag genau vor 100 Jahren, vom Turm genommen wurden, um für die Rüstungszwecke des Ersten Weltkriegs eingeschmolzen zu werden.

Zwar blieb die mit 2209 Kilo schwerste Glocke verschont und konnte weiter geläutet werden. Allerdings nur bis zum 22. August 1941, als sie und die drei 1920 neu hinzugekommenen Glocken dem Zweiten Weltkrieg geopfert wurden. Diese acht Glocken übrigens waren von der Firma Heinrich Kurtz in Stuttgart gegossen worden. Und von dort kamen 1949 auch die vier, deren Stimmen nun von der Pauluskirche herab erschallen.

Die zweitschwerste Glocke des Landkreises, dies der Vollständigkeit halber, wiegt 2125 Kilo, wurde 1967 bei A. Bachert in Heilbronn gegossen und hängt überraschenderweise im dachreiterartigen Turm der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Niederstotzingen. Nummer drei in Sachen hohes Gewicht ist mit 1668 Kilo die 1996 bei A. Bachert in Kochendorf bei Bad Friedrichshall gegossene größte Glocke der Georgskirche in Sontheim.

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