Partner der

Der Chor "Cantamus" singt für Döbeln

„Dich, teure Halle, grüß ich wieder“: Mit dieser Arie aus „Tannhäuser“ erklang Martina Langenbuchers kraftvoller Sopran als Willkommensgruß am Mittwochabend im Konzerthaus, wo der Chor Cantamus ein Benefizkonzert für Döbeln gab.

|
Vorherige Inhalte
  • „Cantamus“ öffnete die herzen der Zuhörer – und auch deren Geldbeutel: Das Benefizkonzert des Chors in verschiedenen Formationen und mit weiteren Beteiligten war grandios. Der Erlös fließt ins hochwassergeschädigte Döbeln. 1/2
    „Cantamus“ öffnete die herzen der Zuhörer – und auch deren Geldbeutel: Das Benefizkonzert des Chors in verschiedenen Formationen und mit weiteren Beteiligten war grandios. Der Erlös fließt ins hochwassergeschädigte Döbeln. Foto: 
  • 2/2
Nächste Inhalte

„Dich, teure Halle, grüß ich wieder“: Mit dieser Arie aus „Tannhäuser“ erklang Martina Langenbuchers kraftvoller Sopran als Willkommensgruß am Mittwochabend im Konzerthaus, wo sich eine angesichts der hochsommerlichen Temperaturen recht ansehnliche Menge Zuschauer zum Benefizkonzert eingefunden hatten, das der Chor „Cantamus“ des Sängerclubs Heidenheim zugunsten der Flutopfer in Döbeln veranstaltete. Das Konzert reiht sich damit ein in die Reihe an Aktionen, die derzeit in Heidenheim laufen, um die sächsische Partnerstadt zu unterstützen. So sammelt auch die Stadt Heidenheim weiterhin Spenden über das Spendenportal der Heidenheimer Zeitung, „Unsere Hilfe zählt“.

Für das „Cantamus“-Benefizkonzert ist in kürzester Zeit ein Programm entwickelt worden, für das hauptsächlich Chorleiterin Maddalena Ernst zusammengetrommelt hatte und das sich nun in einer Mischung präsentierte, die bunter und abwechslungsreicher nicht hätte sein können.

Neben Wagner fand sich Hildegard Knef im Programm, zu Verdi gesellte sich Henry Mancini, Brahms bekam Unterstützung von den Beach Boys, Mary Poppins traf Zarah Leander und Eliza Doolittle auf Kurt Weill.

Und Eric Mayr, Moderator und natürlich auch Pianist an diesem Abend, traf auf Winnie Puh, respektive dessen Autor Alan Alexander Milne und vertonte rasch ein paar Kinderreime aus dessen Feder, bravourös gesungen und herrlich dargestellt von Maddalena Ernst, um gleich darauf in aller Bescheidenheit einen „richtigen Komponisten“ anzusagen, Kurt Weill nämlich. Dessen „Abschiedsbrief“ und „Nanas Lied“ bot Maddalena Ernst ebenfalls hinreißend dar, um gleich darauf den Platz am Flügel mit dem am Dirigentenpult zu tauschen, um Cantamus und Jugendchor zu leiten.

Oder auch rasch mitzusingen, wie bei der flotten „Barbara Ann“ von den Beach Boys, „Over the rainbow“ und „Java Jive“, das der mit glockenklaren Solostimmen ausgestattete Jugendchor neben „Chim Chim Cheree“ aus „Mary Poppins“ und „Cerf-volant“ aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ im Angebot hatte.

Klassisch ging es der Chor Cantamus an: Dahinschmelzen ließ die Dynamik in Verdis „Gefangenenchor“, innig und berührend erklang ein Liebeslied-Walzer von Brahms. Und dass der Chor auch andere Töne anschlagen kann, das bewies er mit dem „Ohrwurm“ von den „Wise Guys“ und ließ obendrein noch Hildegard Knefs „rote Rosen regnen“. Und wenn man schon Martina Langenbucher da hat, dann lässt man sie schlauerweise natürlich nicht nur ein Lied singen, und auch nicht nur ein Genre.

Wie wandelbar Langenbuchers Stimme ist, zeigte sich an ihrer leidenschaftlichen Version von „I could have danced all night“ aus „My fair lady“, am weichen „Moon River“, auf dem das Publikum gewissermaßen dahinfloss, und schließlich am temperamentvollen „Nur nicht aus Liebe weinen“, bei dem Zarah Leander möglicherweise vor Neid geweint hätte angesichts dieser Klangfülle und Strahlkraft. Allrounderin Maddalena Ernst übernahm die Begleitung am Flügel, an dem sich im Übrigen die Pianisten die Tasten in die Hand gaben. Francesca Tortora wob am Flügel ein Impromptu von Schubert zu einem gefühlvollen Traumgebilde, und Eric Mayr ungeheure Virtuosität ließ bei einer Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach abermals aufhorchen.

Den Abschluss dieses Konzertleckerbissens bildete das Jugendblasorchester unter der Leitung von Jürgen Degeler mit „Along the river“ und „Dawn oft he new day“, die nochmals die Begeisterung des Publikums aufwallen ließen. Ein Programm, vielseitig wie selten, Künstler, die mit Lust und Leidenschaft und auf hohem Niveau agierten – das machte diesen Abend, so spontan und improvisiert er auch zustande gekommen sein mag, zu einem ganz großen. Schade nur, dass nicht alle Plätze besetzt waren. Dennoch: Döbeln wird sich freuen können. Denn dieses Konzert hat sicher nicht nur die Herzen geöffnet, sondern auch die Geldbeutel. Die Akteure des Abends haben wahrlich alles richtig gemacht.

Spenden für Döbeln sind möglich über das HZ-Spendenportal unter www.unsere-hilfe-zählt.de oder per Überweisung an „Unsere Hilfe zählt“, Ktnr. 842 842, BLZ 632 500 30, Verwendungszweck 13648.
Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Unsere Hilfe zählt

"Unsere Hilfe zählt" ist das Spendenportal der Heidenheimer Zeitung. Mehr als 60 gemeinnützige Projekte aus dem Kreis Heidenheim stellen sich auf der Plattform vor und bitten um Unterstützung. Erfahren Sie mehr darüber, was bislang schon mit Spenden von HZ-Lesern bewegt werden konnte.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Kinderwagen eingeklemmt: Brenzbahn fährt trotzdem einfach los

Beim Aussteigen in Herbrechtingen schließt eine Zugtür und klemmt einen Kinderwagen ein. Dann fährt der Lokführer los, obwohl Kind und Kinderwagen in der halbgeöffneten Tür hängen. weiter lesen

232S6