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Brenzpark-Festival: Chris de Burgh machte 1500 Fans unübersehbar glücklich

Ein Star hängt ihn nicht raus: Chris de Burgh machte mit einem charmanten Auftritt 1500 Fans im Heidenheimer Brenzpark unübersehbar glücklich.

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Weltstar und Scherzkeks: Chris de Burg am Sonntag im Brenzpark.  Foto: 

So schnell kann's gehen! Am Sonntag um die Mittagszeit hatte auf dem Festivalgelände im Brenzpark eine der in jüngerer Zeit häufiger in Heidenheim auftretenden Windhöschen das Wurstzelt wegfliegen lassen. Und abends schon kostete die Rote fünfzig Cents mehr als noch am Vortag.

Auch davon hätte der Mann, auf den alles wartete, ein Lied singen können. Wenn Chris de Burgh nicht woanders gegessen hätte. Mangels Restaurants in der Stadt in einer Hamburgerbratereifiliale. Wenigstens servierte er diese Geschichte den 1500 Besuchern im Park. Allerdings hatte der sehr augenzwinkernd auftretende Ire ihnen kurz zuvor auch erzählt, er sei morgens eine Runde in der Brenz geschwommen. Gut, dass er im selben Atemzug verschwieg, daran zu denken, später noch ein Bad in der Menge zu nehmen. Die Leute hätten es zu diesem Zeitpunkt ganz bestimmt für einen weiteren Scherz ihres Stars gehalten.

Eines Stars, der es wie alle wirklichen großen Stars hält und den Star nicht raushängt. Fast schon rührend unprätentiös hatte er die Bühne betreten: Ein Mann, der sich nicht wichtiger nimmt als seine Kunst, der nicht selber die Botschaft ist, sondern eine hat. Diesmal wirbt er auf seiner Tour für eine bessere Welt. Manch einer mag dies für bestenfalls naiv halten. Aber was kümmerte das Chris de Burgh, einen Schmusebarden, dessen Songs, ob sie das zugeben wollen oder nicht, auch die Hardrocker seiner Generation und jünger nahezu allesamt schon während der ersten zwei Takte erkennen.

Das Bad in der Menge

Das muss man erst einmal hinbekommen. Und auch das: Hits einfach wegzulassen, weil zwei Stunden nicht für alle Hits reichen, die der inzwischen 68-Jährige im Laufe seiner langen Karriere veröffentlicht hat. Da steht ein Großer des Geschäfts auf der Bühne, ein großer Alter, der das, was die großen Jungen dieser Tage auf andere Art neu erfinden zu scheinen, alles schon erlebt hat. Und wie zum Beweis – und sicher ohne dass der eine vom Tun und Lassen des anderen wüsste – tut er am Sonntag im Brenzpark ebenso locker das, für was Stefanie Kloß von „Silbermond“ am Samstag an selber Stelle bejubelt worden war: Er gönnt sich und den Fans das Überraschungsbad in der Menge. Ohne Aufhebens ist er plötzlich auf dem Gelände unterwegs. Da zückt sogar die Polizei das Smartphone und dreht ein Andenkenvideo. Chris de Burgh singt dazu „Lady in Red“ und nimmt sich selber dabei was? Nicht so wichtig, genau.

Auch was die Couture anbelangt. Denn, seien wir mal ehrlich: Es gibt durchaus echte Stars, die wenigstens Wert auf ein bisschen Extravaganz oder zumindest unverkennbaren Stil in Sachen Mode legen. So gewandet jedoch, wie Chris de Burgh über die Wiese läuft, begleitet auch der nette Opa die Enkel auf den Spielplatz oder schlendert der Seniorchef einer Pizzeria auf der Suche nach frischen Kräutern über den Wochenmarkt.

Sympathisch und souverän

Den nicht unbedingt kleinen feinen Unterschied dabei allerdings kennt die ganze Welt. Und deshalb trägt Chris de Burgh, als er am Sonntag auf der mächtigen Bühne erscheint, auch keinen Korb, sondern eine Gitarre. Und kommt ohne Umstände zur Sache, ist charmant, spricht Schloss Hellenstein nahezu akzentfrei aus und singt sogar ausdrücklich einen Song für alle Hausfrauen, ohne dass dies bei ihm so wirken würde, als biedere er sich an. Ein durch und durch sympathischer Auftritt mit dem eher kleinen Gepäck einer vierköpfigen, souveränen Band, ohne überladene Arrangements und bar jeglichen technischen Bombasts, den ein Eitlerer womöglich auch dazu nützen würde, zu übertünchen, dass zwar die Songs zünden wie eh und je, die Stimme indes nicht mehr in allen Lagen wie einst im Mai klingt.

Und also bleibt auch in dieser Hinsicht Chris de Burg der, der er offenbar ist. Ein seiner selbst sicherer Weltstar, der – man muss den Leuten beim Nachhausegehen nur in die Augen schauen –, seine am Ende nicht mehr auf den bei solchem Anlass vielleicht doch eher störenden Stühlen sitzenden Fans tatsächlich glücklich gemacht hat. Die räumen im Anschluss an zwei Stunden Hitmusik nach Wunsch das Feld und sind dabei, wenn man so will, völlig „High on Emotion“.

Die Zufriedenheit ist mit Händen zu greifen. Nur die Windhöschen im Brenzpark bleiben auch nach dem Abgang des Stars weiterhin lieber schön in Deckung. Immerhin hatte der nur scheinbar unscheinbare Mann zuvor singend den Eindruck erweckt, sich sogar mit Hurrikanen auszukennen. Und mit einer Roten, auch das war zu erfahren, tanzt er höchstens. Das Wurstzelt kann abgebaut werden.


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