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Brenzbahn: Nicht schlecht genug für Entschädigungen

Weil die Züge nicht unpünktlich genug sind, erhalten Pendler kein Geld zurück.

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Die Brenzbahn ist zwar unpünktlich - aber nicht unpünktlich genug, damit Fahrgäste ihr Geld zurückerhalten.  Foto: 

Wegen der vielen Verspätungen und Zugausfälle erhalten Pendler auf der Remsbahn, der Filstalbahn und der Frankenbahn von der Bahn eine finanzielle Entschädigung. Ein Zwölftel einer Jahreskarte bekommen sie auf Antrag zurückbezahlt.

Die Pendler der Brenzbahn gehen hingegen leer aus, auch wenn hier nicht immer alles zum Besten bestellt war. Dies hat Landrat Thomas Reinhardt nun schriftlich. Weder das Land noch die Bahn sind bereit, den Brenzbahn-Pendlern entgegen zu kommen und begründen dies – wenn auch unterschiedlich.

Landrat Reinhardt hatte sich schon zu Jahresbeginn an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt. Er hatte vorgeschlagen, dass das Land aus dem Topf der Ausfallmittel, die die Bahn an das Land gezahlt hat, die Brenzbahn-Fahrgäste entschädigt. Als Hermann bis Sommer nicht geantwortet hatte, adressierte Reinhardt einen weiteren Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn. Zuvor schon hatten die Verantwortlichen des Bahn-Regionalverkehrs die Forderung nach Entschädigungen für die Brenzbahn-Fahrgäste zurückgewiesen.

Nicht nachhaltig

Mittlerweile sind die beide Antworten eingetroffen. Hermann hält darin die Hand über die Ausgleichszahlungen der Bahn ans Land. Diese Mittel würden laut Landtagsbeschluss ausschließlich zur Verbesserung des Zugangebots und der Infrastruktur eingesetzt. Profitieren würde auch die Brenzbahn durch eine zusätzliche Spätverbindung von Aalen nach Ulm ab Dezember.

Auszahlung an einzelne Fahrgäste würde keine nachhaltigen Verkehrspolitik entsprechen, so der Minister. Solche Entschädigungen seien zwischen der DB Regio und ihren Fahrgästen zu regeln. „Es wäre somit eine – sicherlich begrüßenswerte – unternehmerische Entscheidung der DB Regio, auch die Fahrgäste auf der Brenzbahn zu entschädigen.“

Doch die Bahn denkt nicht daran. Sven Hantel, Bahn-Konzernbevollmächtigter für das Land Baden-Württemberg, räumt zwar ein, dass die bisherigen Maßnahmen „zur Verbesserung der Qualität im Regionalverkehr nicht überall den gewünschten Erfolg gezeigt haben“. Die Pünktlichkeit der Brenzbahn stufte er jedoch „im zufriedenstellenden Bereich“ ein.

Die Pünktlichkeit habe in den vergangenen Wochen bei rund 93 Prozent gelegen, die Zugausfallquote bei ein Prozent. „Ich bitte Sie um Verständnis, dass wir uns angesichts der Entschädigungsregelungen auf die weit kritischeren Strecken beschränken müssen“, lautet der Grund für die Absage.

Der Brief wurde vor der Kalenderwoche 40 formuliert. Das war die Feiertagswoche mit dem Tag der Deutschen Einheit. Da sah die Statistik für die Brenzbahn anders aus mit einer Pünktlichkeit von nur 87,3 Prozent.

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