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Brenzbahn: Kreistag stellt Weichen auf Ausbau

Seit knapp zwei Jahren wurde daran gefeilt, jetzt liegt das Konzept für die Weiterentwicklung der Brenzbahn vor. Einstimmig wurde vom Kreistag am Montagabend die Planung gutgeheißen, die einen teilweisen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke vorsieht und zu deutlichen Verbesserungen bei den Fahrtzeiten führen soll.

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Erstellt wurde die Studie im Auftrag des Regionalverbands Ostwürttemberg von den Planungsbüros Brenner und DB International GmbH. Eng kooperiert wurde dabei mit der Region Donau-Iller, die ihrerseits ein S-Bahn-Netz auf allen sechs auf Ulm zulaufenden Schienenstrecken und damit auch auf einem Teilbereich der Brenzbahn verwirklichen möchte. Eingeflossen in die Ausbaupläne sind auch Fahrgastzählungen und -prognosen. Nachdem seit 2008 die Zahl der Fahrgäste auf der Brenztal bereits um zehn Prozent gestiegen ist, sehen die Gutachter noch ein weiteres Steigerungspotenzial zum gegenwärtigen Stand von 40 Prozent.„Die Schiene ist ein Erfolgsmodell, sie hat Zukunft“, so Dipl-Ing. Dirk Seidemann, der stellvertretende Direktor des Regionalverbands.

Laut Studie könnten bei einem zweigleisigen Ausbau der Brenzbahn zwischen Langenau und Rammingen sowie zwischen Sontheim und Bergenweiler im wesentlichen folgende Verbesserungen realisiert werden:

Der bisherige zweistündige Regio-Express (IRE) könnte stündlich verkehren mit zusätzlichen Halten in Herbrechtingen und Niederstotzingen

Der Regionalexpress (RE) könnte beschleunigt werden, die Wartezeiten auf der Strecke würden minimiert. Ein klarer Takt mit gleichen Abfahrtsminuten würden erreicht.

Die Regionalbahn Ulm-Langenau (spätere S-Bahn) könnte beschleunigt und schließlich bis Sontheim, optional sogar bis Heidenheim verlängert werden.

Für den Güterverkehr wäre statt des 3-Stunden-Taktes ein 2-Stunden-Takt möglich.

Nach Abschätzung der Kosten ist für den Ausbau der Brenzbahn mit einem Aufwand von 17 Millionen Euro zu rechnen– bei einem von Seidemann angesetzten„Reserve“ von 50 Prozent, mit 26 Millionen Euro. Das S-Bahn-Projekt des Regional-Verbands Donau-Iller wird einschließlich der Brenzbahn auf 74 Millionen Euro veranschlagt. Alle Planungen seien auch ökonomisch sinnvoll, so Seidemann, der auf ein volkswirtschaftlich sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis verwies.„Wir planen hier kein Wolkenkuckucksheim.“

Seidemann nannte auch einen Zeitraum, innerhalb dessen man mit einer baulichen Umsetzung rechnen können.„Sieben bis zehn Jahre wäre super.“

Die Zuständigkeit für die Finanzierung der Ausbaumaßnahmen liegt primär bei der Bahn und dem Bund. Um besser gehört zu werden, wollen die Regionalverbände Ostwürttemberg und Donau-Iller in einer konzertierten Aktion aller beteiligten Landkreise und kreisfreien Städte Anfang 2013 eine Grundsatzerklärung abgeben und eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

„Für den Landkreis ist dies etwas Traumhaftes“, meinte Landrat Thomas Reinhardt zu der Entwicklungsperspektive der Brenzbahn,„dies wäre eine Stabilisierung für den Landkreis wie sie durch keine andere Maßnahme zu erreichen wäre“, bekräftigte Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg in seiner Eigenschaft als Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag. Auch Landtagsabgeordneter und SPD-Kreisrat Andreas Stoch ging davon aus, dass eine verbesserte Brenzbahn„viel Potenzial“ für den Raum erschließen könnte. Ilg zeigt sich überrascht von dem hohen prognostizierten Zuwachs an Fahrgästen bei der Bahn.„Das hätte ich nicht gedacht.“ Angeregt wurde von Ilg an den Lärmschutz zu denken, wenn die Brenzbahn auch vom Güterverkehr stärken befahren werde. Dass Bund und Bahn alle Kosten übernehmen wollte Ilg nicht glauben.„Das wird auch die Kreisbevölkerung Geld kosten.“

Michael Sautter (Grüne) sah den Ausbau der Brenzbahn als Teil einer nötigen„Verkehrswende“ hin zumöffentlichen Personenverkehr. Dabei müsste man sich auch von Mega-Projekten wie einem City-Tunnel für den Kfz-Verkehr in Heidenheim verabschieden.

Kreisrat Clemens Stahl (SPD) forderte dazu auf, parallel ein Andienungskonzept zu entwickeln, damit auch die Kommunen, die nicht am Schienenstrang liegen, von der erhöhten Leistungsfähigkeit der Bahn profitieren könnten.„Hier müssen im ÖPNV Verbindungen geschaffen werden“, meinte auchÖDP-Kreisrat Gerd Eckhardt.

Willi Häfele (SPD) sprach von einer ganz tollen Sache„für die Bevölkerung und die Umwelt“. Aufgreifen will Landrat Reinhardt den Vorschlag von Grünen-Kreisrätin Margit Stumpp für das wachsende Gewerbegebiet zwischen Königsbronn und Oberkochen einen zusätzlichen Halt auf der Brenzbahn einzurichten.

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