Partner der

Blitzmarathon: Landkreis zieht Zwischenbilanz

Die, die sonst im automobilen Alltag eher die großzügige Linie fahren, zeigten sich am Donnerstag überwiegend von ihrer kleinlichen Seite. Lieber 30 als 50 – und so hatten die Tachonadeln Schonzeit, als die Polizei auf die Tube drückte und mit dem Blitzmarathon ein ganzes Volk von Autofahrern ausbremste.

|
Radar Steigstr rw  Foto: 
Das Großaufgebot der von Amts wegen auf die Straße gesetzten Kontrolleure hatte am Donnerstagfrüh bereits um 6 Uhr Position bezogen. Zu der mit viel technischem Gerät bewaffneten Heerschar zählten auch vier Männer der Heidenheimer Landkreisverwaltung, die sich mit ihrem berühmt–berüchtigten Radar-Container an die Front begaben, um allzu schnellen Auto- und Zweiradfahrern an vier verschiedenen Stellen auf den Gasfuß zu treten. Verstärkung steuerte zudem das Heidenheimer Rathaus bei, das sich mit drei Personen und zwei Messgeräten an der Automobilmachung beteiligte, um das Geschehen speziell im Osterholz, in der Friedrich-Pfenning-, Steig- und Carl-Schwenk-Straße zu überwachen.

27 Kontrollstellen in Stadt und Kreis hatte die Polizei vorab in den Medien publik gemacht – darunter auch eine Reihe sogenannter „Aufregerstellen“, die von Bürgerseite ins Spiel gebracht worden waren. Darüber hinaus legten sich Kontrolltrupps am Donnerstag aber auch noch an einigen anderen Plätzen auf die Lauer, um den einen oder anderen Autofahrer mit Hilfe feiner Messtechnik grob wachzurütteln: Viel befahrene Bundes- und Landesstraßen waren ebenso im Programm wie stark ausgelastete Innenstadt-Magistralen und vergleichsweise wenig frequentierte Wohnstraßen sowie besondere Tempo-30-Zonten, etwa im Umfeld von Schulen und Kindergärten.

So dicht das Kontrollnetz geknüpft war, so wenig scheinen darin hängen geblieben zu sein. Bis Donnerstagnachmittag waren nach Angaben des Polizeipräsidiums Ulm im gesamten Heidenheimer Kreisgebiet – die Autobahn ausgenommen – nur 35 motorisierte Verkehrsteilnehmer als zu schnell erkannt und beanstandet worden.

Damit sind nicht einmal zwei Prozent aller Kontrollierten als Temposünder entlarvt worden und damit noch weniger als zur Halbzeit des Blitzmarathons 2013, als über 90 Fahrer in den roten Bereich geraten waren. Aus polizeilicher Sicht stellt die magere Ausbeute eine positive Bilanz dar, weiß man doch, dass die Beanstandungsquote bei nicht angesagten Kontrollen bei mindestens fünf Prozent angesiedelt ist. Eine Gesamtbilanz will die Polizei am Freitag nach Abschluss der bis 6 Uhr früh laufenden Großkontrolle vorlegen. 

Auch wenn also die allermeisten Autofahrer am Donnerstag aufgrund ihres umsichtigen bis übervorsichtigen Fahrstils ohne Sanktionen durch den Tag gekommen sind, bietet der Blitzmarathon an und abseits von Stammtischen einmal mehr reichlich Gelegenheit, über Sinn oder Unsinn dieser Aktion im speziellen und Tempo-Kontrollen im allgemeinen zu diskutieren.

Sinn und Unsinn einer solchen Aktion

Geht's wirklich um Prävention oder doch nur um Abzocke, wenn sich Polizisten und kommunale Vollzugsbeamte oder kommunales Personal auf die Lauer legen? Sind insbesondere bei stationären Blitzern nicht doch mehr fiskalische Beweggründe als verkehrserzieherische Absichten im Spiel?

Aus polizeilicher Sicht ist es keine Frage, dass eine intensive Verkehrsüberwachung generell Sinn macht und Wirkung zeigt. Diese liest man im Polizeipräsidium Ulm allein schon aus der Statistik heraus, die zeigt, dass die Zahl der wegen überhöhter Geschwindigkeit verursachten Unfälle tendenziell im Sinken ist. „Das führen wir nicht zuletzt auf eine intensive Verkehrsüberwachung zurück,“ sagt Pressesprecher Wolfgang Jürgens, der die aktuelle Trendwende mit Zahlen zu untermauern weiß.

Demnach haben sich im Landkreis Heidenheim zwischen Januar und August 2014 insgesamt 1840 Verkehrsunfälle und damit 40 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ereignet. 90 all dieser im laufenden Jahr registrierten Unfälle sind auf zu schnelles Fahren zurückzuführen, was einem Rückgang von einem Drittel entspricht. Parallel dazu hat auch die Zahl der bei diesen Tempo-Unfällen verunglückten Personen abgenommen.
Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Verhoek rettet dem FCH ein 1:1 in Aue

Es lief schon die Nachspielzeit in Aue, als John Verhoek beim Zweitliga-Gastspiel des 1. FC Heidenheim im Erzgebirge noch der Ausgleichstreffer gelang. weiter lesen