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Bis 2020 nur noch grüner Strom in Heidenheim?

In Zeiten des Aufbruchs in ein neues Energiezeitalter sehen sich die Heidenheimer Stadtwerke gut aufgestellt. Dieörtliche Politik der Aktiengesellschaft zielt auf einen Ausbau erneuerbarer Energie, kostet Geld– und zahlt sich aus.

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Das Herz der Heidenheimer Stadtwerke: In der Schaltzentrale läuft alles zusammen, werden alle Netze überwacht, gehen Störungsmeldungen ein. Die zentrale Dienststelle ist Tag und Nacht besetzt – auf unserem Bild mit Elektrotechnikermeister Jens Czogalla.

Als örtlicher Versorger mit überregionaler Ausstrahlung nehmen die Stadtwerke auf nationaler Bühne durchaus eine Vorreiterrolle ein. So hat man sich vorgenommen, bis 2020 die Stromversorgung aller Heidenheimer Haushalts- und Gewerbekunden aus 100 Prozent grünem Strom sicherzustellen, wozu allein im Bereich der regenerativen Energien ein Investitionsprogramm von 50 Millionen Euro aufgelegt wird. Hinzu kommen regelmäßige Investitionen in den Netzausbau und die Instandhaltung der Strom-, Gas-, Trinkwasser- und Wärmenetze. Für das Geschäftsjahr 2013beispielsweise ist die Übernahme des Stromnetzes in Oggenhausen vorgesehen, nachdem 2011 die betriebliche Einbindung der Stromnetze in Groß- und Kleinkuchen sowie Rotensohl vorgenommen worden war.

Dass die zunehmendökologisch ausgerichtete Unternehmensphilosophie auch in ökonomischer Hinsicht von Erfolg geprägt ist, zeigt der von der Stadtwerke AG Heidenheim aktuell vorgelegte Bericht für das Geschäftsjahr 2011. Dieses wird insbesondere vor dem Hintergrund eines energiewirtschaftlich außerordentlich schwierigen Jahres als sehr positiv beurteilt. Stadtwerke- Vorstand Dieter Brünner spricht von einem guten Ergebnis, das als solide Basis für die kommenden großen Aufgaben gesehen werden könne. So konnten 4,2 Millionen Euro in die Rücklagen eingestellt und ein Bilanzgewinn in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro an die Stadt Heidenheim als alleinige Aktionärin ausgeschüttet werden. Die Bilanzsumme wurde mit 225,2 Millionen Euro testiert, was gegenüber dem Vorjahr einer Erhöhung um 4,8 Prozent entspricht. Die im Geschäftsjahr erzielten Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe belaufen sich auf 234 Millionen Euro und stiegen absatzbedingt um fast 19 Prozent.

Der Absatz hat sich in den einzelnen Versorgungssparten unterschiedlich entwickelt. Die Stromabgabe an private Abnehmer ist um weitere 38 Prozent auf 228,8 Millionen Kilowattstunden angestiegen, was auf die erfolgreiche Kundengewinnung vor allem außerhalb des eigenen Netzbereiches sowie auf verstärkte Aktivitäten im Stromhandelsgeschäft zurückgeführt wird. Im Geschäftsjahr 2011 waren rund 28 000 Stromzähler am Netz der Hellenstein-Logistik GmbH angeschlossen.

Der sich auf rund 16 000 Bezieher verteilende Gasabsatz hat sich um 5,1 Prozent auf 3,053 Millionen Kilowattstunden verringert, was mit wegfallenden Großkundenabsätzen begründet wird. Das bedeutet nach Angaben von Stadtwerke-Pressesprecher Ingo Wolf nicht, dass das Energieversorgungsunternehmen einzelne Großkunden verloren hat, sondern hat vielmehr mit Faktoren wie Witterungseinflüssen und der Wirtschaftslage zu tun.

Ähnliche Tendenzen sind beim Trinkwasser zu beobachten, dessen Verbrauch um 3,2 Prozent zurückgegangen ist. Großabnehmer und Weiterverteiler wie etwa die Landeswasserversorgung haben 2011 weniger abgezapft, während der Absatz privater Abnehmer mit rund 2,3 Millionen Kubikmetern leicht über demVorjahresniveau lag. Das überwiegend von den Stadtwerken selbst geförderte Wasser wird über eine Gesamtrohrlänge von mehr als 400 Kilometern zu rund 12 000 Kunden gebracht. Nur zu Heidenheims Teilgemeinden Oggenhausen, Groß- und Kleinkuchen sowie Nietheim bestehen keine Leitungsverbindungen: Für sie wird das kostbare Nass von der Landeswasserversorgung Stuttgart und von der Härtsfeld-Albuch-Wasserversorgung bezogen.

Die Fern- und Nahwärmeversorgung ist von den insgesamt milden Temperaturen des vergangenen Jahres geprägt. Zudem machen sich Energiesparbemühungen der Kunden bemerkbar, und so verringerte sich der Wärmeabsatz um rund neun Prozent auf 58,8 Millionen Kilowattstunden. Zum Aktionsfeld der Stadtwerke Heidenheim Wärmeservice GmbH zählt auch das Wärme-Contracting– ein Wachstumsmarkt, in dessen Rahmen inzwischen mehr als 200 Heizungsanlagen von Hauseigentümern und Vermietern betreut werden.

Last but not least ist die inzwischen auf vielen Hochzeiten tanzende Unternehmensgruppe mit ihren insgesamt 180 Arbeits- und Ausbildungsplätzen seit einiger Zeit auch auf dem Gebiet der Parkbewirtschaftung tätig. Im zweiten vollständigen Berichtsjahr dieses Geschäftsfeldes wurden knapp 130 000 Parkvorgänge verbucht: auf dem Schlossberg und vor der Aquarena.

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