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Betriebsbesichtigungen mit Street-View-Technologie

Offene Verkaufsräume rund um die Uhr. Google macht das für Unternehmen möglich, zumindest virtuell. Die Besichtigungstour basiert auf 360-Grad-Aufnahmen mit Street-View-Technolgie. Bundesweit gibt es nur rund 100 Fotografen, die von Google für die Erstellung solcher Touren zertifiziert wurden, weil sie das notwendige Know-how und die technische Ausstattung vorweisen konnten. Hubert Körner aus Zang ist einer von ihnen.

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Fotografieren für die virtuelle Welt: Hubert Körner hat sich mit Business-View-Fotografie selbstständig gemacht. Auftraggeber kommen längst auch aus der Region.  Foto: 

Wer durch den Nattheimer Bräumarkt bummeln möchte, kann das auch um Mitternacht noch tun. Virtuell, vom heimischen Sofa aus. Denn der Bräumarkt gehört zu den Unternehmen in Deutschland, die die Möglichkeit nutzen, mithilfe der so genannten Street-View-Technologie eine Rundtour durch ihre Verkäufsräume anzubieten. Wer bei Google nach „Nattheimer Bräumarkt“ sucht und dann die Option „Von innen ansehen“ anklickt, betritt das Geschäft. Der Nattheimer Markt ist ein Kunde von Hubert Körner.

Das Besondere an der Street-View-Technologie ist, dass der Kunde hier nicht eine Abfolge einzelner Bilder sieht oder ein Film abläuft, auf den er keinen Einfluss hat. Vielmehr entsteht der Eindruck, als würde er selbst tatsächlich in diesem Moment durch das Geschäft bummeln. Der virtuelle Gast kann entscheidet, in welche Richtung er gehen will, sogar ob er nach oben zur Decke oder nach unten blicken will. Noch eindrucksvoller wird die Tour, wenn man sie mittels Tablet oder internetfähigem Handy unternimmt: Dreht man sich dann beispielsweise mit dem Handy in der Hand nach rechts, dreht man sich auch virtuell im Laden zur Seite. „Business View“, nennt Google diese Variante der Street-View-Technologie offiziell.

Diese perfekte Illusion besteht aus vielen einzelnen Panoramaaufnahmen, die jeweils aus drei verschieden belichteten Bildern bestehen, verrät Hubert Körner. Die einzelnen Aufnahmen fügt er dann später am Computer nahtlos zusammen – das ist der aufwendigste Teil der Arbeit. Beim virtuellen Rundgang merkt man später keine Schnittstellen zwischen den Aufnahmen.

Technik und Fotografie – für beides hatte der 41-Jährige schon immer eine Leidenschaft. Als Kind verbrachte er viele Stunden in der Dunkelkammer, um seine Fotos selbst zu entwickeln. Als später die ersten Digitalkameras auf den Markt kamen, stieg er in die Bildbearbeitung am Computer ein.

Trotz der Liebe zur Fotografie entschied sich Hubert Körner nach dem Abitur allerdings für ein Studium der Forstwirschaft. Fotografieren sollte ein Hobby bleiben.

Bis 2010: Damals hatte Hubert Körner die Stadt Oberkochen von verschiedenen Perspektiven aus mit der neuen 360-Grad-Technik der Panoramafotografie aufgenommen. Die virtuelle Stadtbesichtigung, die dabei herauskam, stellte er im Rathaus vor. Dort reagierte man begeistert – und prompt hatte Hubert Körner seinen ersten Kunden.

Die Aufnahmen können seither auf der Homepage der Gemeinde bewundert werden. Auch einige andere Städte zählen inzwischen zu Körners Kunden. Für Heidenheim war der Zanger ebenfalls bereits tätig.

Künftig jedoch will Körner die Business-View-Fotografie zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Für die Zertifizierung, die unerlässlich ist für eine Zusammenarbeit mit Google, helfen weder Berufsausbildung noch Referenzen. Einzig allein auf das tatsächliche Können und Wissen kommt es an, hat Körner erlebt – und auf die Bewältigung des langwierigen Zulassungsprozesses.

Zunächst erhält jeder Bewerber einen dicken Ordner voller Informationen, technisches und rechtliches Hintergrundwissen, das er später in einem Test beweisen muss. Der Test allein führt jedoch noch nicht zum Zertifikat, sondern berechtigt lediglich dazu, nun Beispiele der Arbeit als Fotograf zuzuschicken, die dann bewertet werden. In Körners Fall mit positivem Ergebnis.

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