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AWG-Areal: Fünftes Stockwerk bleibt ein Zankapfel

Ein weiterer Schritt in Richtung Baubeginn ist getan: bei nur einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat die Auslegung des Bebauungsplans "Wohnen an der Brenz" auf dem ehemaligen AWG-Areal. Offene Fragen bleiben beim Wohnbauprojekt der Kreisbau - größter Streitpunkt ist ein fünfstöckiges Gebäude.

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Ausführlich wurden bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag nochmals die Argumente aller am Bau Beteiligten sowie den Anliegern ausgetauscht. Durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderats konnten auch die Anlieger, vertreten durch Rolf Krockenberger, in Form einer Anhörung öffentlich ihre Bedenken vortragen. Nicht ausreichend geklärt ist nach ihrer Ansicht die Parkplatzproblematik, die Grundwasserbehandlung, aber vor allem stoßen sie sich an dem fünfstöckigen Gebäude, das im Südosten des Geländes am Uferweg entstehen soll. Beklagt wurde zudem die aus Sicht der Anlieger mangelhafte Information seitens der Kreisbau und auch der Stadtverwaltung.

Für die Stadt Giengen sagte Stadtplaner Günther Ingold, das Projekt sei „ein wichtiges Stück Stadtentwicklung.“ Er ging auf die Umplanungen seit dem Architektenwettbewerb ein – Häuser wurden zum Teil gedreht, die Tiefgarage tiefer gelegt, und deutlich höher mit jetzt 15,20 Metern werde das Gebäude am Uferweg. Allerdings sei es von der Grundfläche her deutlich kleiner. Ingold sagte, dass nach Auslegungsbeschluss des Bebauungsplans und Öffentlichmachung vier Wochen lang die Möglichkeit bestehe, Kritik, Sorgen oder Zustimmung zu äußern, womit sich dann der Gemeinderat befassen werde. „Wir werden uns ernsthaft damit auseinander setzen“, so Ingold.

Kreisbau-Geschäftsführer Wilfried Haut sagte, er sei von Anfang an von der Attraktivität des neuen Quartiers und der kreativen Planung überzeugt gewesen. Es würden in neun Gebäuden 73 barrierearme und energieeffiziente Wohnungen in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt gebaut und damit ein Angebot geschaffen, „dass es so in Giengen noch nicht gibt.“ Nachbarschaftliche Belange seien berücksichtigt worden. Auch glaubt er, mit dem Projekt neue Zielgruppen zu gewinnen – leitenden Angestellte und Ingenieure müssten nicht mehr nach Heidenheim, Aalen oder Ulm abwandern. Den kritisierten fünfstöckigen Solitär sieht Haut als ein architektonisches Element, das zum Wahrzeichen des Quartiers werden soll. Was die Parksituation mit der Tiefgarage und den wenigen oberirdischen Stellplätzen betrifft, wolle man ausdrücklich ein beruhigtes Innenstadtquartier. „Die Garage soll befahren werden.“ Große Parkprobleme oberirdisch sieht er nicht - im Umkreis von 200 Metern habe man 40 Parkplätze gezählt. Nicht zuletzt soll durch das Projekt auch das heimische Handwerk profitieren – 80 bis 85 Prozent der Aufträge der Kreisbau sollen in den Landkreis fließen. Oberbürgermeister Gerrit Elser erinnerte bei der Thematik der Wirtschaftlichkeit des Projekts daran, dass die Kreisbau trotz öffentlichen Gesellschaftern ein privates Unternehmen sei, von dem viel vorausgehendes Entgegenkommen gewährt worden sei. Er selbst sehe im Projekt eine große Chance für die Stadt und eine Entwicklungsperspektive.

Stadtrat Dr. Erwin Kleemann (Unabhängige und Grüne) sagte, er verstehe die Bedenken der Anwohner. Er bemängelte, dass angesichts der Planänderungen stets vermittelt wurde, dass man mit den Anwohnern im Gespräch sei.

Rubens Link sagte, er finde die Planung gut, bis auf die Frage des fünfstöckigen Hauses: mit der Gebäudehöhe müsse man sensibel umgehen, was bereits die Planer selbst geäußert hätten. Seine Fraktion Unabhängige und Grüne beantrage zum einen eine Reduzierung um ein Stockwerk, zum anderen eine finanzielle Ablösung von 15 Stellplätzen, die die Stadt bis zum Jahr 2019 andernorts auszuweisen habe.

Rudolf Boemer (CDU) sagte, die Planung sei zukunftsweisend und architektonisch gut. Die Höhe des Solitärgebäudes sei zu vertreten, es kennzeichne das gesamte Gebiet. Die Herausforderung dieses Projekts sei anzunehmen – allenthalben würde bemängelt, in Giengen passiere nichts, jetzt passiere etwas und es werde bereits wieder negativ gesehen. Stefan Briel (CDU) sagte, das wirtschaftliche Risiko des Projekts liege ganz allein bei der Kreisbau, und welches Mitspracherecht den Beteiligten bereits jetzt vor Planauslegung gewährt wurde, sei alles andere als normal.

OB Elser sagte, trotz der Anträge aus der Fraktion der Unabhängigen und Grünen sollte für den Planentwurf der Auslegungsbeschluss erfolgen, dann sei die Frage der vier Stockwerke und der Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Rubens Link sagte, wegen der Rücknahme eines Stockwerks werde das Projekt sicherlich nicht scheitern. Falls doch, schlage man die Streichung der im Erdgeschoss des Solitärgebäudes geplanten Begegnungsstätte vor, dann könnte man das Haus ein Stockwerk tiefer setzen, ohne dass es zu einer wirtschaftlichen Beeinträchtigung käme.

Rudolf Boemer schlug vor, dass die Anträge im Rahmen der Planauslegung behandelt werden sollten, damit der Fortgang nicht ins Stocken gerate. ebenso sah dies Dr. Kurt Küchler (SPD): „Wir stoppen das Bebauungsplanverfahren nicht und behalten die Anträge dennoch im Auge.“

Für diese Vorgehensweise stimmten bei einer Enthaltung alle Stadträte, das Planverfahren kann also wie geplant weitergehen. OB Elser: „Wir haben die Verpflichtung, aus dem Projekt ein gelingendes zu machen.“

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