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Aquarena setzt vermehrt auf Wellness-Kurs

3,5 Millionen Liter Wasser – einfach weg. Nur noch kleine Pfützen und Rinnsale erinnern an den gewohnten Badespaß, der nunmehr für zwei Wochen trockengelegt ist. Handwerker sind in der Aquarena, damit die Attraktivität des Bades nicht ins Schwimmen kommt.

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Die Aquarena im Trockendock: Reinigungs- und Instandsetzung im Sprungbecken. Mehr Fotos von den Arbeiten gibt es auf www.hz-online.de/bilder  Foto: 

Immerhin, das Wetter spielt mit, lockt es doch ohnehin die meisten Wasserratten ins Waldbad, sodass die seit Freitag geschlossenen Aquarena-Türen nicht wirklich ein Hindernis für sommerliche Badefreuden sind. Bis zum 27. Juli sollte das Hoch nach Möglichkeit noch anhalten, denn tags darauf, am Sonntag, wird das blitzblank gewienerte Hallenbad wieder geöffnet sein.

Dass jetzt die Stöpsel herausgezogen worden sind, hat mit der jährlich anfallenden Sanierung und Reinigung des Bades als auch mit der Modernisierung der Technik zu tun. Zwei Personen sind allein drei Tage mit der Reinigung der Beckenböden, -wände und Überläufe beschäftigt. Und eine komplette Woche dauert's, bis die übergroße Badewanne wieder mit Frischwasser befüllt und auf Temperatur gebracht ist.

Von Grund auf gereinigt

Thomas Nemec weiß, was Badegäste wünschen. „Sauberkeit ist höchste Pflicht im Schwimmbad“, sagt der erfahrene Bäderleiter und achtet denn auch penibel darauf, dass nicht zuletzt Rutschen, Decke, Umkleide- und Duschbereich sowie die Außenfassade des 1977 erbauten Badetempels von Grund auf gereinigt werden. Parallel dazu nehmen sich die Arbeitstrupps kleinere Reparaturen vor, wechseln defekte Fliesen aus, tauschen Beleuchtungskörper aus, erneuern Sitzbänke in der Sauna und Treppen im Saunagarten.

Jährlich investiert man auf diese und andere Weise rund 300 000 Euro in die immer wieder frisch herausgeputzte Aquarena, doch spätestens 2014 wird der Hausherr deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Während man es in diesem Sommer bei der bloßen Instandhaltung belässt, macht sich die Stadtwerke Heidenheim AG 2014 an den schon früher angekündigten Umbau des Eingangs- und Gastronomiebereichs. Das Entrée, so verspricht Stadtwerke-Pressesprecher Ingo Wolf, wird in Summe heller und freundlicher, soll eine gemütliche Lounge-Atmosphäre ausstrahlen. Dazu bedarf es freilich eines kräftigen Rundumschlags, der weder Boden noch Beleuchtung ausklammert, weder die Bepflanzung noch das Mobiliar auslässt. Aus der geplanten Zusammenlegung des bislang voneinander getrennten Kiosk- und Kassenbereichs sollen mehr Sitzmöglichkeiten resultieren, und auch die sanitären Anlagen bekommen neuen Schliff.

Das klassische Restaurant gehört der Vergangenheit an

Nachdem der letzte Pächter des Aquarena-Restaurants nun schon vor längerem aufgegeben hat und die Küche bis heute kalt geblieben ist, soll nun 2014 endlich auch ein neues Gastro-Konzept umgesetzt werden. Dazu will man den zwischenzeitlich von den Stadtwerken selbst betriebenen Bistro-Bereich im Obergeschoss des Bades nach unten in die Räumlichkeiten des Restaurants verlegen und damit näher zum Badegeschehen rücken. Auf diese Weise kommt diesem Gastronomie-Bereich eine Art Zwitterfunktion zu: Zum einen gibt es einen zum Hallenbad hin offenen SB-Imbiss, zum anderen eine gesonderte Theke im Eingangsbereich, sodass neben Badbesuchern auch wartende Gäste im Foyer vom Essens- und Getränkeangebot profitieren können. Klar ist damit freilich auch, dass das klassische Restaurant-Konzept mit Voll-Gastronomie der Vergangenheit angehört.

Der Vorteil dieser Lösung findet sich in den frei werdenden Räumen im Obergeschoss des Bades. Dort wollen die Badebetreiber dem Wellnessfaktor mit einer großflächigen Liege- und Entspannungslandschaft auf die Sprünge helfen. Gleichzeitig wird das darunter gelegene Kinderbecken in Form fest installierter Wasserspiel- und Spaßgeräte noch familienfreundlicher gestaltet.

Im Saunabereich bleibt alles beim Alten

Im Saunabereich bleibt zumindest fürs Erste alles beim Alten. Allerdings behält man auch diesen Bereich im Blick, will nach Abschluss der 2014 anstehenden Runderneuerung prüfen, welche Ideen sich dort realisieren lassen. Handlungsbedarf ist nicht so ohne Weiteres von der Hand zu weisen, denn seit die Saunalandschaft im Herbrechtinger Jurawell vergrößert worden und attraktiver gestaltet worden ist, spürt man in der Aquarena die nur wenige Kilometer entfernte Konkurrenz.

Auch die gesamte Besucherbilanz ist von einem leichten Rückgang geprägt. Zählte man 2011 in der Aquarena rund 270 000 Besucher, so waren es im vergangenen Jahr noch 251 000. Und zehn Jahre zuvor, als man sich anschickte, mit der Riesenrutsche dem Trend zum Spaßbad zu folgen, bewegte sich die Aquarena mit knapp 318 000 Besuchern noch in ganz anderen Dimensionen.

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