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Anklage wegen Totschlags gegen Messerstecher aus Geislingen

Zwei Monate nach dem Tod eines 22-jährigen Heidenheimers an der Bergstraße hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags gegen einen 21-Jährigen aus Geislingen erhoben. Er soll auf sein Opfer fünf mal mit einem Springmesser eingestochen haben.

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In der Nähe des Tatorts an der Bergstraße zeugen Kerzen und Bilder auch zwei Monate nach der Tat von der Trauer der Freunde und Bekannten des Getöteten, der durch den Streit so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde.

Was in der Nacht abgelaufen ist, hat die Staatsanwaltschaft durch diverse Zeugenaussagen rekonstruiert. Demnach sollen die drei Angeschuldigten in der Nacht des 2. Septembers in der Innenstadt Heidenheims mehrere Frauen angesprochen haben, unter anderem auch die Freundin des später Getöteten. Dabei seien sie zurückgewiesen worden. Im Schnellimbiss an der Ecke Olgastraße und Marienstraße gegenüber des Pressehauses nahm die Auseinandersetzung ihren Anfang, als das Trio mit dem späteren Opfer, dessen Freundin und einem weiteren Bekannten aneinander geriet. Laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist es zu gegenseitigen Beleidigungen und verbalen Auseinandersetzungen gekommen. „Wir gehen davon aus, dass die drei Angeschuldigten zunächst mir ihrem Auto davongefahren sind“, sagt Armin Burger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen.

Kurz nach 3 Uhr sei es an der Bergstraße zu einem dritten Zusammentreffen gekommen. Dabei sollen die Angeschuldigten das Opfer und den Begleiter mit Steinen beworfen und angegriffen haben.

Schließlich habe der Hauptangeschuldigte ein Springmesser gezogen und fünf Mal auf das Opfer eingestochen. Das Messer hatte laut Burger eine Klingenlänge von neun Zentimetern und ist in Deutschland verboten. Auch die zu Hilfe gerufenen Sanitäter konnten nicht mehr helfen: Der 21-Jährige verstarb kurz vor 4 Uhr an inneren Blutungen.

Das Trio hatte sich gleich nach der Tat aus dem Staub gemacht. Noch während die Polizei mit Hochdruck nach dem Auto mit Ludwigsburger Kennzeichen fahndete, stellten sich die Angreifer am Tag darauf freiwillig. Seit 4. September sitzt der Hauptangeschuldigte in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft waren alle drei Tatbeteiligten berufstätig.

Die Anklage wurde den drei Männern in den vergangenen Tagen zugestellt. Nun liegt das weitere Vorgehen bei der Jugendkammer des Landgerichts Ellwangen, bei der die Anklage erhoben worden ist. Der Hauptangeschuldigte ist 21 Jahre alt, die beiden anderen sind 20 und 24 Jahre. Die Jugendkammer entscheidet nun über die Zulassung der Anklage und setzt einen Termin für die Hauptverhandlung fest. In der Regel kann dies einige Wochen dauern.

Im Falle einer Verurteilung liegt das Strafmaß für Totschlag bei einer Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren bis zu 15 Jahren, in besonders schweren Fällen ist auch eine lebenslängliche Freiheitsstrafe möglich. Beteiligung an einer Schlägerei kann laut Auskunft Burgers dann angeklagt werden, wenn durch die Schlägerei jemand zu Tode gekommen ist. Dies wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.

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