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Am Limit: HSB-Führung soll ein Hauptamt werden

Vorsitzender Dr. Volker Wiedenmann kündigt Satzungsänderung an: Der Abschied von der ehrenamtlichen Vereinsspitze ist geplant.

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Sieht nicht nur optisch dem FCH ähnlich: Der HSB hat einen millionenteuren Sportpark und eine schmucke neue Geschäftsstelle (im Bild die Einweihung 2016) stößt an die Grenzen seiner ehrenamtlichen Strukturen und plant nun eine Professionalisierung. HSB-Vorsitzender Dr. Volker Wiedenmann könnte der letzte Ehrenamtliche an der Spitze des größten Sportvereins der Stadt sein.

Noch ein Jahr will Dr. Volker Wiedenmann Vorsitzender des Heidenheimer Sportbundes bleiben. Wenn er abtritt, wird er womöglich als letzter ehrenamtlicher Vereinschef in die Chronik eingehen: Auf der Hauptversammlung des größten Heidenheimer Sportvereins kündigte Wiedenmann am Freitag an, die Struktur der Vereinsspitze zu ändern. „Eine professionelle Geschäftsführung muss her“, so Wiedenmann. Man wolle dafür die Satzung ändern und werde darüber auf einer außerordentlichen Hauptversammlung befinden.

„Wir können so nicht weitermachen und werden keine Leute mehr finden, die zu ihrem Beruf 20 Stunden die Woche für den Verein drauflegen, auf Wochenenden und Urlaub verzichten“, so Wiedenmann. Freilich wolle der Verein erst an einer neuen Struktur feilen und erst dann überlegen, wie man den künftigen Spitzenjob (Wiedenmann: „Ja, das kostet auch Geld“) besetze: „Ich vermeide es, jetzt schon vom Geschäftsführer zu sprechen, sonst bekomme ich wieder Unmengen Mails von Leuten, die sich dazu berufen fühlen“.

Geschäftsführer? Noch Unwort

Der HSB bleibt also im Umbau – auch wenn die großen Umbauten eigentlich abgeschlossen sind. Im Rückblick jedenfalls stand der Sport erstmals seit Jahren wieder vor den Bauten, Wiedenmann erinnerte an Turngalas und Fechtturniere und Leichtathletik-Meisterschaften, zeigte ein Video des HSB-Auftritts auf der Messe „Kontakta“, das für ihn Anlass war, sich häufigere „Leistungsschauen“ des Gesamtvereins zu wünschen: „das war einfach sehr, sehr beeindruckend“. Wiedenmann erinnerte auch an die Spitzenleistungen von Fechtern, Baseballern und Basketballern. „Es ist aber auch legitim, wenn sich Abteilungen eher dem Spaß am Sport statt der Hochleistung widmen“, so der Vorsitzende.

Keine blaue Laufbahn

Umbauten in der laufenden Saison betreffen vor allem den maroden Belag der Laufbahn (siehe Bericht am vergangenen Samstag). Wiedenmann bedankte sich für das von der Stadt bezahlte „Upgrade“ beim neuen Belag. Dass der rot bleibe, auch wenn landesweit gerade die blauen Laufbahnen in Mode seien, werde den Sportpark-Sponsor, die Kreissparkasse, sfreuen, so Wiedenmann. Sparkassen-Vizechef Thomas Schöpplein freute sich.

Seinen letzten Kassenbericht legte Karl Baßler (siehe eigener Beitrag) vor, und der ist ein Geschenk an den scheidenden Finanzvorstand wie an den Verein: 250 000 Euro im Plus ist der Verein theoretisch unterm Strich, die Eigenkapitalquote liegt bei fast 66 Prozent – da werden auch größte Heidenheimer Firmen neidisch. Die 735 000 Euro ausstehender Baufinazierung schafft der Verein dank Niedrigzinsen locker, und bei den Baukosten schafft der Verein Traumwerte: Mit 339 000 Euro wurde die neue Geschäftsstelle abgerechnet, so Baßler: Gerade 6000 Euro mehr als einst geplant.

„Vorbildlich“ nannte Baßler die Förderung durch die Stadt, die nicht nur für Bauzuschüsse, sondern auch für Kaderförderung und selbst für Kilometergeld sorge. Ein Ball, den Oberbürgermeister Bernhard Ilg gerne aufnahm: 320 000 Euro erhalte allein der HSB in diesem Jahr von der Stadt (zum Vergleich: Der HSB nimmt 420 000 Euro Mitgliedsbeiträge ein), das habe der Verein angesichts seiner Verdienste um Integration und Generationengerechtigkeit auch verdient. Ilg verwahrte sich deswegen gegen Debatten um die Verteilung städtischer Mittel unter den Vereinen ebenso wie gegen „die, die jetzt enttäuscht sind, dass es keinen Streit und keine Auseinandersetzungen gibt“.

Vorstand für ein Jahr

Weder Streit noch Auseinandersetzungen gab es auch bei den Wahlen: Karl Baßler erhielt seinen Nachfolger ebenso einstimmig, wie der Vize-Vorsitzende Rainer Ludwig und Verwaltungsvorstand Sabine Kassel im Amt bestätigt wurden – beide nur für ein Jahr, denn 2018 soll es ein großes Stühlerücken an der Vereinsspitze geben. Zu groß? Als er an die Vereinsspitze gekommen sei, hätten der vormalige Vorsitzende und sein Vize auch gemeinsam und gleichzeitig aufgehört, so Volker Wiedenmann: „Da ging es auch“.

Ehrungen dürfen bei einer Hauptversammlung des HSB natürlich nicht fehlen. Mehr dazu auf Seite 10.

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