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Alter Firmenstandort bringt neues Gewerbe in Fahrt

Wo die insolvente Grossmann und Kaiser GmbH ihren Platz hatte, haben sich eine Spedition und ein Metallbau-Spezialist angesiedelt.

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Ende und Anfang liegen bisweilen auch im Wirtschaftsleben nahe beieinander. Das jüngste Beispiel findet sich am nördlichen Ortsrand von Schnaitheim, wo das Aus einer in die roten Zahlen geratenen Firma zwei anderen noch jungen Unternehmen die Chance bietet, sich weiterzuentwickeln.

Noch vor nicht allzulanger Zeit prangte das Firmenschild „Grossmann + Kaiser“ an dem zwischen der Brenz und der Straße „Am Jagdschlössle“ gelegenen Produktionsgebäude, doch der Geschäftsbetrieb dieses vor knapp zwei Jahre insolvent gewordenen Korrisionsschutz-Spezialisten war bereits im Mai 2015 eingestellt worden. „Es war damals keine Investorenlösung möglich,“ erinnert sich ein Sprecher des Ulmer Insolvenzverwalters Michael Pluta, der noch immer mit dem Fall befasst ist. Vor zweieinhalb Monaten erfolgte die Löschung der Handelsregister-Eintragung der beiden Geschäftsführer der 1977 gegründeten GmbH, doch die Gesellschaft selbst wird erst nach Aufhebung des noch immer laufenden Insolvenzverfahrens erfolgen. Dessen Abschluss ist 2017 geplant, wobei der Insolvenzverwalters davon ausgeht, dass die Gläubiger am Ende mit einem als überdurchschnittlich hoch geltenden Anteil von 30 Prozent der Insolvenzmasse rechnen können.

Der Weg für eine Nachnutzung des brach liegenden Firmenareals ist schon vorher freigeworden. So ist das gesamte Gelände inzwischen an einen neuen Eigentümer verkauft worden, der dieses Objekt mit einer Gesamtfläche von rund 12 000 Quadratmetern an zwei Betriebe vermietet hat, die bei aller Unterschiedlichkeit eines eint: Beiden jetzt zu Nachbarn gewordenen Unternehmen ist es an ihrem bisherigen Standort zu eng geworden.

Dies gilt in besonderem Maße für ein noch junges Speditionsunternehmen, das als HGS GmbH firmiert und bis vor kurzem auf dem Gelände der insolventen Metallbau-Firma Gergeni im Einkaufszentrum Nord beheimatet war. Keine idealen Verhältnisse, so dass Speditionsleiter Ralf Kempe die Chance ergriff, auf die andere Seite der Brenz zu ziehen. Hier stehen dem 20-köpfigen Team – darunter 14 Fahrer – ausreichend Büro- und Lagerräume sowie Platz für den sich aktuell wandelnden Fuhrpark zur Verfügung. War man bisher mit Mietfahrzeugen unterwegs, stellt man jetzt um und kauft ein rundes Dutzend eigener Sattelzüge ein. Das 2013 gegründete Logistikunternehmen bewegt sich auf einem einerseits hart umkämpften Markt, der andererseits ein immer höheres Frachtaufkommen verspricht.

Wo sieht die HGS da ihren Platz? „Wir arbeiten gern in einer Nische – und sind sehr flexibel,“ sagt Ralf Kempe, dessen Fahrzeuge überwiegend nach Italien rollen, wo man mit Partner-Speditionen zusammenarbeitet. Die HGS, die europaweit Kurierdienste betreibt, fährt auch für Fressnapf in Feuchtwangen, für Sigma Aldrich in Schnelldorf und den Mergelstetter Maschinenbauer Mayer. Bekannte Namen bedient auch der neue Nachbar der Spedition. Rohrbiegetechnik Fröscher ist von Weißenhorn nach Schnaitheim gezogen, wo es in der 2000-Quadratmeter-Halle bessere Produktionsbedingungen als am alten Standort gibt. Der Spezialist ist Zulieferer von Nutzfahrzeugherstellern und fertigt Geländer bzw. konfektionierte Rohre für die Landmaschinen-, Baumaschinen und Automobilindustrie. Dazu zählen besonders Hydraulikrohre, etwa Kühlwasser- und Abgasleitungen. „Ob Einzel- oder Serienfertigung, wir biegen alles hin, was lang und rund ist,“ sagt Firmenchef Alexander Fröscher, auf dessen Referenzliste Evobus und Liebherr stehen. Auch Kässbohrers legendärer Pisten-Bully bewegt sich mit Fröscher-Teilen über die Pisten.

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