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„Diesmal gibt's keine Schecks“

kulturellen und sportlichen Leben mit knapp 80 000 Euro: „Wir haben noch!“

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S checks gibt's leider keine mehr“: Nikolas Palmarini, Enkel von Hugo Rupf und Vorsitzender des Vorstands bei dessen Stiftung, freut sich seit 2005 jedes Jahr in der beginnenden Adventszeit, „in persönlicher Übergabe“ die Erlöse der Hugo-Rupf-Stiftung weiterreichen zu können – zum großen Teil an Kulturschaffende und Sportverantwortliche Heidenheims, jener Stadt also, in der sein Großvater die Geschicke der Firma Voith über viele Jahre verantwortlich bestimmt hat.

Rupf hat Teile seines Vermögens eingebracht in eine Stiftung, aus deren Erlös in diesem Jahr, „dank der weisen Anlagestrategie meines Großvaters“, immerhin 73 800 Euro ausgeschüttet werden konnten.

Es waren in früheren Jahren schon sechsstellige Summen, die verteilt werden konnten: „Es wird immer schwieriger, Geld zu erwirtschaften“, sagt Palmarini; er bedauere es sehr, dass heuer weniger zu vergeben sei. Aber es gebe mittlerweile „viele Stiftungen, die müssen pausieren. Wir haben noch; und eigentlich noch reichlich“. Und er empfahl den Mittelempfängern, „nicht traurig“ zu sein, wenn die Gabe „nun vielleicht ein bisschen knapper“ ausfalle: „Freuen Sie sich trotzdem“. Er hoffe, dass das jetzige Niveau „künftig bleibt“.

„Zwei Neuerungen“ wusste Palmarini für die nunmehr zwölfte „persönliche“ Mittelübergabe zu verkünden: Neben der geringeren Ausgabesumme die Tatsache, dass es ab heuer eben keine Schecks mehr gebe – „tut mir leid!“ Aber für die Begünstigen ändere sich prinzipiell nichts: „Unsere Bank hat umgestellt“, ab jetzt werde halt überwiesen. Kuverts erhielten die 24 Heidenheimer Empfänger dennoch.

In der Villa Eisenhof begrüßte Voith-Manager Thomas Born die Geste mit freundlichen Worten, musikalisch unternahmen dasselbe zwölf Sänger des Heidenheimer Oratorienchors unter Leitung von Ulrike Blessing mit weltlichen und adventlichen Weisen.

Der erste Scheck geht traditionell an die Universität Tübingen, der Rupf sein Leben lang, auch in der Würde eines Ehrensenators, eng verbunden war. Die neue und junge Prorektorin Prof. Dr. Monique Scheer verwies auf „Deutschland-Stipendien“, die dadurch finanziert werden. Studiendekan Prof. Dr. Rüdiger Przybilla von der Graduate School Ostwürttemberg verwies ebenso auf studentische Förderung und bat Yusuf Sahan vor, der sich für die Mittelzuweisung bedankte.

Der umrahmende Oratorienchor gehört ebenfalls zu den geförderten; Vorsitzender Dr. Norbert Tempel bedankte sich für die „Investitition in Musik“. Genauso handhabt es das Voith-Orchester, für das Erika Klemm das Kuvert entgegen nahm.

Der Förderverein Neuer Kammerchor Heidenheim am Schiller-Gymnasium verwies auf viele ermöglichte Begegnungen junger Menschen mittels der „Weltsprache Musik“; Gisela Ramensee-Mayer und Thomas Kammel schilderten anstehende Vorhaben.

Für den HSB-Vorstand freute sich Dr. Volker Wiedenmann, seit 2005 bedacht zu werden; und auch Jochen Kassel, der mit Irmgard Römer-Rous und dem jungen Talent Johanna Tisch vortrat, freute sich über die „wiedermalige“ Förderung der HSB-Fechter.

Auch das Naturtheater will die empfangenen Mittel, so Vorsitzender Norbert Pfisterer, in die Jugendförderung stecken. Für die Opernfestspiele meinte der städtische Fachbereichsleiter Kultur Matthias Jochner, man wolle „Menschen ansprechen, die nicht von sich aus zu uns kommen“.

„Ich vertrete den Heidenheimer Untergrund“, meinte Dr. Gerhard Kerler vom Museum im Römerbad. Und Dr. Franz Eibach vom Kunstverein verwies auf dessen „Beitrag zur kulturellen Vielfalt der Stadt“.

Für den Förderverein Kunstmuseum gab Matthias Jochner die Absicht kund, den Ankaufsetat „zu toppen“, etwa für den Erwerb von Picasso-Grafiken.

Dann wurden einige „Sonderprojekte“ bedacht: Bernd Elsenhans bedankte sich für „Freunde schaffen Freude“, die seit 35 Jahren soziokulturell aktiv seien. Für die Jugendabteilung des 1. FCH traten Jürgen Bastendorf und Florian Dreier vor, für das „Grüne Klassenzimmer“ des Brenzparkvereins Stephanie Krause und Dr. Michael Banz. Für den Förderverein Neue Musik verwies Dr. Veit Gruner auf die Sonderstellung Heidenheims dank eines engagierten Vereins: „Unsere Klänge verlangen einiges ab“. Der Heimat- und Altertumsverein verwies, mittels seines Vorsitzenden Dr. Martin Burkhardt sowie Ingrid Kriesten und Uwe Siedentop, auf die nächste Sonderausstellung im Schloss zur Geschichte der hiesigen Textilindustrie; Georg Michael Grau auf das Musikfestival Schloss Brenz, das Kammermusik an einem „tollen Ort“ biete. „Ich hoffe, Sie sind einverstanden, dass ich diesen Umschlag nicht zerreiße, sondern nach Hamburg schicke“, meinte Palmarini dann, darauf verweisend, dass Stefan Tolnai für das Projekt „Musical Sehnsucht“ nicht persönlich habe erscheinen können.

Für die Stadt Heidenheim konnte der neue Fachbereichsleiter Matthias Heisler, assistiert von Susanne Mayr von der Zukunftsakademie, fünf „Sonderprojekte“ vorstellen: Das Kinder- und Jugendhaus Mittelrain starte die integrative Initiative „So ein Theater“, gefördert werde auch die Sprachförderung der Bergschule (Grundschulförderklasse), die Zukunftsakademie (Mitmachausstellungen sowie neue Basiskurse und den Schwerrpunkt erneuerbare Energie) sowie das „Zertifikat Deutsch“ der Volkshochschule als Erfolgsbestätigung für Jugendliche.

Und wiederum Jochner verwies auf das freiwillige Engagement der Stadt in den Bereichen Junge Oper, Sammlung Historische Museen und den Verein „Kinder und Kunst“, der „quasi unsere Jugendkunstschule“ stelle und nun Kurse mit Flüchtlingskindern gefördert bekomme.

Mittel der Hugo-Rupf-Stiftung gehen auch an Empfänger in Rupfs Heimatstadt Biberach sowie an den Sportclub Sao Paulo.

Für den stimmigen kulturellen Abschluss sorgten dann wieder die sechs Sängerinnen und sechs Sänger des „Ora“; und beim finalen „Tochter Zion“ sangen einige der Anwesenden mit – auch, versonnen lächelnd, die junge Tübinger Prorektorin.

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