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Wer den Skibetrieb in der Region am Laufen hält

Heidenheim hat den Luxus, zwei kleine Skigebiete mit Flutlichtbetrieb direkt vor der Haustür zu haben, den Hochberg- und den Albuch-Skilift. Mit dem ersten Schnee fingen die Lifte an zu schnurren. Dass das so gut klappt, dafür ist eine Gruppe von Wintersport begeisterten Idealisten verantwortlich.

Karin Fuchs |

Klaus Weireter hat ein Gespür für Schneewetter. Bevor am Wochenende der Schneefall einsetzte, gab er vorigen Mittwoch das Zeichen, den Hochberglift von Sommer- auf Winterbetrieb umzurüsten. Denn wie in großen Skigebieten ist man auch am Hochberg dem Trend gefolgt, die eigentlich für den Winter geschaffenen Lifte im Sommer zu nutzen. Und da haben die Biker das Sagen.

Endlich skifoahn...

Jetzt ist umgebügelt für Skifahrer und Snowboarder, die sowohl am Hochberg als auch am Schnaitheimer Albuch-Skilift momentan gute Verhältnisse vorfinden. 25 Zentimeter Pulverschnee: Das klingt gut, ist jedoch ein vergängliches Vergnügen und will deshalb auf der Piste und Schleppspur gut präpariert sein. Sonst wäre die Grundlage schnell von den Skifahrern weggerutscht. In Heidenheim gibt es zum Walzen eine kleine, in die Jahre gekommene Pistenraupe, mit einem Brett im Schlepptau den Schnee platt drückt und die laut Weireter für den Hang eigentlich viel zu klein ist. Sechs bis acht Stunden arbeitet sich die Raupe voran, immer parallel zum Hang und nie senkrecht, sonst würde sie den Schnee talwärts schieben. Ist der Hochberg geglättet, geht der Einsatz für die Raupe, die von Mitarbeitern der städtischen Betriebe gefahren wird, gleich weiter: Denn mit dem Gerät werden die Heidenheimer Loipen gespurt. Auch dort ist seit dem Wochenende Langlauf möglich.

Der Hochberg bringt es mit seinem ganzjährigen Betrieb mit 500 bis 900 Stunden jährlich auf ordentliche Laufzeiten. Entsprechend hoch ist laut Weireter auch der Wartungsaufwand: Regelmäßig werden die Gehänge versetzt, um das 1000 Meter lange Stahlseil nicht einseitig zu belasten. Die Flutlichtmasten werden jährlich entrostet und mit einer Schutzschicht überzogen. Denn wären die kaputt, dann würde das richtig teuer und irgendwann unwirtschaftlich.

Gerechnet wird auch am Albuch-Skilift, der von der TSG, dem Skiclub und den Naturfreunden Schnaitheim betrieben wird. Laut Gerhard Welt sind zehn bis zwölf Betriebstage notwendig, um die laufenden Kosten zu decken. Schließlich muss der der Lift jährlich gewartet werden und braucht eine Tüv-Abnahme. Ein oder zwei Winter ohne Schnee könnten die Betreiber durchhalten. So viel ist auf der hohen Kante, dann würde es eng und man müsste über eine Schließung diskutieren. Doch im Moment denkt daran zum Glück niemand. 19 Betriebstage waren es vorige Saison.

Die Nachfrage ist gut

Seit Sonntag wird an den Liften Ski gefahren, je 200 Tageskarten wurden an beiden Liften verkauft. Das ist ein Zeichen, dass die Menschen auf den Liftbetrieb tatsächlich gewartet haben. Apropos Betrieb: Den schultern am Hochberg der Skiklub und die Bergwacht Heidenheim, am Albuch die drei betreibenden Vereine. Jeweils ein Pool von 20 bis 25 Helfern stehen seit November in Wartestellung und sind zu Schichten eingeteilt. Bisher waren sie in Wartestellung, seit Sonntag läuft der Einsatz.

„Dieses Jahr haben wir das gut geregelt“, ist Lange nach einem Helfer-Engpass in der vorigen Saison optimistisch. 100 Euro erhalten die Helfer für ihre Bereitschaft, wenn sie dann tatsächlich im Einsatz sind noch eine kleine Aufwandsentschädigung. Vor allem unter jüngeren Helfern habe sich die Möglichkeit herumgesprochen, das Taschengeld aufzubessern. Auch am Albuch ist das Team ausgesprochen jung, das sich am Kiosk, am Bügel oder an der Kasse betätigt. Eine Bereitschaftspauschale gibt es nicht, dafür aber den Mindestlohn von 8,50 Euro beim Einsatz.

Wie lange die Lifte in Betrieb sein werden, das weiß keiner so genau. Kalt bleibt es diese Woche. Ob am Wochenende Schnee fällt oder Regen, ist momentan nicht abzusehen. 13 Winterbetriebstage hatte der Hochberg in der vorigen Saison. Um dies zu toppen, bräuchte es dringend noch einmal Schneefall. Doch auf eine Prognose lässt sich selbst Klaus Weireter nicht ein.

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