Schwärme von Bergfinken kreisen über Heidenheim

Tausende, wenn nicht gar Millionen Bergfinken kreisen derzeit immer wieder über Heidenheim. Es sind Wintergäste aus Skandinavien, für die in unseren Wäldern die Tafel reich gedeckt ist.

Das Geräusch lässt aufhorchen. Es klingt wie das Rauschen von Wasser, ist aber der Flügelschlag von unzähligen Bergfinken, die im Schwarm wild durcheinander fliegen, zwitschern und sich auf Bäumen niederlassen, um sich kurz darauf wieder in die Luft zu erheben.
Mildes Winterwetter und reichlich Nahrungs – davon haben die Vögel Wind bekommen. Deshalb ziehen sie in diesem Jahr nicht an Heidenheim vorbei Richtung Alpenrand und Schweizer Jura, wo die nordischen Wintergäste sonst die kalte Jahreszeit verbringen, sondern machen es sich hier gemütlich, im warmen Süden.

Damit zeigen sie ein Naturschauspiel, das die Menschen erstaunt und die Ornithologen auf den Plan ruft. Experten vom Naturschutzbund richten schon seit einigen Tagen ihren geübten Blick gen Himmel. Markus Schmid ist einer von ihnen. „Vor einer Woche waren es noch rund zweieinhalb Millionen Vögel“, berichtet Schmid. doch vermuten die Beobachter, dass sich der Schwarm getrennt hat. Ein Teil zumindest zieht sich noch immer jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit an einen Schlafplatz in einem Wald in der Nähe von Bartholomä zurück. Wo der neue Schlafplatz liegt, will Schmid heute und morgen erkunden.

Die genauen Orte jedoch wollen die Ornithologen nicht Preis geben. Zu viele Schaulustige und Fotografen könnten die Vögel stören. Seit Tipp: Die Buchfinken lassen sich gut am Hang hinter Voith Richtung Katzental beobachten, wo sie sich derzeit mehrere Tage hintereinander abends sammelten, um auf sich den Weg zum gemeinsamen Schlafplatz zu machen. Andere Heidenheimer haben einen riesigen Schwarm über den Buchen des Schmittenbergs ausgemacht.
Die Tiere scheinen unsere Gegend systematisch nach Futter abzugrasen, so Schmid. Jeden Tag schwärmen sie aus auf der Suche nach Bucheckern oder Eicheln. Aber auch von Menschen vertreutes Vogelfutter wie Sonnenblumenkerne verschmähen sie nicht.

Und schwärmen die Buchfinken in einem Umkreis von bis zu 40 Kilometern täglich aus: Als die Gegend um Böhmenkirch leer gepickt war, flogen die Tiere weiter entlang des Albtraufs Richtung Volkmarsberg und fraßen sich links und rechts des Kochertals weiter Richtung Heidenheim. „Wir haben Nahrung im Überfluss, so lange diese reicht, bleiben die Vögel hier“, sagt Schmid. Und in diesem Jahr war die Buchemast besonders groß.

Spätestens im April machen sich die Bergfinken wieder auf den Heimflug Richtung Norden, wo sie Nachwuchs bekommen, diesen aufziehen und vielleicht im nächsten Jahr mit den Jungvögeln wieder hier Station machen – falls der Winter schneearm, mild und nahrungsreich ist.
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Autor: Karin Fuchs | 25.01.2012

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