S 21: Wolfgang Drexler will Zahlen liefern

Im Vorfeld der Volksabstimmung über das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 laden die lokalen Projektbefürworter zu einer Veranstaltung mit Wolfgang Drexler am Mittwoch (19 Uhr) ins Konzerthaus. Der frühere Projektsprecher wird dabei wohl auch auf den aktuellen Streit um die Kosten eingehen.

Drexler, der als SPD-Abgeordneter für Esslingen im Landtag sitzt, wurde besonders in seiner Rolle als Sprecher der Projektpartner für Stuttgart 21 bekannt. Von 2009 bis 2010 hatte er die Funktion inne. Als die SPD sich 2010 für einen Baustopp entschied, gab Drexler sein Amt ab.

Drexler gehört nicht nur zu den Befürwortern des Bahnprojekts in allen seinen Teilen (Umbau Hauptbahnhof als Durchgangsbahnhof, Anbindung Flughafen und Messe, Neubaustrecke nach Ulm), sondern er warnt auch vor den finanziellen Folgen, die das Land zu tragen hätte, wenn es als Ergebnis des Volksentscheids am 27. November die Kooperation aufkündigen müsste. Er bezieht sich auf unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die im Rahmen der Schlichtung Kosten zwischen einer und 1,5 Milliarden Euro nachgewiesen haben.

Spannend wird Drexlers Auftritt auch im Hinblick auf den aktuellen Streit in der Landesregierung über die Kosten für das Bahnprojekt sein. Wie im überregionalen Teil dieser Zeitung berichtet, wirft das SPD-geführte Ministerium für Finanzen und Wirtschaft dem Verkehrsministerium unter seinem grünen Minister Winfried Hermann vor, sich bei den Kostenschätzungen um fast 300 Millionen Euro verrechnet zu haben – Brisanz erhält der Vorwurf dadurch, weil nach der Kalkulation der Grünen der Kostendeckel für das Projekt schon jetzt gesprengt wäre, was das Wirtschaftsministerium aber entschieden verneint.

Darüber hinaus will Drexler die Infrastruktur des Bahnprojektes erörtern und auf Alternativen eingehen: Ohne Stuttgart 21 sieht er die Gefahr, dass im Neckartal zwei zusätzliche Gleise verlegt werden müssten.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Konzerthaus.

 

Kommentare (5)

23.11.2011 18:32 Uhr |   Rainer T. Müller

Stuttgart 21 ist eine Fehlgeburt

Der heutige Kopfbahnhof ist dem geplanten Tiefbahnhof deutlich überlegen. Der alte Hauptbahnhof mit 17 Gleisen kann ohne Umbauten bis zu 50, mit erweiterter Sicherungs- und Signaltechnik sogar bis zu 56 Züge in der Spitzenstunde aufnehmen.
Mit seinen nur noch acht Gleisen auf denen nur maximal 49 Züge in der Stunde möglich sind, ist der Kellerbahnhof dagegen an seiner Kapazitätsgrenze angelangt und bis in alle Ewigkeit eingesargt.

Durch die hohe Zahl zuführender Strecken und der teils kreuzungsfreien Gleiskonfiguration ist der Kopfbahnhof deutlich im Vorteil. Die Züge können zum bestehenden alten Bahnhof einschließlich S-Bahn neun Gleise und zum Abstellbahnhof weitere fünf nutzen.
Bei S21 hingegen wird die Zahl der Zuläufe reduziert, eigene Gleise zum Abstellbahnhof gibt es nicht. Es steht außer Frage, dass der heutige Kopfbahnhof leistungs- und zukunftsfähiger ist.

Deshalb JA ZUM AUSSTIEGSGESETZ und JA für eine wesentlich plausiblere und kostengünstigere Alternativlösung.
23.11.2011 16:24 Uhr |   Hans König

Weder enthält der link amtliche Fakten, noch ist mit dem

"Gutachten" bewiesen, dass der Sackbahnhof mehr Züge abfertigen könnte, als S 21.

Das Gefälligkeitsgutachten der Erfüllungsgehilfen des Verhinderungsministers hält vielmehr keiner fachlichen Prüfung stand.
S 21 kann im Übrigen auch wesentlich mehr als 49 Züge pro Stunde abfertigen, zu den Bedingungen von Vieregg+Rößler sogar mindestens 96.
23.11.2011 16:07 Uhr |   ulrich Merz

Amtliche Fakten

Und amtliche Fakten gibts hier

http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/53373/

gegen diese Fakten helfen keine Wunschvorstellungen oder Ammenmärchen. S21 ist die Lachnummer des Jahrhunderts einfach nur Murks. S21 ist Rückschritt anstatt Fortschritt so sieht die Realität aus

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