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Patricia Kutschereiter hat das Pokerface

Die 29-jährige Heidenheimerin Patricia Kutschereiter zählt zu den besten Zockerinnen in Heidenheim und Umgebung. Sie pokert.

Reinhard A. |

Irgendwie stellt man sich eine eiskalte Pokerspielerin anders vor als die fröhliche und quirlige Patricia. Heißt aber gar nichts, denn erst kürzlich bei einem Turnier mit über eintausend Startern im tschechischen Rozvadov – direkt hinter der bayrischen Grenze – kam sie mit ihrem Anti-Pokerface in die Endrunde und heimste als 67. immerhin noch knapp 500 Euro ein. Immerhin: Das Startgeld bei dem Turnier in Tschechien betrug 200 Euro. Der Sieger konnte sich über 19 000 Euro freuen.

Begonnen hatte alles vor elf Jahren, als die vorwiegend männliche Clique das „Texas hold'em“ für sich entdeckte, eine Variante des Pokerspiels. „Du kannst das sowieso nicht, das ist nix für Frauen“, war der Schlüsselsatz für Patzi, wie Freunde sie nennen, es den Machos mal richtig zu zeigen.

Ein guter Freund zeigte ihr die Regeln und weihte sie in die ersten Geheimnisse des Spiels ein. Eine Bar am Wedelgraben bildete schnell die treffliche Kulisse für die rasant wachsende Szene dieses amerikanischsten aller Kartenspiele und an Samstagen war kaum ein Platz an den Spieltischen zu ergattern. Man zockte um Sachpreise und als Hauptgewinn stand schon mal eine Reise ins Spielerparadies Las Vegas an. Dort war Patricia Kutschereiter noch nicht, möchte aber unbedingt einmal hin, am besten zur Poker-Weltmeisterschaft.

Kurzversion der Regeln: Beim Texas hold'em bekommt jeder Spieler aus einem 52er-Blatt lediglich zwei Karten verdeckt, dann werden in drei Runden fünf weitere Gemeinschaftskarten aufgedeckt, aus denen und den beiden Handkarten jeder sein bestes Blatt mit fünf Karten macht. Dazwischen wird immer wieder gesetzt und erhöht. Gewinner aller Einsätze, the winner takes it all, ist beim offenen Vergleich der mit dem besten Blatt oder derjenige, der am höchsten gesetzt hat und kein anderer mit ihm vergleichen wollte.

„Und dann kommt halt genau das Problem, dass du nie weißt, wie stark der andere ist. Ich hab schon mit lediglich einem König einen schönen Pott gezogen und mit einem Full house, also einem Drilling und einem Paar, satt verloren“, plaudert Patzi aus dem Nähkästchen. „Gerne starte ich mit König und Dame, aber natürlich auch mit zwei Assen, was aber den Gewinn noch lange nicht garantiert. Meist wird es dann teuer, so oder so.“

Wenn die gelernte Friseurin nicht im Salon Ulrich mit Schere und Kamm hantiert, ist sie immer wieder mal im Heidenheimer Pokerclub am Schmittenplatz in Mergelstetten (neben der Metzgerei) anzutreffen. „Ich hab auch eine Zeit lang im Internet gespielt, aber da waren mir dann doch die Risiken des Betrugs zu hoch, so unter Freunden zu pokern, macht einfach viel mehr Spaß“, strahlt die junge Frau. Ein Pokerbuch habe sie noch nicht gelesen und auch in der Wahrscheinlichkeitstheorie sei sie nicht bewandert, sagt sie. „Ich verlass mich meist auf mein Bauchgefühl. Und: jedes Spiel ist sowieso anders.“ Wie alle Zocker träumt sie davon, einmal an einem guten Tisch mit hohem Einsatz das beste aller Pokerblätter, einen Royal Flush mit Ass, König, Dame, Bube und der Zehn in einer Farbe, zu halten, was ihr bislang leider nicht vergönnt war.

Sie spielt regelmäßig mehr oder weniger erfolgreich Turniere in der Region. Mit einer Delegation ihres Clubs und ihrem ziemlich erfolgreichen Mentor Alex geht es demnächst wieder ins Casino-Hotel nach Tschechien. „So ein großes Turnier ist schon auch körperlich und psychisch sehr anstrengend“, erzählt Patricia Kutschereiter. Es dauert fünf Tage mit jeweils acht bis zehn Stunden, bis der Sieger oft weit nach Mitternacht feststeht. Und das wichtigste dabei? „Kleine Niederlagen schnell wegstecken“.

Sie selbst sieht sich nicht der Gefahr der Spielsucht ausgesetzt, aber in manchen Casinos begegne man dann schon „so total kaputten Typen, die nichts anderes mehr im Kopf haben!“

Patricia Kutschereiter verfolgt weder eine bestimmte Strategie noch kann sie Anfängern gute Tipps geben. An einer großen Schwäche muss sie ihrer Meinung nach noch arbeiten: „Ich kann ziemlich schlecht bluffen und ich glaub, dass man es mir einfach ansieht, wenn ich ein gutes Blatt habe.“ Aber, wer weiß, vielleicht ist genau das ihr Erfolgsrezept.

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