Neustart für berufsbegleitenden Studiengang an der DH
Der Bereich sozialer Einrichtungen und Dienstleistungen ist heute so vielfältig wie noch nie. Wer hier in leitender Position tätig werden möchte, kann sich auf seine Aufgaben im Masterstudiengang Governance Sozialer Arbeit der DHBW vorbereiten. Im Oktober startet der zweite Studienjahrgang. Es gibt bereits 42 Interessenten.
Der an der Heidenheimer DH unterrichtende Studiengangsleiter Prof. Dr. Manfred Schlund gehört zu der Handvoll Experten, die über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren das Konzept für den berufsbegleitenden Studiengang mit Masterabschluss konzipiert haben. „Wir waren unter den ersten, die mit einem Masterstudiengang am Markt waren“, freut sich Schlund über die rasch gelungene Umsetzung. Eine überraschend hohe Nachfrage schon beim Start des Masterstudiums im Oktober letzten Jahres war der Lohn für die Anstrengung. „Mit gleich 21 Anmeldungen hatten wir nicht gerechnet.“
Vorbereitet und organisatorisch getragen wird der Masterstudiengang von den drei Dualen Hochschulen Stuttgart, Heidenheim und Villingen-Schwenningen, welche über eine Fakultät Sozialwesen verfügen. Hauptunterrichtsort für die Blockseminare und die Sommerakademie ist Stuttgart. Mit vier Dozenten ist die Heidenheimer DH beteiligt.
„Die Studenten fordern einen ganz erheblich“, gibt Schlund seinen bisherigen Eindruck von der Studienatmosphäre wieder. Anderseits seien die zwei Studienjahre auch für die Studenten sehr fordernd. 6000 Euro betragen die Studiengebühren für die vier Semester, dazu kommen noch die Beiträge für das Studentenwerk und die mitunter erheblichen Reisekosten. „Wir haben auch Studenten aus Berlin oder Nürnberg.“ Umso mehr ist dies Ansporn für Schlund, den Master-Studenten „das Beste“ zu bieten.
Dazu gehört im Studienprogramm auch ein Ausblick auf die gewachsene Fülle soziale Dienstleistungen „vom Strafvollzug bis zur Beratung im Hochbegabtenbereich“ und auf den Wandel der gesellschaftlichen Erwartungen an die sozialen Dienste. Soziale Tätigkeiten reichten heute weit über die „klassischen“ Felder von Hilfe bei Armut und Elend hinaus. Vielmehr sei der „Mensch in seiner Alltäglichkeit“ zu deren Gegenstand geworden. Aus der sozialen Fürsorge, für welche früher vorrangig der Staat eingestanden sei, habe sich ein „bewegter Markt“ konkurrierender Einrichtungen entwickelt, an dem sich immer mehr private Organisationen beteiligten. Es werde nicht mehr wie bisher vorrangig nachfrageorientiert soziale Leistungen gewährt, vielmehr entwickele man innovative Konzepte, um damit eine Klientel zu gewinnen.
Mit dem Rückzug des Staates habe sich auch die Finanzierung sozialer Tätigkeiten verändert. Verstehen müsse man sich heute auch auf Begründen von Förderanträgen, auf Sponsorenwerbung oder das Ansprechen von Stiftungen. Zusätzlich hätten sich in der Bürgerschaft Netzwerke etwa in Form von Stadtteil- oder Ehrenamtsinitiativen gebildet, welche sich sozialer Belange annähmen. Soziale Dienstleistungen, so Schlund, würden immer stärker aus einem Welfare-Mix erbracht mit unterschiedlichsten Beteiligten. Wer Führung und Leitung im Sinne von Governance ausüben möchte, muss für Schlund in der Lage sein, diese komplexen Zusammenhänge zu übersehen, um effizient seine Aufgaben lösen und zugleich dem Auftrag Hilfe zu leisten treu bleiben zu können.
Studenten, die an der DH Heidenheim, den Studiengang Sozialmanagement mit einem Bachelor abgeschlossen haben und sich weiter qualifizieren wollen, empfiehlt Schlund ganz offen ein Masterstudium mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt zu wählen. Dieses verspräche einen größeren Wissenszuwachs, da im Sozialmanagement bereits viel einschlägige Kenntnisse vermittelt worden seien.
Das Studium Governance Soziale Arbeit ist zwar aufbauend zum Bachelor-Studium an der DH entwickelt worden, ist aber auch mit anderen Hochschulabschlüssen zugänglich. Wem Kenntnisse in Fachbereich Sozialer Arbeit fehlen, kann dies in Anpassungskursen ausgleichen. Eingeschrieben in den bereits laufenden Masterstudiengang haben sich beispielweise auch Studierende mit einem Abschluss in Theologie, Jura oder Sportwissenschaft.
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Autor: günter Trittner | 22.02.2012
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