Millionen Liter Wasser überfluten die B19 bei Itzelberg
Regen von oben und Sturzbäche aus einem Hang: Eine 96 Jahre alte Gussleitung der Landeswasserversorgung, die am Fuße des Steinbruch Vollmers zusammen mit zwei weiteren Leitungen verläuft, brach am Dienstag gegen 10 Uhr und überflutete die Bundesstraße 19 an der Einmündung der Wiesenstraße.
Autor: Klaus-Dieter Kirschner |Die Bundesstraße 19 zwischen Königsbronn und der Einmündung der Wiesenstraße bei Itzelberg verläuft in einer Senke. Die füllte sich im Nu. Ein paar forsche Autofahrer fuhren noch durch, erzeugten hohe Fontänen und einen Auffahrunfall, bei dem eine junge Frau leicht verletzt wurde.
Um 10.38 Uhr wurde die Königsbronner Feuerwehr wegen der Überschwemmung alarmiert. Wenig später waren 15 Feuerwehrleute und ihr Hauptkommandant Uli Geißler zur Stelle. Zunächst war guter Rat teuer. Die ersten Kräfte zwängten sich in Wathosen, um im bis zu 50 Zentimeter tiefen Wasser die Gullys zu finden.
Im Gegensatz zu den Hydranten sind diese Einlaufschächte nicht durch Täfelchen am Straßenrand eingemessen und markiert. Nur im mühsamen Stochern und Fischen im Trüben konnten die Gullys gefunden werden.
Die Besatzungen von drei Streifenwagen der Polizei versuchten im strömenden Regen den Verkehrsfluss am Laufen zu halten. Dabei zeigte sich, wie wenig manche Verkehrsteilnehmer die Verkehrszeichen achten und dann plötzlich auf der falschen Seite an einer Verkehrsinsel auf die Wiesenstraße einfahren. Eng zu ging es auch auf dem Schwarzen Weg, wenn sich dort zwei Lastzüge begegneten.
Mit einem Radlader wurden zunächst die Geröllberge von der Zufahrt zum Steinbruch Vollmer geschoben. Als schließlich die ersten Gullys gefunden, vom Schmutz-Fangeimer befreit waren, fing langsam das Wasser an abzufließen. Derweil kamen Beschäftigte der Firma C. F. Maier vorbei. Hinter ihrer Fabrik füllte sich eine Senke bedrohlich mit Wasser: „Schwappt das in unsere Fabrik?“ Dies war insofern nicht mehr zu erwarten, als die geborstene Leitung kein Wasser mehr hergab. Die Landeswasserversorgung befürchtete trotz der Havarie keine Lieferengpässe: Dort in Königsbronn verlaufen ja noch zwei weitere 900er Leitungen. Und die sind in Ordnung.
Die Reparaturarbeiten an der Rohrleitung dürften sich die ganze Woche hinziehen. Für Dienstag war ein Freilegen der kaputten Leitung vorgesehen gewesen, um dann über die Instandsetzung entscheiden zu können. Dabei wollten die Techniker auch klären, was zum Bruch der als robust beschriebenen Leitung letztlich geführt hat.
Im weiteren Verlauf dieses Einsatzes der Feuerwehr wurde schließlich die Saugleitung ausgepackt und an der tiefsten überfluteten Stelle mit der Vorbaupumpe des Löschgruppenfahrzeugs mit dem Abpumpen begonnen. Gegen 12.20 Uhr meldete die Feuerwehr der Leitstelle, dass die Überschwemmung im großen und ganzen keine mehr sei. Man müsse aber nun noch den Schlamm von der Fahrbahn bekommen. Nach dem noch ein Schacht ausgepumpt werden musste, war schließlich gegen 13.45 Uhr Einsatz-Ende.





