Letzte Bauflächen in Heidenheim im Fürsamen und Fuchssteige

Die Liste im Geschäftsbereich Liegenschaften umfasst 120 Interessenten, die allesamt in Heidenheim Bauplätze kaufen wollen. Doch Baugrundstücke sind nach wie vor rar im Stadtgebiet – aber die Baugebiete Fürsamen II und Fuchssteige liegen noch immer brach.

18 000 Quadratmeter groß ist das Baugebiet Fürsamen II nördlich des Brenzparks. Seit etlichen Jahren wird davon gesprochen, dass hier wertvolle Bauplätze, die in Heidenheim so dringend benötigt werden, ausgewiesen werden sollen. Doch Jahr für Jahr zog sich die Erschließung hin. Noch immer liegt die Fläche brach.

Auf Anfrage wurde jetzt von der städtischen Pressestelle erklärt, dass der Erschließungsvertrag für den zweiten Bauabschnitt des Fürsamens jetzt unterschriftsreif sei. Eine gleichlautende Aussage gab es jedoch bereits im Juni 2011.

Als Grund für die Verzögerungen wurden und werden die archäologischen Untersuchungen angeführt, die hier notwendig sind, bevor die Baumaschinen anrücken können. Dass es sich in dieser Gegend trefflich leben lässt, davon wussten nämlich schon Römer und Alamannen, deren Siedlungsspuren sich noch immer im Boden finden. Freilich, in den vergangenen Jahren gab es für die Archäologen an anderen Stellen der Innenstadt viel zu tun, so dass der Fürsamen II immer wieder zurückstecken musste. Doch die archäologische Untersuchung der Erschließungswege ist schon seit 2009 abgeschlossen. Außerdem sind bereits vier Baugrundstücke unter die archäologische Lupe genommen worden.

Und eben diese will die Stadt noch in diesem Jahr vermarkten. Wie der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker erklärt, können auf diesen Grundstücken Einzelhäuser gebaut werden. Um die archäologischen Untersuchungen für das restliche Gelände zu beschleunigen, wird die Zahl der Grabungshelfer in diesem Jahr auf zwölf verdoppelt. Sind die Grabungen endgültig abgeschlossen, dann stehen im Fürsamen II zusätzlich zwölf Einzelhausgrundstücke, acht Grundstücke für Doppelhäuser und fünf Grundstücke für insgesamt 15 Reihenhäuser zur Verfügung.

Nach wie vor, so Heinecker, bestehe in Heidenheim ein großer Bedarf an Baugrundstücken. Derzeit könne die Verwaltung nur in Oggenhausen, Großkuchen und Kleinkuchen Grundstücke anbieten. Aus diesem Grund versuche der Oberbürgermeister, die Ausweisung von Bauland weiter voranzutreiben, weil die Stadt den Interessenten verschiedene Auswahlmöglichkeiten bieten müsse. Derzeit umfasse die Liste der Bewerber für Baugrundstücke rund 120 potenzielle Häuslebauer.

Doch auch im Bereich der Fuchssteige, wo die Stadtverwaltung seit Jahren bemüht ist, Bauplätze auszuweisen, kommt man nicht voran. Nach Protesten von Seiten der Anwohner und der Entdeckung eines hier nistenden Baumfalken, der ein Baugebiet zunächst verhinderte, wurden einige Korrekturen in den Planungen vorgenommen, so dass der Gemeinderat im März vergangenen Jahres beschloss, das Neubaugebiet um 2,8 Hektar auf nur noch 1,8 Hektar zu verkleinern und eine einzeilige Bebauung entlang der Fuchssteige und des Hirschpfades anzustreben.

Doch auch hier ist von Bautätigkeiten weit und breit nichts zu sehen. Grund dafür ist nach städtischer Auskunft die Tatsache, dass eine beantragte Waldumwandlungsgenehmigung seit Monaten bei der Körperschaftsdirektion des Forstpräsidiums in Tübingen liegt. „Wir wissen nicht, wie lange es noch dauert, bis wir die Genehmigung bekommen“, erklärt Wolfgang Heinecker. Doch bevor die Behörde dem Antrag nicht statt gibt, stecken die weiteren Planungen fest. Weil für das Baugebiet rund 1,5 Hektar Stadtwald abgeholzt werden müssen, ist es notwendig, dass die Stadt andernorts aufforstet.

Waren im ursprünglichen Entwurf in diesem Bereich der Fuchssteige noch 32 Wohngrundstücke vorgesehen, so sind es nach der Verkleinerung des Gebietes nur noch acht. Hinzu kommen drei weitere im Hirschpfad. Die Problematik fehlender Bauplätze freilich würden diese Grundstücke nicht lösen. Dennoch: Neue Flächen an der Fuchssteige und im Fürsamen könnten die Situation vielleicht etwas entspannen und einen Beitrag gegen den Bevölkerungsschwund leisten.


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Autor: Andreas Uitz | 03.02.2012

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