Partner der

Landrat erhält Zusage vom Verkehrsminister für mehr Züge

In vier Jahren soll der schnelle Interregioexpress IRE auf der ausgebauten Brenzbahn im Stundentakt verkehren. Doch hat das Land die zusätzlichen Züge bei den momentan laufenden Ausschreibungen der Bahn-Verkehrsverträge auch einkalkuliert? Der Landrat hakte nach und bekam eine Zusage vom Verkehrsminister.

Karin Fuchs |

Das Land schreibt derzeit die Leistungen für die Schienennetze im Land neu aus, unter anderem auch für die Brenzbahn. Schon frühzeitig, nämlich im Jahr 2012 hatte Landrat Thomas Reinhardt das Verkehrsministerium gebeten, die Option eines IRE-Stundentaktes für die Brenzbahn zusätzlich in die Ausschreibung mit aufzunehmen, falls die Brenzbahn einmal ausgebaut ist. Damals hatte der Minister dies zusagt.

Tatsächlich ist die Option eines Stundentaktes nun doch nicht in der Ausschreibung enthalten. Während Aalens CDU-Landtagsabgeordneter Winfried Mack bereits protestiert (siehe eigener Beitrag) hakte Landrat Reinhardt noch einmal nach – und erhielt jetzt von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) persönlich eine Antwort. „Ohne ein feststehendes Inbetriebnahmedatum der Infrastruktur wäre eine formale Option für Bieter nicht kalkulierbar und somit verbaberechtlich unzulässig“, lautet die Erklärung aus Stuttgart. Soll heißen: Da man noch nicht garantieren kann, wann die zweigleisgen Abschnitte fertig sind, kann man auch noch nicht verbindlich für den Stundentakt bestellen. Laut dem Verkehrsminister heißt das allerdings nicht, dass die Brenzbahn vergessen wurde: Denn ausgehandelt wird gleichzeitig auch eine mögliche Zubestellung von einer Million „Zugkilometern“, also schlicht Fahrbetrieb mit Wagenmaterial. Damit wären die rund 370 000 Zugkilometer pro Jahr, die für den Stundentakt beim IRE auf der Brenzbahn notwendig wären, künftig ohne Probleme zusätzlich zu bestellen, versichert der Minister.

Die Rechtsauffassung des Ministeriums teile er nicht, so Landrat Reinhardt, der selbst Jurist ist: Eine optionale Ausschreibung sei rechtlich durchaus gestaltbar. Freilich: Unterm Strich zeigt sich der Landrat dennoch zufrieden. Denn im Ergebnis sei die Zusage des Verkehrsministers für die Brenzbahn politisch wie auch rechtlich bindend.

Damit der IRE-Stundentakt überhaupt wahr werden kann, muss noch einiges bewegt werden, um den sportlichen Zeitplan einhalten zu können. Laut der ersten Machbarkeitsstudie waren es über sieben Kilometer Bahnstrecke, die zweigleisig ausgebaut werden musste: fünf Kilometer im Alb-Donau-Kreis zwischen Langenau und Rammingen und 2,1 Kilometer im Landkreis Heidenheim bei Sontheim Richtung Bergenweiler.

Derzeit wartet man auf das Ergebnis einer Konsolidierungsstudie, die gemeinsam mit dem Land und dem Regionalverband Ostwürttemberg in Auftrag gegeben worden ist. Die ersten Erkenntnisse daraus stimmen den Landrat optimistisch: Womöglich wird weniger Zweigleisigkeit benötigt als bislang angenommen, so der Landrat. Sollte sich dies bewahrheiten, dann würde man beim Ausbau nicht nur Zeit, sondern vor allem auch Geld sparen. Auf 24 Millionen Euro war der Ausbau bislang kalkuliert.

Vorgestellt werden soll die Konsolidierungsstudie im Kreistag am 13. Juli. Um nicht die Fehler anderer Projektgruppen zu machen, will Landrat Reinhardt auch die Bahn AG als Eigentümerin des Bahnnetzes frühzeitig bei den Planungen mit ins Boot holen. Deren Plazet wird benötigt, um mit dem Planfeststellungsverfahren für die Bahnausbau zu beginnen. Dies ist die nächste große Hürde, vor dem Baubeginn zu nehmen ist. Mit dem bisher für Baden-Württemberg zuständigen Konzernbevollmächtigten Eckart Fricke sei man in engen Kontakt gewesen. Nun habe man dessen Nachfolger Sven Hantel zu einem Gespräch eingeladen, um ihm die Brenzbahn-Pläne vorzustellen.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Kotzhügel und Zaun: Botschaften ...

Das Tanzen auf den Tischen ist nicht erlaubt. Foto: Felix Hörhager

Der Besuch des Oktoberfestes kann ein großes Abenteuer sein. Damit alles glatt geht, geben einige Botschaften ihren Landsleuten nützlich Ratschläge an die Hand. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr