Heidenheimer Sportbund investiert 3,5 Millionen in Sportpark
Nachdem der bislang von der Stadt geplante Neubau einer großen Sporthalle kein Thema mehr ist, macht der HSB den Weg für eine eigene – und gar nicht so kleine – Lösung frei. Die Pläne für einen Neubau im Sparkassen-Sportpark liegen bereits auf dem Tisch.
Die endgültige Weichenstellung wird seitens des Vereins am Mittwoch kommender Woche erfolgen. Bei einer um 19.30 Uhr im HSB-Treff im Sparkassen-Sportpark beginnenden außerordentlichen Hauptversammlung des HSB sollen die Mitglieder auf öffentlicher Bühne den Beschluss für die Realisierung eines der größten Projekte fassen, die der größte Sportverein Heidenheims in der jüngeren Zeit gestemmt hat. Die Zustimmung gilt bereits jetzt als sicher.
Gleich am Tag danach macht dann der Gemeinderat den kommunalpolitischen Knopf an die Sache. Stimmen die Stadträte dem Vorschlag des Rathauses zu, unterstützt die Stadtverwaltung die Neubaupläne des HSB mit zwei Millionen Euro. Eine respektabel anmutende Kostenbeteiligung, die jedoch immer noch günstiger ausfällt als der Bau einer dort ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplanten Zweifeldhalle, deren Kosten auf 4,5 Millionen Euro taxiert worden waren.
Einzelheiten der jetzt angepeilten Planung wurden Ende vergangener Woche bei einer nichtöffentlichen Sitzung des HSB-Sportbeirats deutlich, in deren Rahmen der Vorstand des Gesamtvereins die Vorsitzenden der einzelnen Abteilungen über die aktuelle Planung in Kenntnis setzte. Demnach soll auf dem Sportpark-Gelände der gesamte zwischen der Tennishalle und dem Jahnhaus gelegene Baubestand abgebrochen werden. Dazu zählt auch der im Jahre 1997 mit einem Kostenaufwand von rund 1,3 Million DM errichtete Erweiterungsbau, unter dessen Dach auch der HSB-Treff untergebracht ist, in den erst vor wenigen Jahren 100 000 Euro investiert worden waren.
Ein solcher Multifunktionsraum ist auch Bestandteil des jetzt aktuell werdenden Neubauprogramms. Der rund 130 Quadratmeter große, vorzugsweise für Besprechungen gedachte Mehrzweckraum bildet eine Art Bindeglied zwischen dem unverändert stehen bleibenden Jahnhaus und dem sich unmittelbar nördlich anschließenden Hallenneubau, der mit beachtlichen Außenmaßen besticht. Nach den vom Stuttgarter Architekturbüro Sport Concept GmbH entworfenen Plänen wird sich die etwa acht Meter hohe Halle auf einer Länge von 44 Meter erstrecken und etwa 36 Meter breit werden. Zum Vergleich: Die Karl-Rau-Halle ist 38 Meter breit und kommt einschließlich der angebauten Leichtathletikhalle auf eine Länge von 75 Meter.
Der künftige Besucher wird das sich über zwei Etagen erstreckende Gebäude über ein gegenüber der Jahnhaus-Terrasse liegendes, 50 Quadratmeter umfassendes Foyer betreten. Von dort aus erschließen sich die Sportflächen, wobei der für die Kunstturnerinnen vorgesehene Turnbereich mit seinen feststehenden Turngeräten einen Schwerpunkt bildet. Mit 612 Quadratmetern steht hier mehr als das Doppelte des in der bisherigen Halle gebotenen Raumkontingents und darüber hinaus auch noch ein Laufbereich zur Verfügung. Daran schließen sich ein 16 mal 19 Meter umfassender Budo-Bereich sowie im zweiten Stock ein 109 Quadratmeter großer Kraftraum an. Über den Umkleideräumen sind vier Meter hohe Räume für Gymnastik vorgesehen, die eine Gesamtfläche von knapp 530 Quadratmeter bieten und voraussichtlich teilbar sein werden. Der Umkleidebereich selbst wird erweitert und ist künftig in Bereiche für Außen- und Innensport getrennt, so dass etwa der Sand in den Schuhen des aus der Weitsprunggrube kommenden Sportlers keinen Anlass mehr für Beschwerden gibt.
Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich nach Angaben des HSB-Vorsitzenden Dr. Volker Wiedenmann auf 3,5 Millionen Euro. Viel Geld, das dem Verein indes sinnvoll angelegt erscheint, denn allein die Sanierung der im Sportpark bestehenden Halle mit ihrem bescheidenen Platzangebot hätte nach Einschätzung des Vorstands um die 420 000 Euro gekostet. „1,5 Millionen Euro müssen wir selbst bringen,“ sagt Wiedenmann, der neben dem städtischen Beitrag in Höhe von zwei Millionen Euro auch mit einem in seiner Höhe noch nicht bekannten Zuschuss des Württembergischen Landessportbunds rechnen kann. Auch wenn man damit immer noch mehr ausgeben muss, als ursprünglich gedacht war, steht die Finanzierung. Einen Teil hat man als liquide Mittel zurückgestellt, nachdem man bereits 2010 eine Beitragserhöhung beschlossen hatte, um diese Investition stemmen zu können.
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Autor: erwin bachmann | 22.02.2012
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Das Jahnhaus bleibt die Eingangspforte zum Sportpark: Der Blick von der B 466 aus zeigt, wie sich die Optik durch die neue Halle verändern wird.
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