Heidenheimer Klinikum plant eigene Kindertagesstätte

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt in der Geschäftspolitik des Klinikums einen wachsenden Stellenwert ein. Dem pfleglichen Umgang mit dem Personal dient auch die geplante Einrichtung einer eigenen Kindertagesstätte.

Wann dieses Angebot im Klinikum etabliert wird, steht noch nicht fest, zumal der Termin vom Zeitpunkt der Eröffnung des neuen Bettenhauses C abhängt. Erst wenn dort die Chirurgie eingezogen ist und im zweiten Stock des bestehenden Nachbargebäude Platz für die Neurologie gemacht hat, stehen im dortigen Erdgeschoss jetzt noch als Patientenzimmer genutzte Räume zur Verfügung, die dann in eine Kindertagesstätte umgewandelt werden können.

Nach heutigen Überlegungen können dort bei entsprechender finanzieller Förderung des Vorhabens bis zu zwei Gruppen mit je neun Kindern im Alter von unter drei Jahren aufgenommen werden. Die Betreuung wird in den Händen des Tagesmüttervereins Heidenheim liegen und nach dem sogenannten „Tiger-Modell“ erfolgen. Gemeint ist eine besondere Form der Tagesbetreuung, die nicht im Haushalt der Eltern oder der Tagespflegeperson stattfindet, sondern vom Land auch „in anderen geeigneten Räumen“ erlaubt ist.

Dass Interesse an einer solchen Form der Kinderbetreung besteht, demonstrierten erst jüngst rund 35 Mitarbeiter, die sich zu einer ersten Informationsveranstaltung im Hörsaal des Klinikums eingefunden hatten. Mit dabei waren Karin Keller und Sandra Stütz vom Tagesmütterverein sowie Brigitte Holdt vom Personalmanagement des Krankenhauses, wo man bereits eine Warteliste mit ersten konkreten Anmeldungen führt. Und einen Namen hat das jüngste, noch ungeborene Kind des Klinikums auch schon: Aus den Vorschlägen, die nach einem an die Beschäftigten ergangenen Aufruf gemacht wurden, wurde der von Christiane Bücheler geprägte Begriff „Klinik Kids“ ausgewählt.

Die geplante Einrichtung stellt einen Teil des Bemühens der Geschäftsleitung dar, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Mit etwas mehr als 1500 Beschäftigten zählt das Heidenheimer Klinikum zu den größten Arbeitgebern in der Region und sieht sich mit ihnen – bei aller Unterschiedlichkeit der Branchen – vor der Notwendigkeit, mit einer familienbewussten Personalpolitik qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden.

Auf dem Schlossberg hat man mit diesem strategischen Management-Instrument aufgrund der branchenbedingten Personalstruktur insbesondere die Frauen im Blickfeld, was denn auch das Engagement erklärt, jungen Müttern über die längerfristige Babypause und Teilzeitarbeitsmodelle hinaus besondere Angebote in der Kinderbetreuung zu machen. In der Klinikgesellschaft liegt der Anteil weiblicher Mitarbeiter unter allen Voll- und Teilzeitbeschäftigten bei knapp 80 Prozent. Die größte Gruppe entfällt traditionellerweise auf den Pflegebereich, doch auch bei den Oberärzten ist fast schon ein Drittel weiblich. „Tendenz weiter steigend,“ wie Klinikum-Pressesprecher Günther Berger vermutet, der davon ausgeht, dass sich in Zukunft eine an den Universitäten seit Jahren beobachtete Entwicklung niederschlagen wird. Dort nämlich sind die jungen Frauen eindeutig im Vormarsch und stellen schon heute rund 60 Prozent aller Studienanfänger in der Medizin.


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Autor: erwin bachmann | 20.02.2012

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