Alternative Energien: Heidenheimer "Solar Valley" geht demnächst ans Netz
Der Sonnenschein kommt wie bestellt und wird auch künftig ein gern gesehener Gast sein: Die zwischen Schnaitheim und Aufhausen installierte Photovoltaikanlage ist fertiggestellt, und schon in wenigen Wochen wird Heidenheims „Solar Valley“ voll unter Strom stehen.
Wo vor Jahrzehnten Haus- und Gewerbemüll samt Bauschutt, Erdaushub und Schlachtabfällen abgelagert wurden, blitzt und blinkt es jetzt nur so. Auf der ehemaligen Deponiefläche ist an der nördlichen Einfallspforte der Stadt auf einem sich entlang der Brenz erstreckenden Gelände die nach Gnannenweiler zweitgrößte Freiflächen-Photovoltaikanlage des Landkreises entstanden.
Herr des „Solarparks Hagenwiesen“ ist mit Karlheinz Maier ein Bürger dieser Stadt, der das in städtischem Eigentum stehende Areal für einen Zeitraum von 25 Jahren gepachtet hat. Viel Zeit, um viel umweltfreundlichen Strom zu erzeugen, der zwar von der Sonne kommt, aber deshalb nicht vom Himmel fällt. Der technische Aufwand ist erheblich, mussten auf der rund 23 500 Quadratmeter großen Fläche doch Fundamente für nicht weniger als 5700 aus Solarzellen bestehende Module gebaut und um die 30 Kilometer Kabel verlegt werden.
Wichtiger Partner Maiers ist in Gestalt eines Generalunternehmers die in Göppingen beheimatete PV-Kraftwerker GmbH & Co. KG, ein Spezialist für Photovoltaik und Solaranlagen. Mit im Boot sitzen die Heidenheimer Stadtwerke, die das auf der Sonnenseite der Energiegewinnung stehende Vorhaben seit der Planungsphase begleiten, um die ab Mitte März beginnende Einspeisung des umweltschonend erzeugten Stroms ins öffentliche Netz bestmöglich sicherzustellen.
Eine wichtige Rolle in diesem Geschehen spielt eine in dieser Woche angelieferte Trafostation, die 50 Tonnen auf die Waage bringt und mit Hilfe eines Schwerlastkrans an ihren Platz gehievt werden musste. Denn während der Strom bei durchschnittlich große Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern in der Regel über den vorhandenen Stromnetzanschluss des Gebäudes direkt ins Niederspannungsnetz gelangt, handelt es sich im Falle der Schnaitheimer Anlage mit ihrer Leistung von rund 1350 Kilowatt um ein deutlich größeres Kaliber, mit dem Strom für immerhin 290 Haushalte produziert wird und das seine eigene Infrastruktur braucht. Der in einer separaten Station untergebrachte Transformator wandelt die von der Solaranlage erzeugte Niederspannung in Mittelspannung um, womit der problemlose Zugang ins öffentliche Stromnetz ermöglicht wird.
Zugleich nutzt die Stadtwerke AG diese Gelegenheit, ihr bereits zu 96 Prozent in die Erde verlegtes Netz weiter auszubauen. So werden die dort noch bestehenden Freileitungen durch unterirdisch verlegte Erdleitungen ersetzt, wodurch eine optimale Versorgungssicherheit für die Kunden gewährleistet werden soll. Was auch der Optik dient, wie Stadtwerke-Pressesprecher Ingo Wolf verspricht: „Die oberirdisch verlegten und damit sichtbaren Freileitungsmasten verschwinden in Heidenheim mehr und mehr.“
MEHR ARTIKEL ZUM THEMA
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: erwin bachmann | 03.02.2012
| Artikel twittern |
|
|
Zwischen Schnaitheim und Aufhausen: Die jetzt fertiggestellte Photovoltaikanlage, derzeit noch provisorisch umzäunt und mit allerlei exotisch wirkenden, aber gut gemeinten Warn- und Verbotsschildern versehen: Kein Zutritt, und um Himmels willen keine Erschütterungen, schon gar keine Steinwürfe oder Schießübungen.
MEHR ARTIKEL ZUM THEMA
Dischinger Windkraft-Standort kommt in Plan
Der bevorzugte Standort für Windkraftanlagen am Ohrberg ist nur ein Aspekt, der die Änderung des Dischinger Flächennutzungsplans erforderlich macht. Zudem stehen weitere Änderungen an.... mehr
Drei Etagen fehlen noch am Heidenheimer Studentenwohnheim
100 der insgesamt 105 Appartements am Heidenheimer "Felsen" sind bereits verkauft, mit dem Einzug der Mieter rechnet der Betreiber zu Beginn des kommenden Jahres.... mehr
Große Investitionen fürs Königsbronner Kanalnetz nötig
Im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung standen die Vorstellung des Allgemeinen Kanalisationsplans sowie die Verabschiedung von Königsbronns Ortsbaumeister Peter Göttling. Zwei Dinge, die zusammengehören, denn gerade die Abwassersituation war eines der wesentlichen Anliegen des zukünftigen Rentners.... mehr
Standort für Biogasanlage in Gussenstadt noch immer strittig
Das Konzept für die geplante Biogasanlage bei Gussenstadt wird von allen Seiten mit Lob überschüttet. Nur die Standortfrage ist noch immer nicht geklärt.... mehr
Voith-Villa: Baumfällung abgeschlossen, Abriss im Mai
Die Bäume auf dem Gelände der Voith-Villa an der Wildstraße sind gefällt und müssen nur noch abtransportiert werden. Bis spätestens Mitte Mai wird das geschehen sein, dann nämlich sollen die Abrissarbeiten am Gebäude beginnen. Rund zwei Wochen sind für den Abbruch veranschlagt.... mehr
Runder Tisch will mehr Mitbestimmung in Sachen Windenergie
Die Energiewende ist in aller Munde. Um dieser Worthülse Inhalte zu geben und sich mit den praktischen Vorteilen aber auch Gefahren auseinanderzusetzen, haben sich kommunale Politiker an einen Tisch gesetzt. Frühzeitig wollen sie damit möglichen Fehlentwicklungen entgegenwirken aber auch für die Akzeptanz der Windenergie werben.... mehrMEISTGELESENE ARTIKEL
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr
Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen
Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr

ZURÜCK
