Eine Oper und fünf Morde

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite: Wer ist verantwortlich für die unheimliche Mordserie im Dunstkreis der Heidenheimer Opernfestspiele? Der sechste Band der roten Stadtkrimireihe des Südwestbuch-Verlages spielt tatsächlich vorwiegend unterm Hellenstein. Geschrieben hat ihn der Stuttgarter Autor Heiger Ostertag.

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite: Wer ist verantwortlich für die unheimliche Mordserie im Dunstkreis der Heidenheimer Opernfestspiele? Der sechste Band der roten Stadtkrimireihe des Südwestbuch-Verlages spielt tatsächlich vorwiegend unterm Hellenstein. Geschrieben hat ihn der Stuttgarter Autor Heiger Ostertag.

Und darum geht's: Das Opernfestival 2011 wirft seine Schatten voraus. Bei einer Pressekonferenz im November 2010 werden die Sängerinnen und Sänger für den „Fidelio“ vorgestellt. Auch der freie Journalist und Fotograf Jörg Melcher ist vor Ort und interviewt die Operndiva Diana Henners. Eine Woche später ist die Primadonna verschwunden und taucht erst ein halbes Jahr später wieder tot in der Brenz auf. Ein klarer Fall für den leidenschaftlichen Privatermittler Melcher, der diesmal im Musikermilieu ermittelt und dabei auf alte Bekannte stößt, mit denen er bereits in seinem in Aalen spielenden Ostertag-Krimi „Tod im Sud“ zu tun hatte. Der ersten Toten folgen weitere, und Melcher ist ganz in seinem Element. Beim Besuch der Premiere des „Fidelio“ im Juli kommt es zu einer dramatischen Wende. Die eigentliche Lösung bietet wenig später ein schier unglaublicher Show-down beim Rosstag in Bartholomä.

In Ostertags neuestem Werk ermittelt sein Romanheld Jörg Melcher die meiste Zeit über in Heidenheim. Der Autor ließ sich während mehrerer Aufenthalte vor Ort einfach von Stadt, Menschen und Leben in Heidenheim und Umgebung treiben und inspirieren. So kann es gut sein, dass Personen, die er bei seinen Recherchen kennenlernte, direkt und unter anderem Namen in den Plot miteinbezogen wurden. Aber auch Lokalitäten wie unter anderem das „Café Balzac“, das „Café Schwarz“ sowie der „Felsen“, die Schloss-Arkaden oder das Pressehaus absolvieren Auftritte.

Die Milieuschilderungen und Beschreibungen der Tatorte sind dabei präzise wie die Wirklichkeit. Die Idee, ausgerechnet Heidenheim als Handlungsort zu wählen, kam Ostertag, als er auf der Durchreise per Auto das Schloss erblickte. „Als ich dann erfuhr, dass das Schloss Schauplatz von Opernfestspielen ist, hatte ich den Rahmen für die Geschichte auch schon gefunden.“

So ist der Krimi vor allem für Heidenheimer oder für Kenner der Region eine kleine Besonderheit, denn wie oft liest man schon Bücher, in denen man sich die Spielorte nahezu bildlich vorstellen kann, weil man sie selber kennt? Ein wenig beklemmend vielleicht aber dürfte nach der Lektüre von „Operntod“ ein abendlicher Besuch auf dem Heidenheimer Schloss werden – Tatort des ersten Mordes.

Alles in allem schafft es Heiger Ostertag mit prägnanter Sprache und unterschiedlichen Handlungsebenen, den Leser über die gesamten 267 Seiten hinweg zu fesseln. Dem Autor gelingt es, die Region mit all ihrer Einzigartigkeit hinreißend und charmant in das Geflecht aus Verbrechen, Liebe und Vergangenheit einzubauen. „Operntod“ ist ein spannender Kriminalroman mit rasanten, manchmal verwirrenden Handlungsschritten und eleganten Wendungen. Auch dank immer wieder wechselnder Hauptverdächtiger lockt der Autor den Leser bis zum Ende immer wieder perfide auf die falsche Fährte und garantiert auf diese Art Spannung bis zur letzten Seite.

So wird aus Heiger Ostertags „Operntod“ ein aufregender Heidenheim-Krimi nicht nur für Heidenheimer.


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Autor: Ricarda Flämig | 07.09.2011

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