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Die roten und die grünen Säcke haben Test bestanden

Nach Dischingen hat der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb nun auch in Schnaitheim in drei Bezirken die Altkleidersammlung etabliert. Von rund 3400 Haushalten wurden 3,3 Tonnen Altkleider und 0,7 Tonnen Schuhe abgegeben. Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb hatte dazu Zehnerpacken roter und grüner Säcke verteilt.

Günter Trittner |

Es ist der politische Beschluss des Kreistags die Altkleidersammlung kreisweit einzuführen. Damit will man den bei hohen Marktpreisen aufgekommenen Wildwuchs an Sammlungen eindämmen mit ihren teilweise zweifelhaften Angaben über Organisatoren und Verwendungszweck. Die vom Landkreis eingesammelten Schuhe und Textilien gehen an die Firma Erdtex in Bächingen. Diese verkauft die Ware vor allem nach Osteuropa. Dort wird in tragbare und nicht tragbare Kleidung sortiert. Nach Angaben des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs ist davon auszugehen, dass 40 Prozent der gebrauchten Ware in den Second-Hand-Verkauf gehen, 55 Prozent zu Putzlappen oder Füllmaterial verarbeitet werden. Nur fünf Prozent müssten als Restmüll entsorgt werden. Die Erlöse aus der Weitergabe der Altkleider und Altschuhe fließen in die Gebührenkasse des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs.

Für Claudia Butz, Mitarbeiterin des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs, war Schnaitheim ein wichtiger Testlauf. Absicht des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs ist es, die Altkleidersammlung mit der Altpapiersammlung zu verknüpfen. Vereine, welche das Papier sammeln, nehmen auf derselben Tour auch die roten Säcke für die Altkleider und die grünen Säcke für die Schuhe mit.

Künftig auch in weiteren Kommunen

In Schnaitheim wird Altpapier wie im restlichen Heidenheimer Stadtgebiet und in Giengen mit einem Pressmüllfahrzeug abgeführt. Dies kann für gebrauchte Kleidung nicht verwendet werden. Die Vereine, welche Altpapier sammeln, müssen also zusätzlich Transportmittel für die Altkleider zur Verfügung stellen. Nach Auffassung von Butz hat dies in Schnaitheim sehr gut geklappt. Die Abfuhrtermine seien gesichert.

Schrittweise soll die Abfuhr von Altkleidern dieses Jahr noch in weiteren Kommunen etabliert werden. Da, wo es bereits eine verlässliche Sammelstruktur durch die Vereine gibt, wird dies am raschesten geschehen können. Rund 170 Vereine sind derzeit im Kreisgebiet in die Altpapiersammlung eingebunden.

Die Termine für die Altkleidersammlung werden in den allgemeinen Sammelterminplan des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs eingetragen, den alle Haushalte erhalten. Für die Gemeinden mit Altkleidersammlung wird der Sammelterminkalender überarbeitet und ein neues Exemplar zusammen mit den Säcken verteilt.

Mit dieser persönlichen Information versucht der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb zu vermeiden, dass andere Entsorgungsunternehmen sich den Sammeltag zunutze machen und illegal vor den Vereinen die roten und grünen Säcke abtransportieren. „Das ist unser Eigentum“, stellt Butz die rechtliche Situation dar.

In Dischingen hat sich mittlerweile gezeigt, dass vor allem bei der ersten Sammlung sehr viel gebrauchte Ware aus den Haushalten aussortiert wird. Vier Tonnen waren es im November letzten Jahres gewesen. Bei den letzten drei Sammlungen wurden Werte um eine Tonne erreicht.

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