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Bürgerpreis: vier Preisträger aus 250 Vorschlägen

Vier Menschen aus dem Landkreis erhielten am Freitagabend den Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement. Eine Jury hatte sie unter 250 Vorschlägen ausgewählt. Preisträger sind Manfred Walther, Nina Schlenga, Karl und Walter Kraft sowie Dr. Alexandra Palzer.

Holger Scheerer |

Rund 300 Gäste fanden sich im Betriebsrestaurant der Firma Voith ein. Zur Verleihung des von der Hanns-Voith-Stiftung und der Kreissparkasse Heidenheim zum zweiten Mal gestifteten, mit 2000 Euro dotierten Bürgerpreises erschienen neben vielen Nominierten Gäste aus Wirtschaft und Politik. Der Abend stand unter dem Motto: „Vielfalt fördern – Gemeinschaft leben“.

Der Schwerpunkt der Preisverleihung sollte in diesem Jahr auf jene Bereiche fallen, die durch die Begriffe „Integration“, „Inklusion“, „Toleranz“ und „Akzeptanz“ umrissen werden können. Ohne diese Stichpunkte wäre die Flut der Bewerbungen kaum in den Griff zu bekommen gewesen. Und in der Tat verkündeten alle Mitglieder der Jury unisono, dass es sehr schwer gewesen sei, bei der Bewertung der Fülle des ehrenamtlichen Engagements auf einen grünen Zweig zu kommen. Die Jury bestand aus Oberbürgermeister Bernhard Ilg, Kultusminister Andreas Stoch, Bundestagsabgeordnetem Roderich Kiesewetter, Landrat Thomas Reinhardt, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Heidenheim Dieter Steck, Hendrik Rupp sowie den Vorständen der Hanns-Voith-Stiftung Meinrad Schad und Klaus Wolf.

Überrascht ist man in der Jury nicht nur von der großen Zahl der Bewerbungen gewesen, sondern auch von dem enormen bürgerschaftlichen Engagement, das sich hinter diesen vielen Namen verbirgt. „Ein Engagement, das unsere Gesellschaft lebendiger, vielfältiger und menschlicher macht“, befand Steck in seiner Eröffnungsrede.

Oberbürgermeister Ilg überreichte den Preis in der Kategorie „Alltagshelden“. Hier waren mit 167 Stück die meisten Vorschläge eingegangen. Die Wahl viel auf Manfred Walther, Abteilungsleiter der Abteilung Behindertensport des SV Mergelstetten. In seiner Laudatio führte Ilg aus, dass der Ausgezeichnete sich seit über 20 Jahren darum bemüht, Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung die aktive Teilnahme am Sportleben zu ermöglichen. Zu jener Zeit, als Walther sein Engagement für seine Sportler mit Handicap begonnen hat, „ist das Thema Inklusion noch ein Fremdwort gewesen“, so Ilg. Mit Walther wurde somit ein verdienter Pionier des Behindertensports im Landkreis Heidenheim mit dem Bürgerpreis in der Kategorie „Alltagshelden“ ausgezeichnet.

Landrat Reinhardt fiel es zu, die Ehrung in der Kategorie „U 21“ vorzunehmen. Die Vision von der Jugend, die nur noch an den elektronischen Medien herumdattelt und sich ansonsten nur noch für die nächste Party begeistern kann, hat sich in den Augen Reinhardts „als Klischee erwiesen“. Die Jury nominierte Nina Schlenga. Die erst 14-jährige Preisträgerin ist von klein auf beim Kinderturnen der TSG Giengen engagiert. Inzwischen ist sie selbst Übungsleiterin bei den Drei- bis Sechsjährigen. Darüber hinaus unterstützt sie das Kinderbetreuungsteam der Vesperkirche in Giengen. In der Kinderkirche und beim Konfirmationsgottesdienst ist sie aktiv. Auf die Frage, woher sie die Energie für all das nimmt, antwortete die junge Dame selbstbewusst: „Mir macht das halt Spaß.“

Die Verleihung des Bürgerpreises in der Kategorie „Engagierte Unternehmer“ übernahm Kultusminister Stoch. In den Augen des Kultusministers handelt es sich beim unternehmerischen Übernehmen von Verantwortung um eine Verpflichtung, um die es laut Stoch im Land nicht schlecht bestellt ist: „Baden-Württemberg ist nicht nur ein starkes Wirtschaftsland, sondern auch das Land des Ehrenamts. 41 Prozent engagieren sich ehrenamtlich. Dies wird von keinem anderen Land erreicht.“

Der Bürgerpreis in der Kategorie „Engagierte Unternehmer“ ging an Karl und Walter Kraft, Inhaber der Karl Kraft Steinwerke OHG in Schnaitheim. Seit Jahrzehnten unterstützt die Firma das gemeinschaftliche Leben im Ort. Steht das Aufstellen des Maibaums bevor oder gibt es eine Zufahrt, die geschottert werden muss oder bittet die Feuerwehr um zusätzliches Gerät – stets ist die Firma vor Ort aktiv. Arbeiter und Angestellte, die in der Feuerwehr aktiv sind, werden für Übungen und Einsätze freigestellt. Beide Unternehmer engagieren sich darüber hinaus tatkräftig für die Vereine vor Ort.

Bundestagsabgeordneter Kiesewetter überreichte den Preis in der Kategorie „Lebenswerk“ an Dr. Alexandra Palzer aus Gerstetten. Gemeinsam mit anderen Eltern hat sie im Jahr 1988 in Heidenheim den Verein „Arbeitsgemeinschaft Inklusion, Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ gegründet. Der Verein vermittelt Kontakte und hilft betroffenen Eltern, ihren Wunsch – nämlich das gemeinsame Aufwachsen und Lernen ihrer Kinder mit Behinderung zusammen mit Kindern ohne Behinderung – in die Tat umzusetzen. Kiesewetter machte in seiner Laudatio keinen Hehl daraus, dass er von der Lebensleistung der Preisträgerin begeistert ist, die „seit 25 Jahren mit einer ungeheuren Willensstärke und Beharrlichkeit für ihr Anliegen eintritt. Darüber hinaus macht sich die Preisträgerin für die Integration unserer ausländischen Mitbürger stark“, so Kiesewetter. „Frau Dr. Palzer zeigt, dass Inklusion und Integration nur gelingen können, wenn möglichst viele Menschen erkennen, dass das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und mit und ohne Behinderung den Alltag von uns allen bereichert.“

Nach der Verleihung fand der Festabend bei Speisen und Getränken seinen Fortgang. Das Percussion-Ensemble „Schlagwerker“ aus Giengen vereint unter der Leitung von Werner Kopeczki behinderte und nichtbehinderte Musiker und hatte auf originelle und lautstarke Weise die musikalische Gestaltung des Festabends übernommen.

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