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Altkleider: Den "Krieg um die Container" eindämmen

Noch bis zum Ende dieses Jahres will der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb kreisweit ein flächendeckendes Sammelsystem für Altkleider und Altschuhe aufbauen. Damit sollen vor allem gewerbliche Sammlungen in die Schranken gewiesen werden.

Von Günter Trittner |

Getragen werden soll das Hol-System für Alttextilien von den Vereinen. Aber auch die gemeinnützigen und caritativen Organisationen sollen mit ins Boot. Landrat Thomas Reinhardt sprach von einem erwünschten „Miteinander“ aller beteiligten Parteien.

Mit dem Aufbau eines leistungsfähigen Sammelsystems möchte der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb dem Wildwuchs gewerblicher Sammlungen einen kräftigen Riegel vorschieben. Hohe Preis von bis zu 400 Euro pro Tonne für gebrauchte Kleidung und Schuhe versprechen derzeit ein lukratives Geschäft. Bei durchschnittlich neun Kilo Alttextilien, die pro Jahr und Person entsorgt werden, geht es allein im Landkreis jährlich um einen Betrag von annähernd einer halben Million Euro.

Das unlängst in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz enthält Regelungen, nach denen gewerbliche Sammlungen auszuschließen sind. Voraussetzung ist, dass es eine leistungsfähige kommunale Sammlung gibt. Gemeinnützige Organisationen sind von diesem Gesetz privilegiert. Ihren Anträgen auf eine Sammlung muss von der Unteren Abfallrechtsbehörde entsprochen werden.

Ungewollte Konkurrenz vermeiden

Damit keine ungewollte Konkurrenz entsteht, wird Franz Bareth der Leiter des Kreisabfallwirtschaftsbetrieb schon begonnene Gespräche mit den caritativen Einrichtungen fortführen.

Über das in Mannheim ansässige Büro Tim Consult hat der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb bereits mehrere Varianten eines Altkleidersammlung untersuchen lassen. Klar empfohlen wird von den Experten ein Holsystem auf der Basis von Vereinen analog wie es bei der Altpapiersammlung bereits praktiziert wird. „Wir gehen davon aus, dass die Vereine an diesem „attraktivem Zubrot“ interessiert sind“, meinte Landrat Reinhardt. Erste Versuche einer Vereinssammlung für Alttextilien in seiner Gemeinde seinen positiv verlaufen, berichtet der Dischinger Bürgermeister und Kreisrat Alfons Jakl. Im April möchte der Kreisabfallwirtschaftbetrieb auch in Schnaitheim (außer Mittelrain) mit einer ersten Sammlung beginnen. „Es werden noch viele Gespräche nötig werden“, hieß es durchgängig bei den Fraktionen. Etwas Zweifel gab es, ob die Vereine diese zusätzliche Aufgabe schultern können oder wollen. „Es stellt sich schon die Frage nach der Manpower“, meinte SPD-Kreisrat Walter Macher, der dafür plädierte die Vereine zu unterstützen.

Den Bürgern sagen, was mit den Textilien geschieht

Auch ist aus Sicht der Kreisräte noch zu klären, wie eine Konkurrenz zu den gemeinnützigen Sammlungen vermieden werden kann. „Sammelt dann jeder an einem anderen Platz“, fragte sich CDU-Kreisrat Dieter Zeeb. Falls die Vereine ganz passen, so Franz Bareth, werde man die Sammlung öffentlich ausschreiben. Wichtig war Kreisrat Gottfried Braun (Freie Wähler), dass den Bürgern gesagt werde, was mit den abgegeben Textilien geschieht und wie diese verwertet werden. Bareth versicherte, dass für den Kreisabfallwirtschaftsbetrieb bei dieser Sammlung nicht der finanzielle Aspekt im Vordergrund stehe. Man wolle vielmehr Zustände wie in anderen Städten vermeiden, wo man bereits von einem „Krieg um die Container“ spreche. Bei der Einführung eines Holsystems in der Altkleidersammlung möchte man auch die Container auf öffentlichen Plätzen reduzieren und dafür mehr Container in den Wertstoffzentren platzieren.

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