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Aalener Textilsammler: Container nicht illegal aufgestellt

Der Vorwurf klingt hart: Die Aalener Firma Sedita GmbH habe im Stadtgebiet auf öffentlichen Flächen Altkleidercontainer aufgestellt – ohne Genehmigung. Dagegen wehrt sich die Firma nun.

Mathias Ostertag |

„Wir tun unser Bestmögliches, um Transparenz herzustellen“, sagt Frank Nemeth. Jedes Jahr springe er deshalb sogar von einem Ordnungsamt zum Nächsten, um Sondergenehmigungen für die Aufstellung der Altkleidercontainer zu erhalten, so der Betriebsleiter des Aalener Textilsammelunternehmen. Dennoch werde die Sedita GmbH ständig mit dem Verdacht konfrontiert, auf öffentlichen Flächen illegal Altkleidercontainer aufzustellen. „Das stimmt aber nicht.“

Denn die Container der Firma seien gar nicht mit Aufklebern, die zur Entfernung der selbigen auffordern, versehen worden. Im Gegenteil: Nemeth vergewissert sich regelmäßig bei der der Stadtverwaltung, dass die Genehmigung erneut erteilt wurde: „Und jetzt erhalte ich auf Rückfrage die Information erhalten, dass die Sondernutzung wohl abgelaufen sein könnte“, zeigt sich Nemeth empört.

Die Heidenheimer Stadtverwaltung war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. An mehreren Standorten, unter anderem in der Schnaitheimer Straße und der Carl-Spitzweg-Straße im Mittelrain, stehen weiße Container des Aalener Altkleiderentsorgers. Legal, wie Nemeth betont. „Das wurde mir von Seiten des Ordnungsamts erst vergangene Woche bestätigt.“

Nicht daran interessiert, Behälter illegal aufzustellen

Die Sedita GmbH sei als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb nicht daran interessiert, Behälter auf öffentlichen Flächen illegal aufzustellen, sagt er. Zusätzlich versehe man alle Container mit einem Siegel des Textilrecycling-Fachverbands, um sich mit der eigenen Firma von der zunehmenden Zahl illegal agierender Textilsammler abzugrenzen. „Das Problem ist, dass den Aufkleber, niemand kennt, weil er nicht beworben wird. Zu Beginn waren gerade einmal sieben der rund 100 im Verband organisierten Firmen dabei, jetzt sind es auch erst 16.“

Seit drei Jahren versucht Nemeth gegen die Containerflut der sammelnden Konkurrenz vorzugehen: „Wir kämpfen auch gegen Firmen wie die Textilverbund AG“, sagt er. Doch das ist nicht so einfach: Selbst im eigenen Verband sind zahlreiche Mitglieder in Unternehmen in verantwortlicher Position, die illegal Container aufstellen.

Sogar ein Konzept mit dem Kreistag ausgearbeitet

Mach eigener Aussage arbeitet Sedita seit 15 Jahren eng mit dem Heidenheimer Kreisabfallwirtschaftsbetrieb zusammen. Man habe sogar das vom Kreistag verabschiedete Konzept für die Sammlungen der Vereine mit ausgearbeitet, sagt Nemeth. „Und doch bewegt man sich in den Verwaltungen erst jetzt, weil das Gebaren der Textilverbund AG überhand nimmt“, sagt Nemeth

Auch in Aalen hat die Sedita GmbH diese Erfahrung machen müssen. Dort wurden 21 vermeintlich illegale Container entfernt. „Tatsächlich waren darunter aber nur drei illegal“, sagt Nemeth. Von den insgesamt 22 Containern, für die Sedita eine Genehmigung hatte, wurden sechs abgebaut. „Die mussten wir sogar auslösen, um sie zurückzuerhalten.“ Warum legale Container aber plötzlich illegal wurden, kann sich auch Nemeth nicht mehr erklären.

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