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15 000 Besucher bei den Tagen der offenen Tür im Stadtbibliotheks-Neubau

Beim Tag der offenen Tür am Samstag und Sonntag verschaffte sich eine Heerschar von Besuchern Einblick in das neue „Jahrhundertbauwerk“ und war begeistert.

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Wenn man das, was sich am Wochenende in der neuen Stadtbibliothek abspielte, als Zeichen für die Akzeptanz des Neubaus in der Bevölkerung dafür sehen will, dann war der Tag der offenen Tür noch mehr als ein Paukenschlag. Noch bevor am Samstag um 11.11 Uhr die großen Türen geöffnet wurden und die Besucher in den weiten, offenen Empfangsbereich strömten, hatte sich draußen trotz des Nieselwetters eine ansehnliche Schlange gebildet.

Ort der Kommunikation

Im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten gab die Brassband Blechos den lautstarken und kraftvollen Startschuss und schon nach wenigen Minuten gab es wohl keinen Quadratmeter in der gesamten Bibliothek mehr, der nicht von interessierten Besuchern bevölkert war. Beeindruckt waren wohl alle der gezählten mehr als 15 000 Neugierigen, die am Samstag und Sonntag die Gelegenheit nutzten, den auch architektonisch einzigartigen Neubau nach zweijähriger Bauzeit in Augenschein zu nehmen.

Dass die Bibliothek mehr als nur ein Aufbewahrungsort für Bücher ist, sondern vielmehr als Treffpunkt und Zentrum der Kommunikation in der Stadt verstanden werden will, wurde schon nach kurzer Zeit deutlich. Und dass die Stadt auch mit der Innengestaltung, den hohen, lichten Räumen, den weitläufigen Blickbeziehungen und der Innenausstattung sicherlich den Geschmack des Publikums getroffen hat, ebenso. Dass die neue Stadtbibliothek noch viel nicht ausgeschöpftes Potenzial zu bieten hat, wurde an der Bestückung der Regale deutlich, in denen noch die Lücken überwiegen.

Wie selbstverständlich nahmen die Kinder den eigens für sie bestimmten Bereich in Beschlag und erkundeten die Bücherburg, die Jugendlichen den Gaming-Bereich. Denn der Alters- und Herkunftsmix der Besucherschar macht deutlich, dass in der Bibliothek etwas entstanden ist und noch weiter wachsen wird, das Generationen und Kulturen miteinander verbindet.

Weitere Fotos zur Eröffnung sehen Sie hier.

„Wir haben etwas Großes geschaffen, nach innen und nach außen“, hatte Oberbürgermeister Bernhard Ilg schon bei der Eröffnungsfeier am Freitagabend im Veranstaltungssaal der Bibliothek, der nach der in Heidenheim geborenen Schriftstellerin Margarete Hanssmann benannt ist, mit Stolz betont. Die Überlegung, den Bau einer neuen Bibliothek, die Ilg als „Jahrhundertbauwerk“ bezeichnete, über Jahre hinweg zu verschieben und dann dann die sich auf dem früheren Gefängnis-Areal bietende Gelegenheit zu nutzen und sie dort entstehen zu lassen, sei genau richtig gewesen. „Ich habe genau für das gekämpft und bin stolz darauf, wie es jetzt ist“, so der Oberbürgermeister.

Anfangs eines Traumes

Mit der Bibliothek gehe jedoch nicht einer der größten Träume in Erfüllung, sondern habe gerade erst begonnen. Der architektonische Entwurf und die Umsetzung verschiebe die Grenzen dessen, was man einer schwäbischen Mittelstadt zutraut deutlich“, betonte Ilg. Das Gebäude rücke Heidenheim als gesellschaftliches Zentrum des Kreises und der Region noch weiter in den Mittelpunkt. Die Bibliothek tue der gesamten Stadtgesellschaft gut und eröffne allen Menschen, gleich welcher Herkunft, den Zugang zur Bildung. Außerdem übernehme sie die Funktion eines Begegnungs- und Kommunikationszentrums.

Die Neue Stadtbibliothek in 360 Grad, sehen Sie hier.

In seiner Festrede bezeichnete der weithin bekannte Literaturkritiker Denis Scheck die neue Stadtbibliothek als prächtigen Eskapismus-Bau, also als Raum in dem sich der Wirklichkeit entfliehen lässt. „Warum brauchen wir so etwas, ist Literatur nicht Luxus?“, fragte Scheck und spannte einen halbstündigen, feinst formulierten Bogen über Jahrhunderte Literaturgeschichte von Homer über Martin Luther („eine Mischung aus Muhammed Ali und dem kleinen Kind in des Kaisers neue Kleider“) bis hin zu Margarete Hanssmann, deren ausgeprägtes Gespür für Ungleichheit und Ungerechtigkeit er hervorhob. Im Zentrum literarischen Schaffens stehe meist der Zorn, erklärte Scheck, und Kritik löse in den meisten Menschen Zorn aus. Humorig und mit viel Wortwitz gespickt belegte er diese Aussage, um zum Schluss zu kommen, dass der Mensch die Literatur braucht.

Begehbare Riessenskulptur

„Ich glaube an Bibliotheken und ich glaube an Heidenheim“, betonte der Schweizer Architekt Max Dudler, dessen Bibliotheksentwurf den Wettbewerb gewonnen hatte und umgesetzt wurde. „Sie können stolz sein auf Ihre Bevölkerung, dass hier so etwas entstehen kann“, sagte er zu Ilg.

Über Jahrhunderte hinweg seien Bibliotheken nicht nur Orte und Horte der Bildung und des Wissens gewesen, sondern immer auch Orte der Begegnung und der Kommunikation. „Das hat mich schon immer begeistert“, sagte Dudler und bezeichnete den Bau als „Riesenskulptur, die man auch begehen kann.“

Michael Stiegeler sprach beim Festakt, der künstlerisch vom Stuttgarter Entertainer und Magier Topas umrahmt wurde, im Namen der ausführenden Baufirma Züblin seinen Dank dafür aus, das „stadtbildprägende Gebäude“ errichtet haben zu dürfen und lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung.

Weitere Artikel zur Entstehung der neuen Stadtbibliothek, lesen Sie hier.

Die und vor allen Dingen die Mitarbeiter der Stadtbibliothek hatten an den beiden Tagen der Offenen Tür alle Hände voll zu tun. Sie erläuterten und erklärten, halfen und wiesen den Weg und kümmerten sich dabei auch noch ums „normale“ Bibliotheksgeschäft, stellten Ausweise aus und nahmen zurückgehende Bücher entgegen.

„Wir freuen uns sehr über diesen riesigen Erfolg, mit solch einem Interesse und Ansturm hätten wir nie gerechnet“, zog die Leiterin der Stadtbibliothek, Lydia Zebisch gestern Nachmittag Bilanz.

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