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116 Aussteller, 200 Ausbildungsberufe

Längst ein Selbstläufer geworden ist die Ausbildungs- und Studienmesse im Congress Centrum, bei der wohl auch am Samstag wieder der Ansturm enorm sein wird. Alles andere als selbstverständlich ist aber, dass Betriebe auch weiterhin geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze finden.

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13 Auflagen hat die Veranstaltung inzwischen auf dem Buckel, mit der Eröffnung des Congress Centrums (CC) vor fünf Jahren zog die Messe aus der Karl-Rau-Halle auf den Schlossberg – auch, weil mit dem Bau des großen Veranstaltungszentrums die Zahl der Aussteller bei der Messe um ein Vielfaches erhöht werden konnte.

Und doch stößt man inzwischen auch mit dem CC an Kapazitätsgrenzen: Mehr als 116 Aussteller, mit über 200 Ausbildungsberufen und Studiengängen (acht Hochschule sind vor Ort präsent) lassen sich im CC und in den Konferenzräumen des angrenzenden Schloss-Hotels einfach nicht unterbringen. Dabei stehen auf der Warteliste 15 weitere Firmen. Immerhin zwei, die bisher außen vor blieben, kommen in diesem Jahr erstmals zum Zug.

„Die Messe ist eine Erfolgsgeschichte“, merkte Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, gestern bei der Vorstellung an. Um so viele Firmen wie möglich unterzubringen, habe man „die Ausstellungsfläche wirklich bis auf den letzten Zentimeter verbaut“.

Mehr als 10 000 Besucher verbuchte die Messe jeweils in den vergangenen Jahren. In jener Größenordnung dürften sich auch in diesem Jahr wieder die Interessierten um die Stände der Betriebe aus den Bereichen Handwerk, Handel und Dienstleistung scharen. „Wir sprechen hier von der besucherstärksten Messe in Ostwürttemberg – und das, obwohl in Aalen viel mehr Aussteller Platz finden“, so Zillert.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg zeigte sich vom konstant hohen Niveau, auf dem sich die Aussteller präsentieren, angetan: „Die Qualität ist konstant hoch, das ist nicht selbstverständlich. Doch die Betriebe wissen, dass sie etwas tun müssen, um künftig weiter geeignete Bewerber zu finden.“

Denn deren Zahl nimmt weiter ab. Für das Anfang September gestartete Ausbildungsjahr 2014 waren im Landkreis Heidenheim fast 1000 Ausbildungsplätze zu vergeben, die Zahl der Bewerber lag dagegen nur bei etwas mehr als 900: „Das heißt, wir hatten zehn Prozent mehr Stellen als Bewerber. Und die Schere wird weiter auseinandergehen, wenn wir nicht gegensteuern“, sagt Zillert. „Der Wettbewerb um junge Menschen läuft und läuft.“

Albert Köble, stellvertretender Geschäftsführer des Job-Centers sprach sich deshalb auch für eine Anerkennung des hohen Stellenwerts einer Ausbildung aus. „Jeder will natürlich den höchstmöglichen Abschluss erreichen, doch ein Schulbesuch lohnt wirklich nur, wenn er sinnvoll ist. Mit einer Ausbildung sammelt man auch Lebenserfahrung – und danach stehen einem alle Wege offen.“

Die Ausbildungs- und Studienmesse biete eine riesige Chance, Informationen zu zahlreichen Berufen zu erhalten, aber auch im persönlichen Gespräch mit Auszubildenden und Ausbildern ein umfassendes Bild zu bekommen, so Zillert. Ganz wichtig sei der Dialog mit den Ansprechpartnern an den Ständen. Nur so lerne man einen Beruf auch richtig kennen.

„Durch die persönlichen Kontakte findet man vielleicht auch mal ein Angebot, das man vorher nicht wahrgenommen hätte“, appellierte HZ-Verleger Hans-Jörg Wilhelm an die teilnehmenden Jugendlichen, sich auch mal abseits der großen Arbeitgeber der Region umzusehen. „Aus der Messe heraus entwickeln sich viele Praktika, um einen Betrieb besser kennenzulernen. Diese Chance sollten die Jugendlichen nutzen“, so Wilhelm weiter.

Eine wichtige Rolle könnten dabei auch die Eltern der potenziellen Auszubildenden spielen. In 70 Prozent der Fälle hätten sich Auszubildende für einen Beruf entschieden, weil die Eltern sie dabei unterstützt hätten, zitierte Arbeitsagentur-Chef Zillert aus einer Studie. Wenn man sich aber aber auf der Messe umschaue, seien viele Jugendliche ohne Eltern unterwegs und auf sich allein gestellt. „Damit erzielt man keine Wirkung“, ergänzte OB Ilg. „Dann trauen sich die Jugendlichen nichts und sammeln nur fleißig Kugelschreiber und Bonbons.“

Bleibt beim Ausblick auf das kommende Jahr noch die Frage nach einer Lösung für den räumlichen Engpass? „Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, Bereiche wie zum Thema Studium in den Business-Club der Voith-Arena auszulagern“, schlug Ilg vor. „Wir haben in Heidenheim keinen größeren Veranstaltungsort als das Congress Centrum. Aber wir werden eine Lösung finden müssen.“

Ausbildungs- und Studienmesse: Um 9.30 Uhr geht's los

Um 9.30 Uhr öffnen sich am Samstag die Türen des Congress Centrums für die Besucher der 13. Auflage der Ausbildungs- und Studienmesse. Das Ende ist für 14.30 Uhr anberaumt.

Parkmöglichkeiten stehen in ausreichender Zahl auf den verschiedenen Parkplätzen auf dem Schlossberg zur Verfügung. Da die Zweitliga-Fußballer des 1. FC Heidenheim auswärts beim FC St. Pauli antreten, sollte es, anders als im vergangenen Jahr, dieses Mal zu keinen Engpässen kommen.

Die Organisatoren der Job-Messe – Stadtverwaltung, Landkreisverwaltung, Agentur für Arbeit, Job-Center und Heidenheimer Zeitung – haben ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Neben den Informationsständen der Betriebe und Hochschulen gibt es auch ab 9.45 Uhr eine Reihe von Vorträgen zur Studien- und Berufswahl. most

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