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Ziegler: Angebots-Panne offenbar wegen Kurier

Vier Tage nach dem missglückten Löschfahrzeug-Angebot an die Gemeinde Gerstetten ist bei der Giengener Firma Ziegler die Ursachenforschung beendet.

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Zuletzt entging Ziegler ein Großauftrag. Schuld soll ein Kurierfahrer gewesen sein.

Am Dienstag hatte die Nachricht für Aufsehen gesorgt, dass Ziegler der Gemeinde Gerstetten kein fristgerechtes Angebot für ein rund 180 000 Euro teures neues Löschfahrzeug zugestellt hatte. Der Gerstetter Gemeinderat vergab das Fahrzeug an den Ziegler-Konkurrenten Rosenbauer. Im Rat herrschte Verwunderung, dass der Hersteller aus der Nachbarschaft die Frist nicht hatte einhalten können.

Tatsächlich kam das Angebot jedoch nicht aus Giengen: „Das Angebot gab die Ziegler Feuerwehrtechnik aus Mühlau in Sachsen ab“, so Ziegler-Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler gegenüber unserer Zeitung. Das Ziegler-Unternehmen trägt für Vertrieb, Fertigung und Konstruktion der besagten Fahrzeugtypen die Komplettverantwortung.

Und in Sachsen handelte man pünktlich: Am Freitag, den 24. Februar um 15.42 Uhr gab man das Gerstetter Angebot bei der Post in Chemnitz ab – per Kurierdienst der Post-Tochter DHL sollte die Sendung (1175 Gramm schwer) bis spätestens 27. Februar, 10 Uhr, in Gerstetten sein – dem Ende der Angebotsfrist. Interessanterweise gab Ziegler zeitgleich auch die Ausschreibung für ein Löschfahrzeug für Nattheim auf – mit derselben Frist.

In Nattheim kam das Ziegler-Angebot rechtzeitig an, in Gerstetten aber nicht. Warum? Darüber rätselt man bei Ziegler. „In Gerstetten wurde das Angebot nach Aussage von DHL am 27. Februar in den Briefkasten gesteckt“, heißt es bei Ziegler. Doch offenbar erst nach 10 Uhr.

Dass die Angebote erst kurz vor Ende der Frist abgegeben werden, ist keine Besonderheit: „Die Fristen sind knapp, das geht immer auf die letzte Minute“, so Kübler.

Für den Insolvenzverwalter ist die Zustellerpanne schon aus Prinzip ein Ärgernis: „Wir haben im Moment Aufträge von 60 Millionen Euro abzuarbeiten, aber wir kämpfen um jeden einzelnen Auftrag.“

Klare Worte findet der Ziegler-Verwalter auch für die im Gemeinderat Gerstetten geäußerte Mutmaßung, die geringe Zahl an Angeboten sei Ergebnis von Absprachen unter den Herstellern: „Das ist absolut absurd“, so Kübler zu unserer Zeitung.

DHL hat inzwischen auf seine Weise auf die Panne reagiert: Nach Angaben von Ziegler bot man an, die Zustellgebühr von zehn Euro zu erstatten.

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Kommentare

02.04.2012 10:10 Uhr

Mitleid fehl am Platz

Es lässt die Wut in mir aufkochen. Ein Unternehmen hat doch absolute Verantwortung für seine Mitarbeiter. Wohlstand jedes einzelnen und damit einer Volkswirtschaft hängt doch zum größten Teil davon ab, ob wir in Lohn und Brot stehen oder nicht. Scheinbar nimmt Ziegler diese Verantwortung nicht ernst. Da befindet sich dieses Unternehmen bereits in der Insolvenz. Und dann gibt man ein wichtiges Angebot, bei dem die Einreichefrist am 27. Februar endet, am 24. Februar erst zur Post. Für mich unverständlich.

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30.03.2012 20:52 Uhr

Ziegler: Angebots-Panne offenbar wegen Kurier

Wers glaubt.... Das ganze hat ein übles "Gschmäckle"! Daß Herr Kübler nun Schadensbegrenzung betreiben muß ist irgendwo nachvollziehbar aber ob es nachhaltig gelingen wird bleibt zu bezweifeln. Daß nun die Schuld einem Zustell-Unternehmen gegeben wird ist auch nachvollziehbar. Daß diese Unternehmen sich des öfteren solche oder ähnliche "Versehen" leisten weiß ich aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung. Warum aber hat man in Giengen nicht selbst dafür gesorgt daß Angebote für Feuerwehrfahrzeuge die für Gemeinden im eigenen - auch noch sehr überschaubaren - Landkreis selbst ausgearbeitet und selbst zugestellt werden ist für mich ein Rätsel. Mußte man einer Niederlassung aus dem "Osten" diese Aufgabe überlassen? Früher konnte man in Giengen doch auch Angebote für alle Fahrzeugtypen anfertigen. Oder sind die hierfür kompetenten Mitarbeiter der Entlassungswelle zum Opfer gefallen?? Egal ob die Schuld bei Ziegler oder DHL liegt: Es ist ein Armutszeugnis!!

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